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Alemannia Aachen saniert und entschuldet

Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu – Gesamtforderungen von 69 Mio. Euro.

Die Gläubiger der Alemannia Aachen GmbH haben am heutigen Dienstag auf der Gläubigerversammlung den von Insolvenzverwalter Professor Dr. Rolf-Dieter Mönning und Sanierungs-Geschäftsführer Michael Mönig vorgelegten Insolvenzplan mit  mehr als 99 Prozent der Stimmen zugestimmt. Das zuständige Amtsgericht Aachen hat den Insolvenzplan noch in der Versammlung bestätigt. Damit kann das Gericht in Kürze das Insolvenzverfahren über den Fußballverein aufheben, Alemannia Aachen gilt somit etwa 14 Monate nach Insolvenzantrag und 8 Monate nach Verfahrenseröffnung als saniert und entschuldet.

„Wir haben den Insolvenzplan innerhalb von nur sechs Monaten fertig gestellt und abgestimmt. Dieses von uns gesetzte Ziel war äußerst ambitioniert, desto größer ist nun die Freude, dass es geklappt hat“, sagt Insolvenzverwalter Mönning. „Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft bei der Alemannia sind gestellt, nun müssen neue Verantwortliche auf die Lokomotive und die Führung übernehmen.“ Alemannia ist von seinen finanziellen Altlastenbefreit, kann weiter auf dem Tivoli spielen und hat so gute Voraussetzungen, auch sportlich wieder höhere Ziele realisieren zu können. „Voraussetzung aber muss sein, dass hier künftig seriös und wirtschaftlich realistisch gearbeitet wird“, sagt Mönning.

Möglich wurde die erfolgreiche Arbeit von Mönning und Mönig nur durch den erklärten Verzicht der Gläubiger auf einen Großteil ihrer Ansprüche. Dabei hatten von etwa 10.500 Gläubigern lediglich 1.800 Gläubiger tatsächlich Forderungen in einer Gesamthöhe von 69 Millionen Euro angemeldet. Mehr als 8.000 Anleihe- und Kleingläubiger – darunter viele mit Ansprüchen aus ihrer Dauerkarte und ihrem Verzehrguthaben – haben ihre Ansprüche gar nicht erst angemeldet. „Sie haben damit die Sanierung ihrer Alemannia hervorragend unterstützt“, sagt der Insolvenzverwalter. Er kann laut Insolvenzplan den Gläubigern zum jetzigen Zeitpunkt je nach Gruppe eine Quote um 1 Prozent bis 25 Prozent auf ihre angemeldeten und berechtigten Ansprüche auszahlen. Diese Quote kann sich noch erhöhen, wenn verschiedene Haftungs- und Anfechtungsansprüche durchgesetzt wurden. „Dieses Geld kommt dann den Gläubigern zugute“, sagt Mönning.

Mönning und Mönig haben in den vergangenen Wochen verschiedene Unterstützungsmaßnahmen für die Zeit nach der Insolvenz initiiert und begleitet. Sie konnten und wollten aber keine weiteren maßgeblichen Entscheidungen mehr treffen. „Es hat sich ein Kern von Persönlichkeiten gebildet, die bereit sind, Funktionen in den verschiedenen Gremien des Vereins zu übernehmen und sich auch finanziell engagieren werden“, sagt Sanierungs-Geschäftsführer Michael Mönig.

Die Personen für die Gremien müssten gemäß der Vereinssatzung gewählt werden. Dies wird auf der nächsten Mitgliederversammlung im März 2014 geschehen. Erst dann wird auch die endgültige Entscheidung getroffen werden, wer künftig Geschäftsführer am Tivoli wird. Mönning und Mönig haben dafür schon verschiedene Vorarbeiten geleistet, entscheiden muss diese Personalie aber satzungskonform die Muttergesellschaft der Alemannia Aachen GmbH.

Während Insolvenzverwalter Mönning nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens keine Funktion bei der Alemannia ausübt, hat sich Sanierungs-Geschäftsführer Michael Mönig bereit erklärt, bis zur Mitgliederversammlung im März im Amt zu bleiben. „Ich baue dabei auf die zugesagte Unterstützung aus dem Umfeld des Vereins. Wir dürfen bei allen Planungen für die kommenden Spielzeiten nicht den Fehler machen und die laufende Spielzeit vernachlässigen. Wir brauchen jetzt auf dem Platz gute Ergebnisse, um sowohl der gelungenen Sanierung Ausdruck zu verleihen als auch um die künftige sportliche Zielsetzung in Ruhe vorbereiten zu können.“

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