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Nach dem Pokal-Erlebnis: Preußen mutig ins Derby

Weltmeister Thomas Müller erzielt beim 4:1 in Münster seinen 100. Pflichtspieltreffer.

Als das Fußballfest von Münster nach 90 Minuten endete, blickten die fast 17.000 Zuschauer im Preußenstadion fast ausnahmslos in zufriedene Gesichter. Auf der einen Seite meisterte der FC Bayern München durch ein 4:1 (2:0) beim Drittligisten SC Preußen Münster die Pflichtaufgabe in der ersten DFB-Pokalrunde souverän und legte eine ordentliche Generalprobe für den Bundesligastart gegen den VfL Wolfsburg am Freitag (ab 20.30 Uhr) hin. Die Münsteraner gefielen sich in der Rolle eines moralischen Siegers. „Wir sind sportlich und organisatorisch an unsere Grenzen gestoßen, dürfen uns für diese Leistung aber gratulieren lassen“, stellte SCP-Trainer Ralf Loose bei seiner Analyse zufrieden fest.

In einer Statistik setzte sich der Außenseiter sogar gegen den Rekordmeister und Doublesieger durch: Elfmeterschießen. Während Rogier Krohne per Handelfmeter der SCP-Ehrentreffer gelang, scheiterte ausgerechnet der neue Bayern-Torjäger Robert Lewandowski keine zwei Minuten später per Strafstoß an Preußen-Torhüter Daniel Masuch und wartet damit auf seinen ersten Pflichttreffer im Trikot der Münchner. Loose: „Ich freue mich, dass wir nach dem Abgang von Dennis Grote mit Rogier einen Spieler haben, der vom Elfmeterpunkt eiskalt verwandelt.“

Als das restlos ausverkaufte Stadion die zwei Münsteraner „Elfmeterhelden“ feierte, war die Pokalpartie allerdings längst entschieden. Drei Tage nach dem verlorenen Supercup (0:2 bei Borussia Dortmund) trat die Mannschaft von Bayern-Startrainer Pep Guardiola („Es gibt nur in oder out“) mit fünf von sechs möglichen Weltmeistern im neuen 3-4-3-System an. Das FCB-Starensamble, das in einem Hotel am Aasee übernachtet hatte und trotz einer Polizei-Eskorte leicht verspätet am Stadion eingetroffen war, ließ nach einer Anfangsviertelstunde auf Augenhöhe durch die Tore von Mario Götze per Kopf, Thomas Müller (100. Pflichtspieltreffer), David Alaba und Claudio Pizarro keine Zweifel am Weiterkommen aufkommen.

„Ich gratuliere meiner Mannschaft für ihre Seriosität. Wir benötigen aber noch mehr Zeit, um unsere Kondition zu verbessern. Bis zum Tor von Götze war Münster etwas besser als wir“, sagte Guardiola, dessen Mannschaft einige Ungenauigkeiten offenbarte und erst nach der Führung in ihr sehenswertes Kombinationsspiel gefunden hatte. Die Münsteraner, die mit vier von zwölf möglichen Punkten durchwachsen in die 3. Liga gestartet sind, zeigten die beste Leistung der bisherigen Saison und überzeugten nicht nur durch kollektive Laufbereitschaft und aggressives Zweikampfverhalten.

Marcel Reichwein zwang Nationaltorhüter Manuel Neuer beim Stand von 0:0 zu einer starken Rettungstat, das Torschussverhältnis zur Halbzeit war sogar ausgeglichen. „Wir haben das Spiel genossen und gehen mit einer breiten Brust raus. Wenn wir mutig gegen Bayern spielen, können wir auch im anstehen Derby beim VfL Osnabrück so auftreten. Das sollten wir uns auf die Fahne schreiben“, richtet Preußen-Kapitän Jens Truckenbrod den Blick optimistischer nach vorne.

MSPW-Foto: Bayern-Trainer Pep Guardiola (links) und Preußen-Trainer Ralf Loose (rechts) bei der Pressekonferenz.

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