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RL West: Fortuna will Meisterschaft perfekt machen

Kann Köln den dritten Matchball verwandeln?

Der dritte „Matchball“ soll sitzen. Am 37. und damit vorletzten Spieltag in der Regionalliga West hat Spitzenreiter SC Fortuna Köln am Samstag (ab 14 Uhr) zum dritten Mal die Chance, die Meisterschaft und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga (am 28. Mai und 1. Juni gegen den FC Bayern München II) endgültig perfekt zu machen.

Nachdem bei den ersten beiden Versuchen die Unentschieden im Derby bei Viktoria Köln (1:1) und vor eigenem Publikum gegen den SC Wiedenbrück 2000 (2:2) nicht zum vorzeitigen Titelgewinn ausgereicht hatten, würde der Mannschaft von Fortuna-Trainer Uwe Koschinat diesmal bei der U 23 von Bayer 04 Leverkusen sogar schon ein Remis genügen, um die Meisterfeier steigen zu lassen. Mit sechs Punkten und sieben Toren ist der Vorsprung vor dem einzigen verbliebenen Verfolger Sportfreunde Lotte schließlich äußerst komfortabel.

„Wir wollen jetzt nicht den Anschein von Panik erwecken“, sagt denn auch der 42-jährige Koschinat gewohnt selbstbewusst im Gespräch mit MSPW. „Grundsätzlich herrscht bei uns schon seit längerer Zeit ein großer Glaube an den Titel, da wir in den letzten zwei Jahren konstant starke Leistungen nachweisen konnten.“ Trotzdem zeigt der Kölner Trainer auch Respekt vor den seit zwölf Spieltagen unbesiegten Leverkusenern: „Solange ich als Trainer in der Regionalliga West arbeite, spielte die Bayer-Reserve noch nie so konstant stark wie jetzt. Vor allem vor dem Hintergrund des Rückzugs sind die Leistungen der Spieler und die Arbeit von Trainer Jürgen Luginger in den vergangenen Wochen sensationell.“ Zuletzt gelangen den Farbenstädtern sogar vier Siege hintereinander.

Uwe Koschinat, der im Angriff mit Tobias Steffen einen ehemaligen Bayer-Kicker aufbieten kann, muss im Ulrich-Haberland-Stadion definitiv auf Tobias Fink (Muskelfaserriss), Kapitän Daniel Flottmann (Kreuzbandriss), Albert Streit (Knieprobleme) und Ozan Yilmaz (Beckenfraktur) verzichten. Michael Kessel trainiert nach seinem Muskelfaserriss zwar wieder mit der Mannschaft, ist aber wohl noch keine Option. Dagegen steht Florian Hörnig nach auskurierten Oberschenkelproblemen erstmals wieder zur Verfügung.

Sportfreunde kämpfen in Gladbach um die letzte Chance

Auf eine Niederlage der Fortuna in Leverkusen muss Titelverteidiger Sportfreunde Lotte hoffen, um dann selbst mit einem gleichzeitigen Auswärtssieg bei der U 23 von Borussia Mönchengladbach die Meisterschaftsentscheidung zum dritten Mal um eine Woche zu vertagen. Das Problem: Zwar sind die Sportfreunde von Trainer Michael Boris inzwischen seit 14 Partien ungeschlagen, kamen in ihren vergangenen vier Begegnungen aber jeweils nicht über ein Unentschieden hinaus. Das würde diesmal aber definitiv nicht reichen.

Die Gladbacher, die aktuell als Tabellensechster die beste U 23-Mannschaft der Liga stellen, bestreiten gegen Lotte schon ihr letztes Saisonspiel und hoffen auf einen positiven Saisonabschluss im Grenzlandstadion. „Wir werden auf einen Gegner treffen, der alles in die Waagschale werfen wird“, sagt Borussia-Trainer Sven Demandt: „Um erfolgreich zu sein, müssen wir das Selbstvertrauen aus den vergangenen Wochen mitnehmen“, so der Ex-Profi. Immerhin acht Punkte holten die „Fohlen“ aus ihren vergangenen fünf Partien.

Für die Borussia, die am Rande der Partie mit Maik Odenthal (zum VfL Osnabrück), Christoph Zimmermann (Borussia Dortmund U23), Sascha Tobor und Necirwan Khalil Mohammad vier Spieler verabschieden werden, sind die Sportfreunde Lotte nicht gerade ein Lieblingsgegner. Das 1:0 in der Hinrunde war für die Tecklenburger bereits der vierte Zu-Null-Sieg hintereinander gegen die Gladbacher.

Vierkampf um den begehrten 16. Tabellenplatz

Der Vierkampf um den 16. Tabellenplatz, der unter Umständen noch zum Klassenverbleib reichen könnte, tritt am Samstag (ab 14 Uhr) in die entscheidende Phase. Mit dem SV Lippstadt 08, dem SC Wiedenbrück 2000, dem KFC Uerdingen 05 (alle 24 Punkte) und der SSVg. Velbert (21 Zähler) haben alle vier Tabellenletzten noch die Chance, die Saison auf Rang 16 abzuschließen, um dann auf den Aufstieg des West-Meisters in die 3. Liga oder auf einen anders freiwerdenden Platz in der Regionalliga zu hoffen.

