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Trab: Holländer sahnen ab

Für die Klein-Besitzer bleibt wenig übrig.

Das 118. Deutsche Traber-Derby hätte eigentlich das Niederländische Traber-Derby heißen können. Denn auf den ersten vier Plätzen landeten Pferde aus niederländischem Besitz. Alle vier Trainer kommen aus dem Nachbarland. Drei der vier erstplazierten Fahrer kommen von dort. Auch der Fahrer des drittplatzierten Pferdes hat keinen deutschen Pass. Es ist der Belgier Dominik Locqueneux.

Dotiert war das Derby mit insgesamt 248.872 Euro. Davon gab es für die ersten vier Plätze 222.178 Euro. Dass diese Summe nicht komplett in die Niederlande überwiesen werden muss, liegt einzig und allein daran, dass der aus Bocholt stammende und in der Schweiz lebende Star-Friseur Roman Thomaskamp neben den niederländischen Gebrüdern Gerrits (Helmond) Mitbesitzer des Derby-Siegers Tiger Woods As ist.

Auf deutscher Seite konnte neben Roman Thomaskamp noch Marion Jauß (Neritz) zufrieden sein, deren Trio im Derby die Plätze fünf, sechs und acht belegten. Das brachte immerhin 17.694 Euro in die Kasse der seit vielen Jahren im Sport engagierten früheren Amateur-Fahrerin. Aber abzüglich der Nenngelder und der anfallenden Kosten blieb davon auch nicht viel übrig.

Besser sah es für Marion Jauß nach dem Stuten-Derby am Samstag in Berlin-Mariendorf aus. Da flossen von 102.958 Euro der Gesamtdotierung stolze 61.634 Euro in die Familienkasse. Jauß wäre nicht Jauß, hätte sie nicht nur wenig später bei der von Sportreporter-Legende Werner Hansch souverän geleiteten Jährlings-Auktion gleich wieder mehr als 66.000 Euro in eine Neuerwerbung investiert. Es war der Top-Zuschlag bei der Auktion mit 73 Pferden und einem Gesamtumsatz von 636.000 Euro – 120.000 Euro weniger als im Vorjahr.

Wie erdrückend und aus deutscher Sicht beängstigend die souveränen Auftritte der Niederländer am Derby-Sonntag waren, geht auch aus folgenden Zahlen hervor. Insgesamt standen am Sonntag 361.272 Euro an Preisgeldern in 14 Rennen zur Verfügung. Rechnet man das 58.468 Euro schwere Preisgeld für Roman Thomaskamp, der in Zürich lebt, auch noch dem „Ausland“ zu, dann gehen davon beachtliche 250.774 Euro über die Landesgrenzen hinweg.

Für die deutschen Besitzer blieben noch 110.498 Euro. In Anbetracht des großen Preiskuchens und im Hinblick darauf, dass auch andere größere Besitzer wie der „Stall Preußen“ sowie Erich Rothe und Uwe Schäfer noch 22.500 Euro vom Preisgeld abbekamen, blieb für den Rest aus ganz Deutschland nur recht wenig übrig.

Unterm Strich bleibt die Frage: Was machen Besitzer, Trainer und Fahrer jenseits der Grenzen besser als die Beteiligten aus den Nachbarländern? Wenn der Trend anhält – und das tut er seit Jahren – geht es mit dem deutschen Trabrennsport weiter nach unten.

 

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