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Traben: Start der Derbywoche am Samstag

14 Rennen zum Auftakt auf der Rennbahn in Berlin-Mariendorf.

Der zum vierten Mal praktizierte Modus, das Derby nicht mehr an einem Tag zu
entschieden wird sorgt dafür, dass die Rennwoche ohne Vorgeplänkel mit dem
„German Tote Deutsches Stutenderby“ (142.958 Euro) beginnt. Doch bevor es in
den vier Vorläufen hinter das Startauto geht, wird um 13:00 Uhr traditionell in ei-
ner feierlichen Zeremonie das „Blaue Band“ zerschnitten und die Derbywoche 2013
eröffnet. Für das Arthur Knauer-Rennen haben 32 Stuten genannt und mit Zenyatta,
Red Ridding Hood, Mustang´s Sally und Fräulein Wunder wurden die bisher erfolg-
reichsten gesetzt. Auch wenn sich diese vier Pferde-Damen dieses Privileg verdient
haben, ein Freifahrtschein in Richtung Finale ist es nicht zumindest für drei von
ihnen längst nicht. Der muss in den mit 10.000 Euro dotierten Vorläufen noch
erkämpft werden.

Einzig die vom Niederländer Paul Hagoort trainierte und von Robin Bakker gefahrene
Mustang´s Sally dürfte diesem Auftakt gelassen entgegen sehen. Zu stark waren ihre
bisherigen Auftritte, ja fast peinlich überlegen deklassierte sie bei der Generalprobe
im Buddenbrock-Rennen ihre Konkurrentinnen. Da müsste schon ein Unglück passieren,
wenn es im Feld der 32 Mitbewerberinnen eine Stute geben sollte, die der Holländerin
den Griff zur Krone, geschweige denn im  3. Vorlauf / 12. Rennen den Weg ins Finale
verstellen kann. Bei dem zu erwartenden hohem Tempo dürfen sich dennoch zwei
weitere Kontrahentinnen Hoffnungen auf ein Finalticket machen, denn eine der
zeitschnellsten Dritten könnte aus die Lauf kommen. Honeybee (Victor Gentz), die in
dieser Saison nur auf Rang eins oder zwei einkam und gerade erst Charlotte W. (Rob
de Vlieger), die einen feinen Formenspiegel aufweisen kann, nach hartem Kampf mit
einem kurzen Kopf das Nachsehen gegeben haben beste Chancen. Auch Donna Kievitshof
(Maik Esper) hat einiges für sich anzubieten, raufte sich bisher stets mit Startern des
großen Derbys herum und sah dabei nie schlecht aus. Fairness war bisher stets auf geho-
benem Parkett unterwegs, bei denen es allerdings immer nur zu kleinen Prämien reichte.
Sie muss ganz sicher noch eine Schippe drauflegen, während es Cadence, Dublin Boko
und Medusa hier wohl zu schwer antreffen.

Wesentlich offener geht es im 1. Vorlauf / 2. Rennen los. Zenyatta (Cees Kamminga) hat
sich ihr Privileg der Gesetzten mit Rang drei im Buddenbrock-Rennen erobert, kam erst spät
auf Touren, aber sehr weit hinter der Siegerin ins Ziel. Abasi (Gerhard Mayr) kann vier Siegen
abseits der großen Route aufwarten, musste die bisher einzige Niederlage bei ihrer Berliner
Generalprobe hinnehmen. Inari hat sich mit Rang drei bei den Breeders Crown der Zweijäh-
rigen in die Winterruhe verabschiedet und damit auch gleichzeitig für höhere Aufgaben
empfohlen. Im Adbell Toddington Trial 2 ging der Test auf der Derbypiste daneben. Somit
hat die Jauß-Stute nur einen ordentlichen Probelauf im aktuellen Angebot. Joyful Angel
(Peter Strooper) sprang sich sofort nach dem Ab ins Aus, doch ihr Trainer und Fahrer hat
gerade an Derbytagen oftmals zu überraschen gewusst und deshalb darf die Stute kaum
voreilig abgeschrieben werden. Für Grande Dame, Guantanamera, Obsession Diamant und
Issi wird es eher um ein Platz in kleinen Finale gehen.

