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Jäger: „Gewalttäter vom Fußball fernhalten“

NRW-Innenminister ist in diesem Jahr Vorsitzender der Innenministerkonferenz

„Straftäter machen nicht vor Ländergrenzen halt! Deswegen müssen die Sicherheitsbehörden der Länder bei der Kriminalitätsbekämpfung umfassender zusammenarbeiten“, erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger als neuer Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK) in Düsseldorf. Er übernahm für das Jahr 2014 die Amtsgeschäfte vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius. Ralf Jäger will unter anderem die Entwicklung bundesweit vernetzter Konzepte gegen mobile Einbrecherbanden und reisende Gewalttäter bei Fußballspielen entwickeln.

So setzt sich Jäger als IMK-Vorsitzender für ein neues Konzept gegen bundesweit agierende Gewalttäter bei Fußballspielen ein. Danach sollen alle Länder gemeinsam diese mobilen Intensivtäter gezielt und nachhaltig verfolgen. „Jeder Gewalttäter muss spüren, dass die Polizei ihm in ganz Deutschland auf den Füßen steht“, betonte Jäger.  Er hat deshalb bereits eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe initiiert, die Lösungen für eine vernetzte Bekämpfung von Intensivtätern erarbeitet.

Alle Informationen über einen Intensivtäter sollen an einer Stelle gesammelt werden. „So erkennen wir seine Straftaten und können sie konsequent verfolgen. Dazu gehört auch eine enge Zusammenarbeit mit der Justiz. Es muss uns gelingen, Gewalttäter dauerhaft vom Fußballgeschehen fernzuhalten“, erläuterte der NRW-Minister.

Straftäter reisen laut Jäger quer durch Deutschland, provozieren auf dem Weg zum Stadion Krawalle und  Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Gruppen. Bengalische Feuer, Rauchbomben und Böller haben im Fußballstadion nichts verloren. Das ist lebensgefährlich für alle Fans. „Ich will nicht, dass wenige Gewalttäter das fantastische Erlebnis Fußball zerstören. Sie dürfen Fußball und Fankultur nicht länger für ihre Gewalt missbrauchen“, stellte der NRW-Innenminister klar. Er sieht auch die Vereine, den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga in der Pflicht. „Sie müssen endlich konsequent Stadionverbote verhängen. Denn wer randaliert, zuschlägt oder  rechtsextremistische Parolen brüllt, hat bei Fußballspielen nichts zu suchen.“ In diesem Zusammenhang stellte Jäger auch klar, dass Polizei-Einsätze im Zusammenhang mit Fußballspielen in NRW – im Gegensatz etwa zur Hansestadt Bremen – bis auf Weiteres für die Vereine kostenfrei bleiben werden.

Aus der Sicht seines Vorgängers Boris Pistorius ist auch die Unterstützung der Fanprojekte ein wichtiger Faktor bei der Gewaltbekämpfung. Diese seien wichtige Bestandteile der Konzepte gegen Gewalt im Umfeld von Fußballspielen. Die IMK habe im letzten Jahr gemeinsam mit DFL und DFB eine wesentlich bessere finanzielle Ausstattung auf den Weg gebracht. Darüber hinaus begrüßen die Innenminister die Fortschreibung des „Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit“ im Hinblick auf die künftige Finanzierung der Fanprojekte und der Koordinationsstelle Fanprojekte in Frankfurt.

Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit im vergangenen Jahr waren:

1. Das Konzept Stadionsicherheit, mit dem die IMK mit den Verantwortlichen von DFB und die DFL im letzten Jahr umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in den Fußballstadien vereinbart hat.

2. Der Dialog mit der Fanszene und die Stärkung einer friedlichen Fankultur als elementarer Bestandteil der Maßnahmen gegen die Gewalt bei Fußballspielen.

3. Die Anreiseproblematik. Durch die Aufnahme dieses Handlungsfeldes in das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) ziehen jetzt alle Netzwerkpartner an einem Strang.

Der niedersächsische Innenminister Pistorius sagt: „Im vergangenen Jahr haben wir die Kommunikation mit den Fans deutlich intensiviert, davon profitiert vor allem die wertvolle Arbeit der Fanprojekte. Mein besonderer Dank gilt dem DFB und der DFL, die ihre Mittel in diesem Bereich auf unsere Initiative hin deutlich aufgestockt haben. Von den Ultra-Gruppierungen erwarte ich im Rahmen des Dialoges ein klares Bekenntnis gegen Gewalt und auch eine deutliche Distanzierung von Gewalttätern am Rande der Fußballspiele.“

Quelle: ots

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