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Galopp: Mülheimer Rennverein nimmt Stellung

Präsidium reagiert auf öffentliche Diskussion um die Zukunft der Raffelberger Rennbahn

Die Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg

„Presseberichte und Anfragen zur Situation des Mülheimer Rennvereins e.V. veranlassen
das Präsidium des Vereins zu folgender Stellungnahme:

1. Finanzlage des Vereins:

Das heutige Präsidium hat von seinen Vorgängern im Amt (zuletzt die Oberbürgermeisterin
als Präsidentin) einen Schuldenberg in Höhe von fast 1,75 Mio. Euro übernommen.

Es war und ist daher eine vorrangige Aufgabe des Vereins, diese Verbindlichkeit kontinuierlich
abzubauen und den Rennsport für Mülheim aufrecht zu erhalten. Es ist uns gelungen, den
entsprechenden Kredit der Sparkasse auf derzeit rund 1,45 Mio. Euro zurückzuführen und
gleichwohl in den bisher testierten Jahren eine nahezu schwarze Null zu schreiben. Dies war
nur möglich aufgrund eines strikten Sparkurses und einer Reduzierung der verlustbringenden
Renntage (derzeit schreiben alle deutschen Rennvereine im Rennbetrieb rote Zahlen).

2. Zuschüsse aus dem „Spiel 77“

Diese Zuschüsse hat der Verein bis 2012 in Anspruch genommen und auflagengemäß verwandt.

Die Landesregierung NRW hat mit Schreiben vom 6.12.2012 mitgeteilt, dass diese Zuschüsse
im Jahr 2013 im Zusammenhang mit den Sparmaßnahmen nicht mehr gezahlt werden.

3. Subventionen der Stadt Mülheim in Höhe von 200.000 Euro

Der Rennverein erhält keine entsprechende Unterstützung seitens der Stadt. Soweit auf die
Höhe des Erbpachtzinses angespielt sein soll, sei erwähnt, dass die Zinshöhe und die Preisgleitklausel
unter der Präsidentschaft der Oberbürgermeisterin in 2004 vereinbart worden sind. Festzuhalten bleibt in
diesem Zusammenhang, dass nahezu alle noch existierenden Rennvereine in Deutschland von
ihren Heimatgemeinden massiv unterstützt werden, um das Kulturgut „Vollblut“ auch in
unserer motorisierten Welt zu erhalten.

4. Inanspruchnahme von Dienstleistungen durch den Verein

Der Verein wird ehrenamtlich geführt und hat keine eigenen Angestellten mehr. Um seine
gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben (Erhalt der Rennbahn zwecks Durchführung von
Leistungsprüfungen) erfüllen zu können muss der Verein entsprechende Dienstleistungen
Dritter in Anspruch nehmen.

Dies erfolgt bei größeren Investitionen durch öffentliche Ausschreibung. Im Tagesgeschäft
(Pflege der Rennbahn und der Sandbahn etc.) nimmt der Verein die Dienste des auf der
Bahn residierenden Golfclubs (SRS GmbH) in Anspruch, der diese zum Selbstkostenpreis
zur Verfügung gestellt hat. Durch entsprechende Vereinbarung ist sichergestellt, dass der
Vertreter des Golfclubs, der zugleich geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins ist, in diesen
Geschäftsvorfällen kein Stimmrecht hat.

5. Instandsetzung der Stallgebäude und Boxen für den Trainingsbetrieb Baltromei

Der in 2012 leider verstorbene Trainer Werner Baltromei war einer der erfolgreichsten
deutschen Trainer im In-und – Ausland.

Für den Verein war es lebenswichtig, diesen Betrieb in MH zu halten, nachdem Herr Baltrome
vor vier Jahren beabsichtigte, Mülheim zugunsten der Rennbahn Baden-Baden zu verlassen.
Grund war die schlechte Boxenqualität, die der Verein aufgrund fehlender Finanzmittel nicht
aus eigener Kraft a jour bringen konnte.

Der Golfclub (Fa. SRS GmbH) erklärte sich vertraglich bereit, die erforderlichen Investitionen
in Höhe von rund150.000 bis 250.000 Euro zu übernehmen. So konnte der Trainingsbetrieb
am Platz gehalten werden.

Als Gegenleistung räumte der Verein der Fa. SRS das Recht ein, die Mieten für die Boxen
nach Abzug einer Vergütung für den Verein selbst zu vereinnahmen.

6. Testate für die Verwendung der Zuschüsse aus dem „Spiel 77“

Wie bereits ausgeführt liegen die Testate für die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel
für die bisher testierten Jahre 2010 und 2011 vor (Testat der PWC).

Fazit:

Der Mülheimer Rennverein gewährleistet nach wie vor die nach Zuschauern gerechnet
bedeutendste Sportveranstaltung in unserer Stadt. Der Verein erwartet von seiner Vertragspartnerin,
der Stadt Mülheim, jede mögliche Unterstützung. Diese Unterstützung sollte nicht durch partei-
politische Überlegungen in Frage gestellt werden Das Präsidium und seine Mitglieder sind nach
wie vor zu einer vorbehaltlosen Zusammenarbeit mit der Stadt bereit.

Müsste der Mülheimer Rennverein nicht die Schulden seiner Vorgänger bezahlen, so könnte er
aus eigener Kraft:

6 bis 8 Renntage pro Jahr veranstalten !!!

Mit freundlichen Grüßen

das Präsidium des Mülheimer Rennvereins Raffelberg e.V .“

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