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Schalke-Idol Asamoah: „Es war eine geile Zeit“

S04-Kultfigur im MSPW-Interview für das Fachmagazin „kicker“.

 

Gerald Asamoah, Kultfigur und langjähriger Spieler des Bundesligisten FC Schalke 04, beendet zum Saisonende seine Karriere. Im  MSPW-Interview für das Fachmagazin kicker spricht der 36-jährige gebürtige Ghanaer vor dem letzten Punktspiel seiner Karriere am Samstag ab 13 Uhr gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach (Mondpalast-Arena in Herne) über die  „geile“ Zeit bei den „Königsblauen“ und gibt Einblick in die schönsten und lustigsten Momente seiner fußballerischen Laufbahn.

Warum ziehen Sie gerade jetzt den Schlussstrich, Herr Asamoah?
Ich bin nun mal nicht mehr der Jüngste. (lacht) Die Knochen fangen an, weh zu tun. Ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Für mich stand immer fest: Wenn ich aufhöre, dann auf Schalke. Es ist schön, dass mir der Verein jetzt die Möglichkeit gibt, meinen Wunsch zu erfüllen und ich im November sogar noch ein Abschiedsspiel bestreiten darf.

Welches Gefühl überwiegt beim Blick zurück?
Einerseits bin ich traurig, dass nach einer so langen Zeit mein Weg nun endet. Andererseits überwiegt die Freude über die schöne Zeit. Als ich mit zwölf Jahren aus Ghana nach Deutschland gekommen bin, hatte ich niemals damit gerechnet, Profi-Fußballer zu werden. Ich bin vielen Leuten dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben, im Leistungssport Fuß zu fassen. Dazu gehören vor allem Huub Stevens und Rudi Assauer, die beide immer zu mir gehalten und mich bis heute geprägt haben.

1999 wechselten Sie von Hannover 96 zu Schalke 04. Warum?
Grundsätzlich wollte ich damals in der Nähe von Hannover bleiben, weil ich zu diesem Zeitpunkt meine Familie noch nicht verlassen wollte. Ich bekam unter anderem ein Angebot vom VfL Wolfsburg und hatte sogar schon einen Vorvertrag bei Arminia Bielefeld unterschrieben. Die Art und Weise, wie Stevens und Assauer um mich gekämpft haben und mich unbedingt nach Gelsenkirchen lotsen wollten, hat mich aber überzeugt.

Sie wurden zweimal DFB-Pokalsieger mit Schalke 04, Vize-Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Was war der schönste Moment Ihrer Karriere?
Ich würde mich nicht auf einen Moment festlegen wollen. Dafür habe ich zu viele schöne Augenblicke erlebt. Eine WM-Teilnahme ist immer ein einzigartiges Erlebnis. Nicht nur für uns Spieler, sondern auch für die Fans. Der DFB-Pokalsieg 2001 war aber enorm wichtig. Für uns als Mannschaft und vor allem für den Verein Schalke 04, nachdem uns kurz vorher die Meisterschaft in letzter Sekunde noch aus den Händen gerissen wurde.

Geht Ihnen die so genannte „Vier-Minuten-Meisterschaft“ noch heute durch den Kopf?
Jetzt, wo meine Laufbahn ihr Ende findet, schwelgt man schon noch einmal in Gedanken. Wenn du mehrmals Vizemeister wirst und es nie geschafft hast, die Meisterschale in der Hand zu halten, ist das schon sehr schade. Trotzdem war auch das eine einmalige Erfahrung, die meinen weiteren Werdegang definitiv geprägt hat.

Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Schalke 04 beschreiben?
Schalke ist eine Religion, eine große Familie. Und ich bin ein Teil davon geworden. Ich wusste in diesem Verein zu jeder Zeit, dass alle hinter mir stehen und mein Herz hier hingehört. Die Fans haben mich im Laufe der Jahre in ihr Herz geschlossen. Anders herum ist das genauso der Fall. Im Nachhinein kann ich meine Spielzeiten bei anderen Klubs nur als Ausflüge bezeichnen.

Was war der lustigste Moment in Ihrer Karriere?
Schwer zu sagen. Da ich ohnehin ein sehr lebensfroher Mensch, der gerne viel lacht, gab es viele amüsante Momente. Spontan fällt mir da mein ehemaliger Mitspieler Thorsten Legat (2000 bis 2001, Anm. d. Red.) ein, der in der Kabine ein Entertainer war. Mit ihm wurde es nie langweilig. Aber auch mit Huub Stevens und Rudi Assauer hatte ich immer viel Spaß. Auch wenn die Beiden mich oft geneckt haben. Bis heute verstehe ich nicht, warum mir Rudi den Spitznamen „Blondie“ gegeben hat. Können Sie mir da weiterhelfen? (lacht)

Zwischen 2010 bis 2013 führten Sie ihre „Ausflüge“ zum FC St. Pauli und zu Greuther Fürth. War es richtig, danach noch zwei Jahre in der Schalker U 23 dranzuhängen?
Absolut. Es waren auch für mich sehr lehrreiche Jahre. Ich fand es spannend, den jungen Spielern zu erzählen, wie es im Profi-Bereich abläuft. Viele unterschätzen den Beruf des Fußballers. Ich gebe daher den Jungs mit auf den Weg, dass sie viel investieren müssen, um den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen. Wenn du nicht täglich an dir arbeitest, hast du keine Chance, dich durchzusetzen.

Im letzten Pflichtspiel Ihrer Karriere geht es am Samstag gegen Meister Borussia Mönchengladbach II. Was wird Ihnen durch den Kopf gehen?
Erst einmal muss ich darauf hoffen, dass mich der Trainer einsetzt. Dass wir frühzeitig den Klassenverbleib bereits sicherstellen konnten, erhöht die Chancen, dass ich mit meinen müden Knochen noch einmal spielen darf. (lacht) Es wäre ein schöner Abschluss der vielen Jahre, in denen ich auf Schalke spielen durfte. Es war eine „geile“, unvergleichbare Zeit, die ich niemals vergessen werde. Interview: Christian Knoth/MSPW

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