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RWE: Viktoria-Dreier soll nicht für die Katz sein

MSPW berichtet im kicker-Sportmagazin (25. September).

Der erleichterte RWE-Trainer Marc Fascher traf nach dem ersten Heimsieg der Saison (2:1 gegen den zuvor ungeschlagenen Spitzenreiter Viktoria Köln) den Nagel auf den Kopf. „Leidenschaft schlägt eine sehr hohe Qualität mit einer großen Portion Glück“, so der 46-Jährige nach dem erlösenden Dreier, an den zehn Minuten vor Schluss wohl nur noch die kühnsten Essener Optimisten unter den 6.571 Zuschauern (Minusrekord in dieser Saison an der Hafenstraße) geglaubt hatten.

Die Viktoria, glänzend organisiert von ihrem Taktgeber André Dej, brillierte zwar nicht, trat aber über weite Strecken der Partie wie eine echte Spitzenmannschaft auf: Stabil in der Abwehr, spielerisch reif und geduldig im Aufbau sowie torgefährlich bei Standards (unter anderem Kopfball von Markus Brzenska an die Latte und Freistoß des Ex-Esseners Mike Wunderlich an den Pfosten). Als dann auch noch unmittelbar vor der Pause die beste Aktion der Partie nach einem sehenswerten Doppelpass zwischen Wunderlich und dem Torschützen Lukas Nottbeck zum 0:1 führte, schien die Viktoria klar auf der Siegerstraße und auf dem besten Weg, die Tabellenführung weiter auszubauen.

Dass es nicht so kam, lag auch an den Gästen selbst, die in der zweiten Halbzeit die Konsequenz vermissen ließen und ihre Kontermöglichkeiten nicht entscheidend ausspielten. „Wir haben in der Spitze die Bälle nicht mehr festgemacht, sind auch mehrfach ins Abseits gelaufen. Das ist der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann“, analysierte Viktoria-Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz. Dabei durfte sich vor allem Zehn-Tore-Mann Fatih Candan angesprochen fühlen, dem in seiner Geburtsstadt bis auf einen spektakulären Hackentrick und einen Lupfer gleich in der Anfangsphase nicht allzu viel gelang.

Während Kapitän Timo Staffeldt nicht zu Unrecht anmerkte, dass „es uns nicht passieren darf, am Ende in zwei Konter zu laufen“, legte der Sportliche Leiter Stephan Küsters den Finger etwas deutlicher in die Wunde: „Wir haben nachgelassen und RWE aufgebaut.“

Ironie des Essener Schicksals, dass Trainer Fascher, dem in Fan-Kreisen während der Negativserie unter anderem verlorene Punkte durch vermeintliche „Wechselfehler“ angekreidet wurden, diesmal mit seinen Einwechslungen auf jeden Fall goldrichtig lag. Ausgerechnet Tobias Steffen und Sven Kreyer, die Fascher nach dem mageren 1:1 bei Schalkes U 23 aus der Startformation genommen und gegen die Viktoria erst im Laufe der zweiten Hälfte eingewechselt hatte, sorgten mit ihren Treffern in der Schlussphase für die dramatische Wende, die Steffen allerdings auch zu einer unsportlichen Geste gegenüber seinem Ex-Trainer Wollitz (in Cottbus) verleitete.

„Uns wirft dieser Rückschlag nicht um. Schon am Sonntag können wir das gegen Düsseldorf wieder korrigieren“, nahm es Wollitz recht gelassen, während Essens überragender Abwehrchef Philipp Zeiger betonte: „Einen schöneren Sieg kann ich mir kaum vorstellen, aber wir müssen jetzt auch nachlegen. Wenn wir am Montag in Rödinghausen wieder verlieren, war alles für die Katz.“

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