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Yasmin Almenräder: „Ich werde diese Chance nutzen“

Galopp Mülheim: Neue Trainerin wird von Andreas Trybuhl unterstützt.

Yasmin Almenräder (Foto) hat die größte Herausforderung ihrer bisherigen Laufbahn als Galoppertrainerin angenommen. Seit wenigen Wochen ist die 40-Jährige für den Baltromei-Stall auf der Mülheimer Rennbahn am Raffelberg verantwortlich. Der Stall war einst vom 2012 verstorbenen Erfolgstrainer Werner Baltromei gegründet worden und genießt nach wie vor über die Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Almenräder ist die Nachfolgerin des französischen Ex-Jockeys William Mongil, der bis vor kurzem für die Pferde der Baltromei-Witwe Christine verantwortlich war.

Unter Mongil, der sich inzwischen in Mülheim selbstständig gemacht hat, war Yasmin Almenräder seit Oktober als Futtermeisterin und damit als eine Art „Co-Trainerin“ tätig. Zuvor hatte sie als selbstständige Trainerin für eine Handvoll Pferde die Verantwortung. Nun muss sie gemeinsam mit den Pflegern und Arbeitsjockeys die Übersicht über 30 Galopper behalten. „Nach der Trennung von William Mongil ging alles sehr schnell. Anfangs lief es ein wenig durcheinander, doch wir haben uns innerhalb kurzer Zeit aufeinander eingestellt und mittlerweile klappt alles reibungslos“, sagt Almenräder, die aus Norddeutschland stammt und die als Rennreiterin (rund 50 Siege) viele Erfahrungen sammelte. Unter anderem war sie die erste Deutsche, die 1997 ein Rennen in Kanada für sich entscheiden konnte. Nach einem Sturz auf der Rennbahn in Verden im Jahr 2000 musste sie ihre aktive Laufbahn beenden.

Unterstützung erhält Almenräder am Raffelberg von einem erfahrenen Trainer: Andreas Trybuhl, der seine Laufbahn Ende November eigentlich beendet hatte, steht dem Baltromei-Stall mit Rat und Tat zur Seite. Der 52-Jährige, der viele Jahre auf der Kölner Rennbahn tätig war, wohnt in Mülheim. „Er hält mir in vielen Situationen den Rücken frei“, ist Almenräder froh, auf die Routine von Andreas Trybuhl, dessen Bruder Michael (Köln) ebenfalls als Galoppertrainer arbeitet, zurückgreifen zu können.

Sein Hauptaugenmerk wird der Baltromei-Stall – wie schon seit Jahren – auf die Rennbahnen in Frankreich legen. „Glückliche Pferde und zufriedene Besitzer sind unser Ziel“, so Almenräder. „Mit dem aktuellen Bestand von 30 Pferden lässt sich gut arbeiten. Sie bekommen eine lange Aufwärmphase, sind oft draußen. Das ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Wir wären aber nicht böse, wenn noch einige Pferde dazukommen. Unser Ziel ist es, mit rund 40 Pferden arbeiten zu können.“

Regelmäßiger Gast am Stall ist Almenräders sechsjährige Tochter Lisa, die nach der Schule die Möglichkeit nutzt, um bei den Pferden zu sein. „Noch vor zwei Jahren wäre so ein Engagement wie jetzt für mich nicht vorstellbar gewesen. Nun lassen sich Beruf und Familie gut vereinbaren“, sagt die Alleinerziehende. „Ich weiß, dass ich derzeit eine große Chance habe – und die will und werde ich nutzen.“

Der Start war sehr vielversprechend: Am Wochenende gab es den ersten Sieg in neuer Funktion. Der von ihr für den Stall „trainierte vierjährige Wallach Leonce gewann auf der Rennbahn im französischen Deauville als 114:10-Außenseiter ein mit 52.000 Euro dotiertes Rennen. Nur einen Tag später triumphierte der Almenräder-Schützling Esprit des Temps in einem Amateurrennen (9.000 Euro) in Vittel (Frankreich). Besitzer beider Pferde ist der „Stall Lustige Fünf“, hinter der sich die Familie Baltromei verbirgt. Almenräder: „Ein nahezu perfektes Wochenende. Besonders bei Leonce hat alles gepasst. So kann es weitergehen.“

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