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Als „Nobby“ die falsche Aufstellung vorlas

Norbert Furtkamp: Trainer-Ikone aus dem Kohlenpott wird Montag 80.

Das „Reich“ von Fußballtrainer Norbert Furtkamp (Foto), den alle Welt nur „Nobby“ nennt, lag 22 Jahre lang exakt in der Mitte zwischen dem Stadion an der Essener Hafenstraße und der alten Schalker Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen. Furtkamp mittendrin: Essen-Katernberg und Gelsenkirchen-Rotthausen. Dort mischte der wortgewaltige Trainer die Szene im Amateurfußball auf. Zwei Stadtmeisterschaften, zehn Aufstiege! Da kann man den einen Abstieg mit den Sportfreunden Katernberg durchaus mal vernachlässigen. Am kommenden Montag (15. Dezember) wird Furtkamp 80 Jahre.

Einen Namen gemacht hatte sich Furtkamp schon zu seiner aktiven Fußballerzeit. Beim SV Rotthausen sorgte der bullige Stürmer (1,87 Meter groß und zu besten (späteren) Zeiten auch schon mal gute 102,5 Kilo schwer), beispielsweise für Schlagzeilen, als er in einer Saison 40 Treffer markierte.

Es folgten 22 Trainerjahre: Sportfreunde Katernberg, SV Schonnebeck 1910, VfB Essen-Nord, SV Rotthausen, SSV Buer, Adler Feldmark. Bei manchem Verein war er gleich mehrfach am Ball. Mit den Sportfreunden Katernberg wurde Furtkamp fünfmal Meister und schaffte den Sprung in die höchste Amateurklasse.

Unikum Furtkamp, mit großem und erstaunlich rundem Kopf und stattlichen Ohren ausgestattet, trainierte sogar einmal zwei Vereine gleichzeitig. Möglich war das vor allem deswegen, weil Essen-Nord sonntags morgens um 11 Uhr spielte, der SV Rotthausen aber erst um 15 Uhr antreten musste.

„Da ist mir einmal ein Ding passiert“, erinnert sich Furtkamp. „Bei Essen-Nord war es zeitlich knapp geworden. Ich hastete nach Rotthausen und gab meiner Truppe die Mannschaftsaufstellung bekannt. Torwart und Verteidiger hatte ich bereits vorgelesen, da fiel mir auf, dass ich den Zettel vertauscht und mit der Aufstellung von Essen-Nord begonnen hatte.“

Eine Besonderheit von Norbert Furtkamp waren auch seine Trainingszeiten. „Donnerstags nie“ war sein Motto. „Da müssen die Spieler noch einmal vor ihren Wochenendauftritten durchatmen“, sagte er mit verschmitztem Lächeln. Aber längst wusste jeder, weswegen donnerstags trainingsfrei war. Furtkamp war dann auf der Trabrennbahn am Nienhausen Busch anzutreffen, wohin ihn sein Onkel Hermann schon als Zehnjähriger erstmals mitgenommen hatte.

Vor den Rennen wurde im Aktivencenter „Klammergasse“ gespielt. Furtkamp schaute Größen wie Schalkes-Sponsor „Muschel“ Weber, Schalkes Präsident Günther Siebert oder den königsblauen Fußball- und Traberanhängern Klaus Fischer, Hannes Bongartz und Norbert Nigbur über die Schultern in die Karten. Bisweilen mischte er auch selber mit.

Mit 55 Jahren war Schluss mit der Trainerlaufbahn. Rennbahnbesuche gehören aber immer noch zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. „Da geht es zu wie zu meinen Trainerzeiten: Laut, aber herzlich“, strahlt der rüstige Rentner. Franz Josef Colli

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