Die wohl schlechtesten Karten hat dabei der aktuelle Tabellenvorletzte KFC Uerdingen 05, der an diesem Spieltag nicht im Einsatz ist und damit nur noch eine Partie (am letzten Spieltag in Velbert) bestreiten kann. Außerdem weisen die Krefelder die schlechteste Tordifferenz aller vier Kandidaten auf, so dass sie schon auf Schützenhilfe angewiesen sind.

Um weiter im Rennen zu bleiben, helfen aber auch dem Schlusslicht aus Velbert nur noch Siege weiter. Allerdings gastiert die Mannschaft von Trainer Lars Leese im vorletzten Saisonspiel ausgerechnet beim Tabellendritten Rot-Weiß Oberhausen und damit beim besten Team der Rückrunde (35 Punkte). Dabei gibt es ein Wiedersehen mit zahlreichen alten Bekannten. RWO-Trainer Peter Kunkel war früher auch schon in Velbert tätig, Oberhausens Offensivspieler Patrick Schikowski war noch während der Hinserie kurzzeitig für die Bergischen am Ball (vier Einsätze, ein Tor). Im Gegenzug kehren mit Dimitrios Pappas und Markus Kaya zwei langjährige „Kleeblätter“ an ihre frühere Wirkungsstätte im Niederrheinstadion zurück.

Lippstadt und Wiedenbrück vor „Endspiel“ im Fernduell

Bevor sich mit dem SV Lippstadt 08 und dem SC Wiedenbrück 2000 zwei abstiegsgefährdete Mannschaften am letzten Spieltag (Samstag, 24. Mai) in einem möglichen „Endspiel“ um Platz 16 gegenüberstehen, liefern sich die beiden punktgleichen Nachbarn zunächst am Samstag (ab 14 Uhr) ein Fernduell um die beste Ausgangsposition.

Die Wiedenbrücker, deren Torverhältnis um neun Treffer schlechter ist, treffen in ihrem letzten Heimspiel auf den ostwestfälischen Konkurrenten SC Verl, der im gesicherten Tabellenmittelfeld rangiert. Vor dem Derby mussten die Gäste von der Poststraße zwei Niederlagen in der Liga und unter der Woche auch noch das Ausscheiden im Westfalenpokal (1:2 bei den Sportfreunden Siegen) hinnehmen. Damit ist der Verler Traum von der Qualifikation für die nächste DFB-Pokal-Hauptrunde geplatzt.

Der SCW hat dagegen mit fünf Partien ohne Niederlage unter seinem Interimstrainer Dominik Jansen eine Aufholjagd gestartet, die gegen Verl fortgesetzt werden soll. Zuletzt gelang sogar beim designierten Meister Fortuna Köln (2:2) nach zweimaligem Rückstand noch ein Punktgewinn. Während im Wiedenbrücker Kader mit Kapitän Mariusz Rogowski ein langjähriger Verler steht, treffen mit Robert Mainka und Torhüter Sebastian Lange auch zwei SCV-Kicker auf ihren ehemaligen Verein.

Die auf dem Papier wesentlich schwerere Aufgabe muss gleichzeitig der SV Lippstadt 08 beim Tabellenvierten FC Viktoria Köln lösen. Immerhin holten die Domstädter zehn Punkte aus ihren vergangenen vier Partien und mussten in der Rückserie nur eine Niederlage (2:3 bei der SSVg. Velbert) einstecken. „Wir sind es allein schon unseren Anhängern schuldig, bis zum Schluss alles abzurufen“, sagt Viktoria-Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz gegenüber MSPW und will sich im letzten Heimspiel mit einem Sieg von den eigenen Fans verabschieden: „Dafür werden wir alles in die Waagschale werfen, zumal die Konstellation in der Abstiegszone eng und sehr spannend ist“, so Wollitz.

Sein Lippstädter Kollege Daniel Farke verbreitet nach dem jüngsten 1:0 gegen die Sportfreunde Siegen und insgesamt ebenfalls vier Partien ohne Niederlage Zuversicht und kündigt im Gespräch mit DFB.de an: „Wir werden alles dafür tun, unsere guten Leistungen zu konservieren und den 16. Platz bis zum Saisonende zu verteidigen.“ Nicht zurückgreifen kann Farke auf René Wessels (Achillessehnenprobleme) sowie Daniel Barton, der wegen einer bevorstehenden Stammzellenspende eine Sportpause einlegen muss. „Für uns als Mannschaft ist Daniels Ausfall ein herber Verlust. Aber er kann mit seiner Spende zum Lebensretter für einen an Blutkrebs erkrankten Menschen werden – und das hat in jedem Fall Vorrang“, sagt Daniel Farke. Mehr als vier Millionen Menschen sind zwar bei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei registriert, doch Barton ist der einzige, dessen Gewebemerkmale mit denen des Erkrankten übereinstimmen.

