Startseite / Pferderennsport / Galopp: Zwei Millionen Euro weniger

Galopp: Zwei Millionen Euro weniger

Hilfe aus Frankreich machte die Finanzlage erträglicher.

Die deutschen Galopprennvereine mussten 2012 einen Rückgang von rund zwei Millionen
Euro beim Wettumsatz registrieren. Das erklärte Andreas Tiedtke, geschäftsführendes
Vorstandsmitglied des Galopper-Direktoriums, in seiner Bilanz des letzten Rennjahres.

Tiedtke, der in Kürze aus seinem Amt ausscheidet und durch den Neusser Rennvereins-
präsidenten Antony Vogel ersetzt wird, sagte wörtlich: „Wir hatten 2012 zwar einen
Umsatzrückgang von rund zwei Millionen Euro gegenüber 2011, aber dank der hohen
PMU-Erträge war das Ergebnis unterm Strich für die Rennvereine besser.“ In Kooperation
mit dem französischen Wettanbieter PMU wurden 2012 und werden auch 2013 gut dotierte
Galopprennen auch auf deutschen Bahnen angeboten. Dafür zahlt PMU umsatzbezogene
Prämien.

Das scheidende Geschäftsführende Vorstandsmitglied ging auch auf die Situation am Glücks-
spielmarkt ein. „Es ist uns gelungen, darzustellen, dass die Pferdewette und insbesondere
die Totalisatorwette ganz anderen Marktmechanismen und möglicherweise Gefahren unterliegt
als Festkurs-, Sportwetten und Casinospiele. Das schlägt sich nieder in der Hoffnung, schon
im Jahr 2013 an den Erträgen, die außerhalb des Totalisators mit deutschen Rennen erzielt
werden, zu partizipieren.“

Andreas Tiedtke erläuterte zudem die Streichung der Spiel 77-Gelder für die NRW-Rennvereine.
„Die Zahlen, die die Politik hier bei der Berechnung der Totalisatorsteuer ins Kalkül zieht,
gehen an der Realität vorbei.“ Die Kürzung der Mittel habe politische Gründe, doch versuche
man weiterhin, die Verantwortlichen zu einem Umdenken zu bewegen.

Er stellte auch eine Initiative der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN und vieler anderer
Zucht-, Pferde- und Reiterverbände gegen die in vielen Gemeinden geplante Pferdesteuer
vor. Eine Online-Petition ist noch 26 Tage zu unterzeichnen. Bis zum 5.3. gab es fast 99.000
Unterstützer. Tiedtke: „Die Pferdesteuer ist unsozial, schädigt die Erziehungsgedanken bei
jungen Menschen im Umgang mit dem Pferd Verantwortung zu lernen und trifft insbesondere
im Leistungssport Pferde, die den Gemeinden keine Kosten verursachen.“

Die Zahl der in befindlichen Rennpferde ist rückläufig. Im Jahr 2012 war es 2.829 Galopper, ein
Jahr zuvor noch 3.072. Im Jahr 1995 waren es noch 4.900 Galopper. Damals wurden 3.181 Rennen
entschieden, 2012 waren es noch 1.339.

Das könnte Sie interessieren:

Galopp: Top-Trainer Schiergen holt Spitzenjockey Murzabayev

Gebürtiger Kasache verlässt Gütersloher Trainer Wöhler nach drei Jahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.