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Marcel Platzek: „Deutlich mehr drauf als Platz zehn“

MSPW berichtet im kicker

Wegen der damals besseren sportlichen Perspektive war Marcel Platzek vor rund vier Jahren aus der Jugend von Rot-Weiss Essen zur U 23 von Borussia Mönchengladbach gewechselt. Seit Saisonbeginn ist der gebürtige Moerser zurück an der Hafenstraße und kehrt am Samstag (ab 14 Uhr) als bester RWE-Torjäger (sechs Saisontreffer) erstmals nach Gladbach zurück und trifft auf seine ehemaligen Teamkollegen bei den „Fohlen“.

Nicht erst durch sein Blitztor nach nur 29 Sekunden gegen den vorherigen Tabellenführer Sportfreunde Lotte (2:1), sondern vor allem durch seine dynamische Spielweise und sein großes Engagement hat sich der 23-Jährige in Essen zu einem Publikumsliebling entwickelt. Im kicker-Interview spricht Platzek über seine Form, das Duell mit Ex-Trainer Sven Demandt und die RWE-Ziele bis zur Winterpause.

kicker: War die beeindruckende Vorstellung beim 2:1 gegen den Meisterschaftsaspiranten Sportfreunde Lotte für Rot-Weiss Essen der Wendepunkt in einer bisher von Enttäuschungen und Kritik geprägten Saison, Herr Platzek?

Marcel Platzek: Unsere bisher beste Saisonleistung sollte uns allen Auftrieb geben und könnte zu einem Türöffner werden. Wir trainieren schon seit Tagen und Wochen überragend, doch das interessiert niemanden, wenn wir gleichzeitig Tabellenzehnter sind. Das Lotte-Spiel hat jedoch auch gezeigt, wie fit wir sind. Keiner wollte trotz des laufintensiven Spiels ausgewechselt werden. Endlich konnten wir uns für unseren großen Aufwand mit Punkten belohnen, sind jetzt auch vom Kopf her noch freier und haben wieder Spaß am Fußball. Darauf dürfen wir uns allerdings nicht ausruhen.

kicker: Auch Sie selbst belohnen sich nun mehr und mehr für ihre starken Auftritte, erzielten vier der letzten fünf RWE-Treffer. Haben Sie schon ihre Bestform erreicht?

Platzek: In Bestform hätte ich auch im letzten Spiel noch ein oder zwei Tore mehr machen können (lächelt). Bereits zu Saisonbeginn habe ich mir sprichwörtlich den Hintern aufgerissen, aber das Tor oft nicht getroffen. Nun bin ich sehr froh und stolz, dass ich meiner Mannschaft, die im Lotte-Spiel eine überragende Leistung gezeigt hat, auch mit Toren helfen kann. So soll es nun auch weitergehen. Am Samstag geht es schließlich gegen meinen Ex-Klub.

kicker: Sven Demandt, Ihr ehemaliger Trainer und Förderer bei Borussia Mönchengladbachs U 23, saß gegen Lotte auf der Tribüne. Das letzte Duell zwischen RWE und Gladbach endete 1:6, damals noch mit einem Platzek-Tor für die „Fohlen“. Was erwarten Sie diesmal?

Platzek: Ich freue mich sehr, meine alten Kollegen zu sehen. Mit Sven Demandt habe ich sogar noch eine Privatwette um ein Essen laufen und muss, um sie zu gewinnen, am Saisonende eine bestimmte Anzahl an Toren erreichen. Ich denke aber, dass ich es schaffen werde. Die letzten Duelle mit der Borussia gegen RWE interessieren mich wenig. Ich werde für meinen Verein kämpfen und versuchen, meine Tore zu machen. Ich hoffe, dass dann wieder drei Punkte für uns herausspringen.

kicker: Ihr jetziger Trainer Waldemar Wrobel war wegen des enttäuschenden Saisonverlaufs bei einigen Fans schon in die Kritik geraten!

Platzek: Waldemar Wrobel hat uns nicht nur gegen die Sportfreunde Lotte überragend auf den Gegner eingestellt und ist meiner Meinung nach auf jeden Fall der richtige Trainer für RWE. Die Mannschaft liefert – wie vor dem Spiel gefordert – endlich ab. Daher bin ich mir auch sicher, dass wir zeitnah endgültig aus unserer Misere herauskommen werden.

kicker: Stichwort Tabellenstand: Dort ist Essen trotz des jüngsten Sieges noch immer ein gutes Stück von den angepeilten „Top drei“ entfernt…

Platzek: Um ganz ehrlich zu sein: Ich traue mich eigentlich immer noch nicht so richtig, auf die Tabelle zu schauen. Unser bisheriges Abschneiden ist schon traurig, wenn man gleichzeitig sieht, zu welchen Leistungen wir in der Lage sind. Wir wissen, dass wir deutlich mehr drauf haben als Platz zehn. Ich würde auch gerne meine Tore gegen Punkte eintauschen. Bis zur Winterpause wollen wir uns weiter nach oben verbessern, dürfen dafür aber kein Prozent mehr nachlassen, sondern müssen in Mönchengladbach am besten noch eine Schippe drauflegen.

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