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Nach Remis gegen WSV: Kray sucht die Normalität

Hutwelker will auf Reifeprozess aufbauen – Neues Gutachten für „Lärmproblem“

Als Gewinner durften sich nach dem Oberliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Kray und dem Wuppertaler SV (1:1) am Mittwochabend die rund 800 Zuschauer, darunter auch der ehemalige FCK-Trainer Dirk Wißel, fühlen. Während der 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Chile keinen fußballerischen Leckerbissen bot, erlebte das Essener Uhlenkrug-Stadion ein rassiges und bis zum Schluss spannendes Duell, das aus Sicherheitsgründen von Februar auf März verlegt worden war und einige Diskussionen ausgelöst hatte.

„Endlich hatten wir mal wieder echtes Fußball-Feeling am Platz. Die Besucher sind voll auf ihre Kosten gekommen. So hätten wir es demnächst auch gerne wieder in Kray“, überstrahlte die emotionale Stimmung im Stadion am Uhlenkrug bei FCK-Präsident Günther Oberholz zumindest etwas die verpasste Chance, bis auf zwei Punkte (nun vier) an Tabellenführer SV Hönnepel-Niedermörmter heranzukommen. Auf jene Atmosphäre müssen die Krayer an der heimischen Buderusstraße nach einer Klage durch die Anwohner aus dem benachbarten Tübingenweg noch einige Wochen verzichten.

Neben dem Verbot von Trommeln, Fanfaren und dem Einsatz der Lautsprecher-Anlage sorgte außerdem die Sperrung der neuen Tribüne durch die Stadt Essen für zusätzliches Reizklima. „Wir sind im Dialog mit den Sport- und Bäderbetrieben. Bis zum nächsten Gerichtstermin vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen werden wir ein neues Lärmschutzgutachten und die Baugenehmigung für die Tribüne vorlegen. Erst dann kann in Kray wieder normal Fußball gespielt werden“, betont Oberholz.

Während WSV-Interimstrainer Thomas Richter das 1:1 nach „schweren Wochen als Gradmesser für die Zukunft“ sah, half das Remis den Essenern sportlich nur bedingt weiter. Zumindest kam FCK-Trainer Karsten Hutwelker beim Wiedersehen mit seinem ehemaligen Verein kurzzeitig ins Staunen: „Unter meiner Regie sind wir bisher selten so gefordert worden. Wenn der WSV dauerhaft solche Leistungen gebracht hätte, würde der Verein ganz wo anders stehen.“ Vor allem in der ersten halben Stunde wirkte die Krayer Defensive gegen das hohe Tempo und aggressive Zweikampfverhalten der Gäste zeitweise überfordert.

In dieser Phase hielt der „überragende Torhüter“ (Oberholz) Marius Delker seine Mannschaft durch mehrere Paraden im Spiel und war beim Gegentreffer durch den stark aufspielenden Eric Yakhem machtlos. „Wir waren fast ausschließlich durch Standardsituationen von Timur Karagülmez gefährlich, der so den Ausgleich erzielt hat. Ein glücklicher Punktgewinn“, gab der FCK-Präsident zu.

„Wir haben insgesamt nicht die Leistung gebracht, die wir uns alle erhofft hatten und zu häufig die falschen Mittel gewählt. Dennoch wäre so eine Partie in der Hinrunde wohl verloren gegangen. Daher hat die Mannschaft einen Reifeprozess durchgemacht, auf dem wir aufbauen können. Ich sehe uns in Schlagdistanz zum Tabellenführer SV Hönnepel-Niedermörmter, den wir weiter unter Druck setzen wollen“, blickt Hutwelker voraus.

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