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Pokalspezialist SC Freiburg schockt Schalke

Elfmeterkrimi entscheidet das 28. Endspiel um den DFB-Junioren-Vereinspokal.

Seinen Ruf als Pokalspezialist hat der Bundesliga-Nachwuchs des SC Freiburg einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im 28. Finale um den DFB-Junioren-Vereinspokal triumphierten die von Sebastian Gunkel trainierten Breisgauer in Berlin gegen den FC Schalke 04, den aktuellen Meister der Staffel West in der A-Junioren-Bundesliga, 8:7 (1:1, 0:0) nach Elfmeterschießen und sicherten sich bei ihrer fünften Finalteilnahme (2006, 2009, 2011 und 2012) auch den fünften Titel.

Vor 4100 Zuschauern im Amateurstadion am Wurfplatz, darunter unter anderem U 21-Nationaltrainer Horst Hrubesch sowie 1990-Weltmeister Stefan Reuter (Manager des FC Augsburg), hatte Freiburgs Mittelfeldspieler Pius Dorn (95.) in der Verlängerung zunächst für die Freiburger Führung gesorgt, der eingewechselte Joseph Boyamba (115.) glich für die Schalker aus.

In einem wahren Elfmeterkrimi bewiesen die Freiburger schließlich die besseren Nerven. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Constantin Schöttgen zum 8:7-Endstand, nachdem Torhüter Kai Eisele zuvor den Schuss von Schalkes Abwehrspieler Thilo Kehrer abgewehrt hatte. Der 19-jährige Schöttgen machte Freiburg mit seinem entscheidenden Elfmeter zum alleinigen Rekordsieger des prestigeträchtigen Wettbewerbs. Es war insgesamt bereits das sechste Pokalendspiel, das erst im Elfmeterschießen entschieden wurde. Schalke verpasste den dritten Pokal-Triumph nach 2002 und 2005.

DFB-Vizepräsident Dr. Hans-Dieter Drewitz übergibt Pokal

Bei der Pokalübergabe durch DFB-Vizepräsident Dr. Hans-Dieter Drewitz sowie DFB-Direktor Ulf Schott und erstmals Christian Pothe (Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses) kannte der Jubel auf Seiten der Freiburger keine Grenzen mehr.´

Freiburgs Pokalheld Kai Eisele rang unmittelbar nach der Partie nach Worten: „Ich freue mich unglaublich für den Verein, die Mannschaft und den Trainer, nachdem wir mit dem Abstiegskampf in der Bundesliga eine harte Saison überstehen mussten.“

Dr. Hans-Dieter Drewitz sagte gegenüber DFB.de: „Dieses Endspiel war von der ersten bis zur letzten Minute Werbung für den Juniorenfußball.“

Am Abend folgt dann im großen Olympiastadion im Vorfeld des DFB-Pokalfinales der Männer zwischen den beiden deutschen Fußball-Giganten Borussia Dortmund und dem FC Bayern München noch die offizielle Ehrung des neuen DFB-Junioren-Pokalsiegers.

Doppelter Keller auf der Tribüne im Stadion am Wurfplatz

Beim Junioren-Pokalfinale hatte sich im Schatten des Berliner Olympiastadions reichlich Prominenz eingefunden. Neben Horst Hrubesch und Stefan Reuter verfolgten unter anderem auch Schalkes Cheftrainer Jens Keller, Sportvorstand Horst Heldt und der noch für die A-Junioren spielberechtigte A-Nationalspieler Max Meyer, Freiburgs Vereinspräsident Fritz Keller sowie André Breitenreiter, Trainer des zukünftigen Bundesligisten SC Paderborn 07, das Endspiel von der Tribüne aus.

Während die Freiburger mit Ausnahme einer Position (Kapitän Faiz Gbadamassi ersetze Jonas Lang) auf die Startelf baute, die beim jüngsten 11:0-Kantersieg in der Bundesliga gegen den SV Wacker Burghausen den Klassenverbleib perfekt gemacht hatte, musste Schalkes Trainer Elgert seine Viererkette umbauen. Auf Grund der Ausfälle von Adis Omerbasic (Kreuzbandriss) und Daniel Koseler (Rotsperre) rückte der offensive Mittelfeldspieler Maurice Multhaup auf die rechte Abwehrseite. Der zuletzt angeschlagene Sebastian Hedlund bildete zusammen mit Marvin Friedrich die Innenverteidigung.

