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Traben: Wieder einmal dicke Luft

Dachverband HVT und Winrace streiten über Veranstaltungskalender.

Dicke Luft im deutschen Trabrennsport: Der Dachverband HVT in Berlin und der Vermarkter Winrace (RSM Rennsport Management GmbH) aus Hamburg streiten über den Veranstaltungskalender für das Jahr 2014.

Von den Rennvereinen sind 241 Termine zur Genehmigung beim HVT eingegangen.  An zwölf Tagen sollen allerdings drei Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden. Der HVT ist dagegen: „Es herrschte bisher Einigkeit darüber, dass maximal zwei Veranstaltungen pro Renntag durchgeführt werden sollen“, heißt es in einer Erklärung des Dachverbandes. Dies solle „die Kannibalisierung von Rennveranstaltungen verhindern und dem Jahr zu Jahr abnehmenden Startpferdebestand Rechnung tragen. Zudem ist eine solche Regelung auch im Interesse unserer Kunden. Bei einer Dreierbelegung hat der Wetter wegen der Kürze des Abstandes zwischen den einzelnen Rennen kaum Zeit, seine Wetten zu platzieren.“

Die von der RSM-Gruppe (Hamburg, Gelsenkirchen, München, Dinslaken und Straubing) vorgeschlagenen Termine hätten außerdem eine einseitige Ausrichtung einiger Veranstalter auf die Sonn- und Feiertage ergeben – zu Lasten anderer Wettbewerber. Auch die Übereinkunft, die Spitzen-Meetings (Derby, Breeders Crown, Großer Preis von Deutschland) nicht mit Konkurrenzveranstaltungen zu beeinträchtigen, sei aufgekündigt worden.

Damit auch die Rennvereine in Berlin-Mariendorf (Derby-Bahn), Berlin-Karlshorst und Mönchengladbach, die sich künftig über den Pferdewettenanbieter German Tote vermarkten, zu „gerechten und fairen“ Terminen kommen, will der HVT eine Lösung finden. Zu einer Koordinierungskonferenz am 6. Dezember waren die RSM-Veranstalter allerdings nicht erschienen. Sie hatten stattdessen über einen Anwalt die Genehmigung aller eingereichten Termine gefordert.

Der HVT hat nun erst einmal die für das erste Vierteljahr 2014 eingereichten Termine genehmigt, außerdem alle Termine für die Gehobenen Rennen. Weitere Verhandlungen mit den Veranstaltern sollen folgen. Eine rechtliche Auseinandersetzung will der HVT vermeiden.

Wie wichtig gerade die Derby-Bahn in Berlin-Mariendorf für den deutschen Trabrennsport ist, zeigt ein Blick in die Umsatzstatistik. Auf der Hauptstadtbahn wurden 2013 rund 6,1 Millionen Euro umgesetzt. Zum Vergleich: Der einstige Branchen-Primus Gelsenkirchen folgt auf Rang zwei mit deutlichem Abstand (3,2 Millionen Euro). Schlusslicht ist Mönchengladbach mit 670.000 Euro Umsatz.

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