Für den 2. Vorlauf / 10. Rennen hat sich Stall Adamas’ Red Riding Hood (Conrad Lugauer) mit
ihrem überlegenen Erfolg in der Zweijährigen Breeders Crown als Gesetzte empfohlen. Gegen
die harte schwedische Konkurrenz markierte sie mit 1:14,3 die schnellste Kilometerzeit aller
Teilnehmerinnen, doch sprang bisher noch nicht viel Zählbares heraus. Mit einem sehenswerten
Formenspiegel greift Annabelle As (Roland Hülskath) nun nach den Sternen, hatte dabei bisher
kaum Laufkundschaft gegen sich und gehört hier ganz sicher in alle Berechnungen. Onmyknees
Diamant (Rob de Vlieger) verkaufte sich im Buddenbrock Trial 2 in Gelsenkirchen als Dritte recht
ansprechend, obwohl sie zehn Längen hinter der großen Favoritin einkam, dabei aber mit Zenyat-
ta und Dear Butcher zwei der jetzigen Mitfavoritinnen auf ein Finalticket hinter sich ließ. Icy Girl
und Ashlee Nasad gehen als ungeschlagene Pferde in diese schwere Aufgabe, müssen nun nach-
weisen, dass sie auch die zu erwartende schnellere Pace unbeschadet mitgehen können. Sorbonne,
Lady Ellen und Roesie werden hier trotz einiger Ansätze einen sehr schweren Stand haben.

Der 4. Vorlauf / 4. Rennen sollte auf ein Duell zwischen Fräulein Wunder (Roland Hülskath), die sich
mit Rang zwei im Gelsenkirchener Adbell Toddington-Rennen den Status der Gesetzten verdient und
Dear Butcher (Heinz Wewering) hinauslaufen, die ihre beste Saisonleistung als Zweite des Budden-
brocks ablieferte. Zwei mehr als brauchbare Formspitzen zeigte Delisa di Quattro (Patrick de Haan),
die zwar einen negativen Karriereeinstand hatte, beim zweiten Versuch klar voraus war und in Gelsen-
kirchen als Favoritin zwar bezwungen wurde, aber kaum alle Karten aufdeckte. Ein Fragezeichen könnte
hinter Evalina Ray (Thorsten Tietz) stehen, die den Einstand schon an der Startmarke verpatzte. Doch
wenn der Vorjahressieger sie trotz allem im Derby antreten lässt, dann darf man sich getrost auf
Besseres einstellen. Avelon und Bella Lady sind in ihrer kurzen Laufbahn selten ohne Hafergeld in den
Stall zurückgekehrt, können als Trumpfkarte ihre Trabsicherheit ins Spiel bringen, während Olympia
Diamant jetzt zweimal in Folge die erforderliche Trabsicherheit fehlte. Baraija BR kommt ohne ein Rennen
im Bauch an den Ablauf, hat eine flotte Qualifikation absolviert und sollte mit dem designierten
Goldhelm nicht übersehen werden.

Gewissermaßen als Leckerbisse rundet ein mit 20.000 Euro dotiertes Monté / 7. Rennen mit hochkarä-
tiger internationaler Besetzung den Tag ab. Ein dreifaches Aufgebot wirft Henk Grift ins höchstdotierte
Trabreiten, das Deutschland je gesehen hat. Global Limousin und Quel Hermès kennen sich nicht nur
aus dem Training, sondern auch vom 18. Juli in Gelsenkirchen, wo der Schwede dem etwas in die Jahre
gekommenen französischen Schwergewicht, das im Monté überaus erfahren ist, leicht mit drei Längen
das Nachsehen gab. Dessen damaliger Reiter Quentin Seguin nimmt sich heute des Weltrekordlers in
diesem Metier an: Schneller als Prince de Monfort ist noch nie ein Satteltraber um die Bahn geflogen.
Der Zehnjährige hat vier Jahre lang die lukrativen Montés im Rahmen der Großprüfungen Oslo Grand
Prix, Finlandia Ajo, Elitloppet zum Teil mehrmals abgeräumt. Der bayerische Seriensieger Alquin Elegance
gibt hier seinen Einstand in diesem Metier und hat dafür die deutsche „Mademoiselle Monté“, Marisa
Bock abbekommen, die schon häufig Debütanten außerordentliche Leistungen entlockt hat.

Höhepunkt am Sonntag ist neben den vier Vorläufen zum Traber-Derby das mit 100.000 Euro dotierte
Matadoren-Rennen mit europäischen Spitzenpferden. Unter anderem startet die Derbysiegerin Lobell
Countess.

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