Startseite / Fußball / 1. Bundesliga / Dortmund-Hammer: Jürgen Klopp im Sommer weg

Dortmund-Hammer: Jürgen Klopp im Sommer weg

Der 47-Jährige verlässt BVB nach sieben Jahren auf eigenen Wunsch.

Nach der Verpflichtung von Bruno Labbadia als neuer Trainer des Hamburger SV ist der der nächste Bundesliga-Hammer perfekt: Borussia Dortmunds Cheftrainer Jürgen Klopp (Foto) hat den Verein um die vorzeitige Auflösung seines bis 2018 laufenden Vertrags gebeten. Nach sieben Jahren (zwei Meisterschaften, ein DFB-Pokalsieg) verlässt Klopp im Sommer den Verein. Ein „Sabbatjahr“ wolle er nach eigenen Aussage nicht einlegen.

„Wir haben in den letzten Tagen auf Initiative von Jürgen Klopp einige Gespräche geführt und gemeinsam entschieden, dass der Weg, den wir seit sieben Jahren gegangen sind, nach dieser Saison zu Ende ist“, bestätigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf einer Pressekonferenz.

Nachfolger von Klopp soll laut Medienberichten – wie einst schon beim FSV Mainz – Thomas Tuchel werden. Der hatte auch mit dem Hamburger SV verhandelt, soll nun aber die Dortmunder übernehmen. Im Raum steht ein 20 Millionen Euro-Vertrag über vier Jahre. Während der BVB-PK wurden keine Fragen nach einem möglichen Klopp-Nachfolger beantwortet.

Die Pressemitteilung des BVB:

Borussia Dortmund hat am heutigen Mittwoch dem Wunsch von Jürgen Klopp nach einer vorzeitigen Auflösung des bis 30. Juni 2018 laufenden Vertragsverhältnisses entsprochen. Auf Initiative des Cheftrainers einigte man sich, die Zusammenarbeit zum Ende der laufenden Saison 2014/2015 zu beenden.

„Wir haben die gemeinsame Entscheidung getroffen, dass der Weg, den wir sieben Jahre lang mit unglaublichem Erfolg gegangen sind, nach dieser Saison zu Ende ist“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke. Bis dahin soll laut Jürgen Klopp „der beste Tabellenplatz stehen, der noch möglich ist“. Mit Blick auf den DFB-Pokal, in dem der BVB im Halbfinale steht, wünscht sich der Trainer zum Abschied „noch einmal einen guten Grund, mit dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren. Wir wollen die Saison so überragend wie möglich zu Ende bringen“.

In bewegenden Worten äußerte Watzke: „Wir haben in unseren Gesprächen festgestellt, dass wir das große Ganze beim BVB im Blick haben, dass wir eine ganz besondere Beziehung zueinander aufgebaut haben, die von extremem Vertrauen und von Freundschaft geprägt ist.“ Direkt an Klopp gewandt ergänzte Watzke: „Der ewige Dank aller Borussen wird Dir zuteil. Das einzige, was mich tröstet, ist, dass unsere Freundschaft bestehen bleibt.“

Sportdirektor Michael Zorc sagte: „Wir haben in den letzten sieben Jahren ein modernes Fußballmärchen geschrieben. Die Mannschaft soll Dir den Abschied bereiten, den Du verdient hast und der diesen sieben Jahren gerecht wird.“

Die Entscheidung habe nichts mit der aktuellen sportlichen Situation zu tun, versicherte Jürgen Klopp. Er will dem Verein die Zeit geben, die nötig ist, einen Nachfolger zu finden und die personellen Planungen in Ruhe voranzutreiben: „Wir haben in den letzten Jahren darunter gelitten, dass die eine oder andere Entscheidung eines Spielers zu spät gefallen ist. Das soll sich nicht wiederholen.“

Er habe „die Frage, ob ich noch der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein bin, in den letzten Tagen nicht mehr eindeutig mit Ja beantworten“ können, bekannte Jürgen Klopp: „Ich glaube, dass diese Entscheidung absolut richtig ist, fern von romantischen Gefühlen. Es ist nicht so, dass ich müde wäre. Und es gibt und es gab nie einen Riss zwischen mir und der Mannschaft.“ Dennoch habe es „der Verein verdient, vom 100 Prozent richtigen Trainer trainiert zu werden“.
Erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte

In der Ära Klopp wurde Borussia Dortmund zwei Mal Deutscher Meister (2011 und 2012), gewann 2012 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das „Double“ aus Pokal und Meisterschaft. Außerdem stehen zwei Vizemeisterschaften (2013 und 2014), zwei Endspielteilnahmen (UEFA Champions League 2013, DFB-Pokal 2014) und drei Mal der Gewinn des deutschen Supercups (2008, 2013, 2014) als weitere Erfolge zu Buche. Trotz der sportlichen Delle in der laufenden Saison ist Jürgen Klopp mit einem Punkteschnitt von 1,91 Zählern pro Bundesligapartie der erfolgreichste BVB-Trainer aller Zeiten – vor Ottmar Hitzfeld (1,85) und Matthias Sammer (1,74).

Zu Fragen nach Jürgen Klopps Nachfolger nahmen Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc auf der heutigen Pressekonferenz bewusst keine Stellung: „Das gebietet der Respekt. Wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir es in der gebotenen Kürze verkünden.“

Das könnte Sie interessieren:

Starke Geste: Beide Nationalteams unterstützen „Orange Day“

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen setzt Zeichen .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.