Startseite / Pferderennsport / Galopp: Trainer Mario Hofer geht auf die Barrikaden

Galopp: Trainer Mario Hofer geht auf die Barrikaden

Der Krefelder wehrt sich gegen die Anwendung der Peitschenregelung.
Der Krefelder Galoppertrainer Mario Hofer hat sich jetzt mit einem Brief gegen
die Handhabung der Peitschenregel für Jockeys an die Fachzeitung „Sport-Welt“
gewandt. Grund ist unter anderem der zweite Platz des Hofer-Schützlings Smooth
Operator in einem mit 55.000 Euro dotierten Rennen am vergangenen Mittwoch
im Rahmen der Derby-Woche in Hamburg-Horn.

Jockey und Trainertochter Steffi Hofer hatte sich an die in der Rennordnung vorge-
schriebene Peitschenregel (maximal fünf Schläge) gehalten und den Sieg hauchdünn
mit einem Kopf verpasst. Siegjockey Andreas Helfenbein (Köln) hatte das aber im
Sattel von Dabbitse nicht getan und wurde wegen zu häufigen Gebrauchs der Peitsche
mit einer Geldbuße von 200 Euro belegt. Der Sieg blieb aber bei Besitzertrainer Chris-
tian Zschache (Berlin).

Der Brief von Mario Hofer an die „Sport-Welt“ im Wortlaut:

„In Hamburg am 30.06.2013 wurde Andreas Helfenbein im IDEE Hansa-Preis (mit Berlin
Berlin) wegen Verstoß gegen Nr. 594/10 RO mit einer Geldbuße von 100 € belegt. In
Hamburg am 03.07.2013 bekam Andreas Helfenbein im Hamburger Flieger-Preis (Dab-
bitse) wegen des gleichen Verstoßes eine Geldbuße von 250 €.

In beiden Fällen hatte Andreas Helfenbein gegen den vorgeschriebenen Peitschen-
gebrauch von höchstens 5 Schlägen verstoßen und die Rennen jeweils mit knappen
Abstand gewonnen.

Bei Richterspruch Kampf Nase und Kampf Kopf ist äußerst fraglich oder sogar unwahr-
scheinlich, dass beide Grupperennen mit lediglich fünf Schlägen auch gewonnen worden
wären. Bei dieser Sachlage müsste ich meine Jockeys auch anweisen, bei knappen End-
kämpfen die Peitsche öfter als erlaubt einzusetzen.

Beide Pferde haben als Gruppesieger ihren Marktwert um ein vielfaches gesteigert, was
bei den knapp unterlegenen Pferden nicht der Fall ist und zudem eine wesentlich höhere
Gewinnsumme erzielt.

Es kann also nicht im Interesse der Besitzer und Trainer sein, wenn ein Jockey nach fünf
Peitschenschlägen das Pferd nur noch mit den Händen unterstützt und der gegnerische
Reiter eine geringe Strafe in Kauf nimmt und mit höherem Peitscheneinsatz das Rennen
gewinnt. Als Besitzer bin ich nach einem Sieg im Grupperennen dann doch gern bereit, den
finanziellen Ausfall des Jockeys zu ersetzen.

Für das Derby stellt sich mir die Frage, ob die Jockeys ohne Vorstrafen, wie z. B. Buick,
Fallon, Dettori, Tylicki, Barzalona und Spanu, für einen eventuellen Entkampf mehr Schläge
frei haben und ihre Pferde effektiver unterstützen können, weil ihnen nur eine Verwarnung
bzw. geringe Geldstrafe droht, während vorbestrafte Reitern wie z. B. Starke, Atzeni, Veron,
Pietsch und Porcu mit einem Lizenzentzug rechnen müssen. Dieser Verdienstausfall würde
aber sicher angesichts des Geldpreises im Derby vom Besitzer mit einem Lächeln ausgeglichen
werden.

Mit diesen Ausführungen geht es nicht persönlich gegen einzelne Personen, wie die Besitzer
der siegreichen Pferde oder Andreas Helfenbein, aber Fairness und die Regeln der Rennord-
nung sollten für alle Beteiligten gleichermaßen gelten.

Der richtige Weg kann nur sein, die Pferde zu disqualifizieren, die ein Rennen aufgrund des
Verstoßes ihres Reiters gegen Nr. 594/10 RO gewonnen haben. Dann lernt sicher jeder Jockey
schnell, bis 5 zu zählen.“

Das könnte Sie interessieren:

Galopp Baden-Baden: Runder Tisch zur Zukunft der Rennbahn

Politiker von Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik nahmen teil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.