Bochums Torjäger Kreyer gegen künftigen Klub RWE

Nicht wie gewohnt in der Wattenscheider Lohrheide, sondern im großen Bochumer Stadion wird die U 23 des VfL ebenfalls am Samstag (ab 14 Uhr) Rot-Weiss Essen zum Revierderby empfangen. Bochums Torjäger Sven Kreyer, der in dieser Woche einen Vertrag an der Essener Hafenstraße unterschrieben hat, trifft dabei auf seinen künftigen Klub. Obwohl die Mannschaft von VfL-Trainer Thomas Reis bereits seit sieben Spieltagen nicht mehr gewonnen hat (drei Niederlagen, vier Remis), ist der Klassenverbleib gesichert.

Die Rot-Weissen wollen sich für jüngste Heimniederlage gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach rehabilitieren. „Ich erwarte eine Reaktion“, betont RWE-Trainer Marc Fascher im Gespräch mit DFB.de. Er muss unter anderem auf Stammtorhüter Daniel Schwabke, Mittelfeldspieler Holger Lemke (beide Muskelfaserriss), Kapitän Konstantin Fring (Operation an der „weichen Leiste“) und Christoph Sauter (Schambeinprobleme) verzichten. Außerdem sind die Langleitverletzten Konstantin Sawin, Vincent Wagner und der Ex-Bochumer Cebio Soukou noch keine Option für Fascher.

In einem Traditionsduell stehen sich gleichzeitig die beiden ehemaligen Bundesligisten Alemannia Aachen und SG Wattenscheid 09 im Tivoli-Stadion gegenüber. Für die Gastgeber geht es darum, ihren Positivtrend von drei Partien in Folge fortzusetzen und den zweiten Heimsieg hintereinander einzufahren. Damit würden die Schwarz-Gelben, bei denen weiterhin Niko Opper (Kreuzbandriss) und Abedin Krasniqi (Adduktorenbeschwerden) pausieren müssen, ihre Chance auf einen einstelligen Tabellenplatz wahren.

Die Wattenscheider holten zwar nur einen Punkt aus ihren vergangenen fünf Begegnungen, müssen aber längst nicht mehr um den Klassenverbleib bangen und richten ihren Fokus daher auch schon auf die Zukunftsplanungen. Mit Christoph Klöpper wurde in dieser Woche der künftige Trainer vorgestellt, außerdem stehen zehn Zugänge fest. Klöppers Vorgänger André Pawlak hofft in Aachen auf eine Trendwende. „Wir wollen vermeiden, uns mit einer Niederlagenserie aus der Saison zu verabschieden. Aber das wird schwierig“, so Pawlak, der auf einige Leistungsträger verzichten muss. David Zajas liegt mit einem grippalen Infekt im Bett. Jens Grembowietz, Sven Preissing, Milko Trisic und Mike Hibbeln fallen verletzungsbedingt aus, Kevin Lehmann und Felix Schiffer fehlen aus privaten Gründen.

Sportfreunde Siegen mit Pokaleuphorie gegen „Geißböcke“

Mit der Euphorie des Einzugs in den DFB-Pokal im Rücken (nach dem 2:1 vor 3290 Zuschauern im Westfalenpokal-Halbfinale gegen den SC Verl) wollen die Sportfreunde Siegen jetzt auch in der Liga einen gelungenen Heimabschluss hinlegen und ihren Platz in der Spitzengruppe mindestens behaupten. Die Mannschaft von Trainer Matthias Hagner empfängt am Samstag (ab 14 Uhr) die Reserve des 1. FC Köln und strebt eine Wiederholung des 2:0-Hinspielsieges an.

Ein Wiedersehen gibt es für die Sportfreunde mit Kölns Abwehrspieler Leon Binder, der noch die ersten vier Punktspiele dieser Saison im Siegener Trikot bestritten hatte. Auf der Gegenseite stehen mit Mark Zeh, Daniel Grebe und Manuel Glowacz gleich drei Spieler im Sportfreunde-Kader, die auch schon für die Reserve der „Geißböcke“ am Ball waren.

Im letzten U 23-Duell dieser Saison genießt die Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf gleichzeitig Heimrecht gegen die Reserve des FC Schalke 04, die sich den Landeshauptstädtern im Hinspiel 2:4 geschlagen geben musste und aktuell seit vier Runden auf einen Sieg wartet. „Wir haben wir es in den vergangenen Spielen nicht verstanden, unsere Tormöglichkeiten effektiv zu nutzen“, sagt Schalkes Trainer Bernhard Trares vor dem letzten Auswärtsspiel der Saison im Gespräch mit MSPW, sich aber kämpferisch: „Wir können – wenn wir unser Potenzial abrufen – gegen jede Mannschaft in der Liga bestehen.“

Das Ziel der Schalker ist klar: Sie wollen die Saison als bestes U 23-Team abschließen. Aktuell haben sie gegenüber der punktgleichen Reserve von Borussia Mönchengladbach II wegen der schlechteren Tordifferenz zwar das Nachsehen. Im Gegensatz zu den Gelsenkirchenern bestreiten die „Fohlen“ am Samstag gegen die Sportfreunde Lotte aber schon ihr letztes Saisonspiel und können deshalb nur noch einmal punkten.

 

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