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75 Jahre VfL: So lief das mit der Fusion

Ein Blick zurück in die Anfangsjahre des VfL Bochum

75 Jahre sind es inzwischen. Am 14. April 1938 schlossen sich die Bochumer Vereine
TV 1848, TuS und Germania 06 zum „Verein für Leibesübungen 1848 e.V.” zusammen.
Dieses Jubiläum nimmt der VfL zum Anlass, die Umstände der Fusion vor dem Hin-
tergrund der nationalsozialistischen Herrschaft wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen.

Im Rahmen einer Matinee im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte wurden jetzt
erste Ergebnisse durch Historiker der Ruhr-Universität Bochum vorgestellt.

Unter dem Titel „Neunzehnhundertachtunddreißig – Nur damit es jeder weiß? Die Grün-
dung des ,Großvereins´ VfL Bochum 1848 zur Zeit des Nationalsozialismus“ trugen
Marcel Schmeer und Christopher Kirchberg den Stand ihrer historischen Recherche vor
und beleuchteten die Hintergründe der Zwangsfusion, bei der nicht nur politische,
sondern auch wirtschaftliche Aspekte eine große Rolle spielten.

Im Anschluss erläuterte Sporthistoriker Henry Wahlig im Rahmen seines Beitrages
zum Thema „Jüdischer Fußball in Bochum“ die Geschichte des jüdischen Fußballs in
Deutschland unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933.

In der Folge avancierte der Verein Schild Bochum zur führenden jüdischen Elf in
Westdeutschland, nicht zuletzt mit dem Gewinn der jüdischen Fußballmeisterschaft
1938. Auch das ist jetzt 75 Jahre her. Kapitän der Meisterelf seinerzeit war Erich
Gottschalk, der zuvor für den TuS Bochum aktiv war.

Im Dezember 1938 flüchtete Gottschalk in die Niederlande, wurde dort jedoch nach
der nationalsozialistischen Invasion inhaftiert und später mit seiner Familie nach
Auschwitz deportiert.

Gottschalks Eltern, seine Ehefrau und das gemeinsame dreijährige Kind sowie der
Bruder des Bochumer Fußballers kamen in den Gaskammern ums Leben. Erich
Gottschalk selbst überlebte den Holocaust und lebte bis zu seinem Tode 1996
in den Niederlanden. Sein Neffe, Paul van der Vooren, wohnte der Matinee im
Zentrum für Stadtgeschichte auf Einladung des VfL gemeinsam mit seiner Ehefrau bei.

„Es ist unsere Aufgabe, das Andenken der Opfer des Nationalsozialismus in Ehren
zu halten“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Frank Goosen und
betonte dabei, dass im VfL „für rechtsradikale und antisemitische Tendenzen kein
Platz ist“.

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