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Französischer Ex-Jockey ist nun Nachfolger von Werner Baltromei

William Mongil: „Das hohe Niveau halten und noch steigern“

Sein Tag beginnt um 5.15 Uhr und endet meist nicht vor Mitternacht. William
Mongil klagt nicht. Im Gegenteil: Der 43-jährige Franzose ist sogar sehr glücklich
darüber. Denn Mongil hat auf der Galopprennbahn in Mülheim vor wenigen Tagen
einen begehrten Job angetreten. Als Nachfolger des am 30. Mai im Alter von 49
Jahren verstorbenen Werner Baltromei führt er dessen Arbeit am Raffelberg
gemeinsam mit der Baltromei-Witwe Christine fort. „Mein Ziel ist es, das hohe
Niveau zu halten und – wenn möglich – noch zu steigern“, so Mongil, für den das
Mülheimer Engagement die bisher größte Herausforderung seiner noch recht
jungen Trainer-Karriere ist.

Seit rund zweieinhalb Jahren arbeitet Mongil im Trainergeschäft, die meiste Zeit
als Assistent seines Vaters Remy in Dielsdorf bei Zürich. Zuvor hatte er als
erfolgreicher und gefragter Jockey rund um den Globus rund 1.600 Rennen
gewonnen. Als das Angebot aus Mülheim kam, musste William Mongil nicht
lange überlegen: „Nach nur einer Stunde war für mich alles klar.“

Die letzte Hürde bewältigte der Ex-Jockey souverän. Um in Deutschland als
Trainer zugelassen zu werden, musste er vor dem Lizenzausschuss des
Galopper-Direktoriums in Köln noch eine Prüfung ablegen. „Ich war schon etwas
nervös“, erinnert sich Mongil. „Aber es war für mich doch nicht so schwer, wie ich
befürchtet hatte.“

Die Arbeit in Mülheim mit aktuell 45 Pferden ist für William Mongil eine große
berufliche Chance, bringt jedoch auch einen Nachteil mit sich. Denn seine
russische Frau Anna, die er in deren Heimatstadt Khabarovsk (nahe der chinesischen
Grenze) geheiratet hatte, bleibt wegen der Arbeit im Uhren-Gewerbe in der Schweiz.
Der einzige Sohn Vitaly beendet derzeit sein Biologie-Studium in England. „Dank
der modernen Kommunikationsmittel ist das Leben in unterschiedlichen Ländern
kein so ein großes Problem mehr“, so Mongil, der dank seiner Frau auch die
russische Sprache ein wenig beherrscht.

Bei der täglichen Arbeit wird aktuell noch Französisch und Englisch gesprochen. Die
deutsche Sprache versteht Mongil nach zahlreichen Jockey-Engagements bei deutschen
Trainern zwar, mit dem Antworten auf Deutsch tut sich der Franzose aber noch schwer:
„Ich möchte sehr gerne Deutsch lernen und bin sicher, dass ich das recht schnell
hinbekommen werde.“

Im Laufe seiner Karriere als Jockey hatte William Mongil mit den deutschen Trainern
Ralf Suerland, Hans Blume, Peter Schiergen, dem ebenfalls am Raffelberg ansässigen
Uwe Ostmann sowie Werner Baltromei zusammengearbeitet. „Mit Werner Baltromei
war die Zusammenarbeit besonders eng. Von ihm konnte ich mir am meisten abschauen“,
sagt der ehemalige Privatjockey des Aga Khan, einem der größten und erfolgreichsten
Besitzer von Galopprennpferden weltweit.

Jetzt tritt Mongil als Trainer in die Fußstapfen von Baltromei und „will das fortführen, was
Werner begonnen hat“. Der Fokus seiner Arbeit wird also auch auf Frankreich liegen, wo
sich Baltromei dank vieler bemerkenswerter Erfolge den Beinamen „Frankreich-Spezialist“
verdient hatte. „Ich möchte die Besitzer zufrieden stellen und selbstverständlich dafür sorgen,
dass sie die höchstmöglichen Prämien erhalten. Die Rennpreise sind nun einmal in
Frankreich um einiges höher“, begründet Mongil die Fahrten in sein Heimatland.

Wer William Mongil zum ersten Mal in einem kurzärmeligen Hemd sieht, dem fällt sofort
ein Tattoo auf dem rechten Unterarm auf. „Mein Name steht dort in chinesischer Schrift. Die
Tätowierung hatte ich mir während meines Aufenthalts in Macau machen lassen. Ich habe
noch weitere Tattoos. Alle haben eine persönliche Bedeutung für mich“, erklärt der Mülheimer
Trainer, der sich nun so häufig wie möglich mit seinem Namen in die Siegerlisten eintragen will.

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