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Almenräder-Stute War Bride greift erstmals am Raffelberg an

Lokalmatadorin auf deutschem Boden noch unbesiegt.
Yasmin Almenräder mit ihrer Stute War Bride

Ihr Name kling furchteinflößend: War Bride, zu deutsch „Kriegsbraut“, ist bisher
eine der siegreichsten Stuten in diesem Jahr im deutschen Galopprennsport. Bei
der Saisoneröffnung am Sonntag auf ihrer Heimatbahn in Mülheim gibt die von
Yasmin Almenräder trainierte Fünfjährige erstmals eine Kostprobe ihres Könnens
vor der eigenen Haustür ab. Es ist ihr erster Start in dieser Saison auf einer Gras-
bahn. Bei ihren drei Auftritten seit Jahresbeginn auf Sand in Dortmund war War
Bride ungeschlagen geblieben. Diese Serie auf deutschem Boden soll beim 17.
Sparkassen-Renntag fortgesetzt werden.

War Bride muss sich in einem mit 3.600 Euro dotierten Rennen für vierjährige und
ältere Pferde über die Sprintdistanz von 1.200 Metern, das als achte und damit
letzte Tagesprüfung gegen 17.40 Uhr gestartet werden soll, mit sechs Kontrahen-
ten auseinandersetzen. „Das Rennen ist wie gemalt für War Bride“, sagt die 39-
jährige Trainerin und Mitbesitzerin Almenräder über ihr aktuell einziges Startpferd.
„Das allein ist freilich noch lange keine Garantie für den Sieg. Auf Sand hatte sie
mit stets gleich bleibenden Bodenverhältnissen keine Probleme. Die Bedingungen
auf Gras können sich jedoch recht schnell ändern. Ich bin dennoch optimistisch,
dass sie den Wechsel ohne Schwierigkeiten meistern wird.“

Als Jockey wurde erneut der 21-jährige Patrick Gibson verpflichtet, der mit War
Bride in Dortmund zweimal als Sieger die Ziellinie überquert hatte. Beim dritten
Volltreffer in Westfalen war die Almenräder-Stute von Maxim Pecheur (Saarbrücken)
geritten worden.

Die Erfolgsserie von War Bride in diesem Jahr riss erst beim vierten und bisher
letzten Auftritt auf der Rennbahn im belgischen Mons. In einem 1.500 Meter-Ren-
nen (8.000 Euro) reichte es unter Gibson „nur“ zu Rang fünf. „Die Stute ist mit dem
Linkskurs nicht klar gekommen, hatte in der Nacht zuvor außerdem mit einem grip-
palen Infekt zu kämpfen. Es passte einfach nicht“, so Almenräder, die mit ihrer
fünfjährigen Tochter Lisa-Sophie in einer Wohnung auf der Mülheimer Rennbahn
lebt.

Vor ihrem Einsatz beim Raffelberger Saisonauftakt präsentiert sich War Bride wieder
in ausgezeichneter Verfassung. „Wir müssen vor keinem Gegner Angst haben“,
sagt die aus Norddeutschland stammende Almenräder, die schon seit 1998 in Mül-
heim wohnt und – mit kleineren Unterbrechungen – auch mit Pferden arbeitet,
selbstbewusst. „Dass die Stute vor dem Rennen keinen Reise-Stress hat, ist ganz
sicher auch kein Nachteil.“

Wenn Yasmin Almenräder keine Pferde trainiert, dreht sich bei ihr meistens trotz-
dem fast alles um den Pferdesport. Die ehemalige Rennreiterin (rund 50 Siege),
die 1997 als erste Deutsche ein Rennen in Kanada für sich entscheiden konnte und
ihre aktive Karriere nach einem Sturz 2000 in Verden beenden musste, arbeitet bei
einem Buchmacher im Kundenservice. „Mit War Bride und dem Rekonvaleszenten
Winning King habe ich derzeit zwei Pferde im Training. Möglicherweise kommt im
nächsten Monat noch ein weiteres hinzu. Trotzdem reicht es noch nicht, um hauptbe-
ruflich als Trainerin zu arbeiten. Es wäre aber ein Traum, das zu schaffen.“

Werbung in eigener Sache wäre ein erneuter Sieg von War Bride beim 17. Sparkas-
sen-Renntag allemal. Sechs Gegner im „Preis der Sparkassen-Filiale Dümpten“
haben jedoch etwas dagegen. Zwei davon sind „Nachbarn“. Aus dem Trainingsquartier
von Bruce Hellier, der seine Pferde nur wenige Meter neben dem Almenräder-Stall vor-
bereitet, greifen Choice Words mit Trainersohn und Derby-Siegreiter Terence Hellier
(Köln) und Sharp Bullet unter dem niederländischen Jockey Adrie de Vries in das Ge-
schehen ein.

Bruce Hellier lässt bei der ersten Veranstaltung in Mülheim in diesem Jahr noch zwei
weitere Pferde starten. Der sechsjährige Wallach Guardian Angel fordert in einem mit
5.100 Euro dotierten 2.000 Meter-Rennen sieben Konkurrenten heraus. Bei sechs
Starts in diesem Jahr kam Guardian Angel (Patrick Gibson) bereits zu drei Siegen.
Noch ohne Prämie ist die ebenfalls von Hellier vorbereitete Stute Variety Show, die
unter Terence Hellier ein 3.600 Euro-Rennen in Angriff nimmt.

Eine weitere Mülheimer Premiere gibt es in einem 5.100 Euro-Rennen über 1.600 Me-
ter. Zum ersten Mal lässt Trainer William Mongil, der im vergangenen Jahr die Stallun-
gen des verstorbenen Werner Baltromei am Raffelberg übernommen hatte, eines sei-
ner Pferde auf seiner Heimatbahn laufen. Der französische Ex-Jockey schickt die Stute
Ante Portas mit Jockey Terence Hellier ins Rennen. Es ist der erste Start der Vierjähri-
gen in dieser Saison.

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