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Weber nicht mehr in Schiedsrichter-Kommission

Bochumer Rainer Werthmann ist sein Nachfolger

Hans-Jürgen Weber

Viele bekannte deutsche Fußball-Schiedsrichter sind zu Lehrgängen bei ihm gewesen: Manuel Gräfe beispielsweise. Oder Felix Zwayer, Guido Winkmann und zuletzt Christian Bandurski. Doch zukünftig wird der Essener Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Hans-Jürgen Weber (58) sich vorrangig um die Aus- und Weiterbildung der Nachwuchstalente des Deutschen Fußball-Bundes kümmern. Er wird nicht mehr der DFB-Schiedsrichter-Kommission angehören. Diesen Posten übernimmt für den Fußball-Westen der früher auch in der Bundesliga eingesetzte Rainer Werthmann aus Bochum.

Wenn Weber, der als Abwehrspieler aus der Fußballjugend des SC Steele 03 stammt, über seine langjährige Karriere erzählt, fällt zunächst immer der Name seines Vaters Lutz. Der machte sich als Regionalliga-Schiedsrichter einen Namen, gehörte jahrelang nach Beendigung seiner Schiedsrichter-Laufbahn beim ETB Schwarz-Weiß als Platzwart sozusagen zum Vereinsinventar. Lutz Weber hat seinem Sohn Hans-Jürgen das Pfeifen-Gen anscheinend vererbt. 1968 bestand der junge Weber seine Schiedsrichterprüfung und leitete bereits im Alter von 14 Jahren sein erstes Spiel. Mit zarten 16 Lenzen trat er – mit Sondergenehmigung – erstmals in der Sneioren-Kreisklasse an.

Danach blieb kaum ein Wochenende bei Weber ohne Pfeifeneinsatz. 21 Jahre war er DFB-Schiedsrichter, 75 Mal in der 2. Bundesliga, 135 Mal in der ersten Bundesliga. Er kam zwischen 1991 und 1998 auf zahlreiche Einsätze als FIFA-Schiedsrichter, pfiff im UEFA-Pokal, im Europapokal der Pokalsieger und in der Champions League, leitete Spiele bei der Militär-Weltmeisterschaft in Marokko. Bei der Partie zwischen dem Iran und dem Irak sprach er schon in den ersten 35 Minuten drei Platzverweise aus. „Dann endlich war Ruhe auf dem Platz“, erinnert er sich. Und bei einem Spiel in Casablanca wurde die Halbzeitpause verlängert, weil die Spieler erst noch ihr Gebet beenden mussten.

Einmal chauffierte ihn ein Linienrichter nach Moers-Kapellen. Doch da fand kein Spiel statt. Man telefonierte hektisch und erfuhr, dass der Spielort das etwa 35 Kilometer entfernte Kapellen-Erft war, wo man dann mit 45 Minuten Verspätung eintraf und die Partie noch über die Bühne brachte.

Geändert hat sich im Laufe der Jahre auch die Honorierung der Unparteiischen. Früher gab es in der Bundesliga 72 Mark pro Tag. Davon musste auch noch die Verpflegung selbst bezahlt werden. Inzwischen erhalten die Schiedsrichter pro Einsatz über 4.000 Euro, in der Champions League noch einiges mehr. Die Honorare müssen freilich versteuert werden.

Ein Kuriosum in Webers Bundesliga-Kariere: Sowohl das erste als auch das letzte von ihm geleitete Spiel endete 6:1 für die Heimmannschaft: Werder Bremen gegen den 1. FC Kaiserslautern am 17. Mai 1985 als auch Hertha BSC Berlin gegen den Hamburger SV am 29. Mai 1999.

In der Sportschule Duisburg-Wedau wird er auch zukünftig noch ständig vor Ort sein, wenn es sein Beruf als Beamter im Essener Stadtsteueramt zulässt. „Aber das kriege ich schon hin“, sagt Weber, dem es auch immer noch Spaß macht, als Beobachter in den höchsten deutschen Fußball-Ligen im Einsatz zu sein. Dabei verteilt er Noten, bewertet die Leistungen der Schiedsrichter. In dem Metier kennt er sich ja aus, ist er doch selbst jahrzehntelang benotet worden.

 

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