Chancenplus für „Königsblau“ – Eisele pariert Doppelchance

Unterstützt von fast 2000 Fans und mit zwei Stürmern (Florian Pick und Felix Platte) offensiv ausgerichtet, bemühte sich der Meister der West-Staffel sofort um die Spielkontrolle und setzte den Gegner durch frühes Pressing bereits in der eigenen Hälfte unter Druck. Freiburg begann ebenso konzentriert und gestallte die Anfangsphase ausgeglichen. Die etwas mehr als viertelstündige Abtastphase beendete dann Schalkes Leroy Sane, der – gestört von Gbadamassi – Kai Eisele im Freiburger Tor mit einem Fernschuss prüfte.

Wenige Minute später verhinderte der 18-jährige Schlussmann durch den im Strafraum freigespielten Pick und den Nachschuss von Maurice Neubauer zweimal einen möglichen Rückstand. Auch in der Folgezeit erarbeitete sich die ballsicheren „Königsblauen“ einen leichten optischen Vorteil, Freiburg konnte jedoch zumindest vereinzelt über Standardsituationen Akzente setzen.

Verletzung stoppt Schalkes Stürmer Felix Platte

Mit Beginn der zweiten Hälfte wurde der Rekordpokalsieger aus Freiburg etwas mutiger, ohne dabei den Gegner vor große Probleme zu stellen. Nach knapp einer Stunde mussten die Schalker den Ausfall ihres Stürmers Felix Platte verkraften, der sich bei einem Zweikampf eine Beinverletzung zuzog, mit einer Trage vom Platz getragen und anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Dennoch konnten die „Knappen“ den Druck anschließend wieder erhöhen. Kapitän und Junioren-Nationalspieler Pascal Itter zwang Kai Eisele mit einem gut platzierten Distanzschuss zu einer Glanzparade. Bei der letzten Chance vor der Verlängerung hatten einige Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen, als Eisele einen Schuss von Leroy Sane gerade noch an das Außennetz lenkte.

Pius Dorn schockt Schalke – Boyamba schlägt zurück

In der Verlängerung nutzte Freiburg dann eine starke Einzelaktion des eingewechselten Raul Sick zum ersten Tor des Tages. Nach einem Sololauf des 19-Jährigen überwand Pius Dorn (95.) den bis dahin fast beschäftigungslosen Schalker Torhüter Timon Wellenreuther aus kurzer Distanz. Die Schalker benötigten einige Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen. In dieser Zeit hatte Freiburgs Adel Daouri, mit zwölf Ligatreffern bester Torschütze seiner Mannschaft, gleich zweimal die Chance zum 2:0.

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung belohnte „Joker“ Joseph Boyamba die Bemühungen der „Königsblauen“ mit dem Ausgleich zum 1:1. Der in der Winterpause vom MSV Duisburg gekommene Offensivspieler überlupfte Freiburgs Torhüter Kai Eisele aus spitzem Winkel und erzwang damit das Elfmeterschießen.

Dort behielten die Breisgauer dann hauchdünn die Oberhand. Mit Kapitän Faiz Gbadamassi, Eric Lickert, Adel Daouri, Mohamed Dräger, Maximilian Faller, Raul Sick und Constantin Schöttgen verwandelten sieben von acht Freiburger Schützen. Nur Pedro Manolo Rodas Steeg zielte über das Tor. Für Schalke trafen Sebastian Hedlund, Leroy Sane, Marvin Friedrich, Tim Bodenröder, Pascal Itter und Hendrik Lohmar vom Punkt. Maurice Neubauer, der als erster Schütze das Tor verfehlte, und schließlich Thilo Kehrer, der an Eisele scheiterte, versagten die Nerven.

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