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Velbert und Pawlak: Die Chemie stimmt

Aufstiegsmannschaft tritt auch in der Regionalliga an.

Mit der richtigen Mischung kennt sich André Pawlak (Foto) aus. Der 44-jährige Trainer des frisch gebackenen Regionalliga West-Aufsteigers SSVg. Velbert ist im Hauptberuf Lehrer für Chemie und Sport in Herten. Damit hat er viel mit seinen Spielern gemeinsam. Denn von Vollprofitum ist der Verein aus der 80.000 Einwohner-Stadt im Bergischen Land noch ein Stück entfernt. „Wir arbeiten semiprofessionell“, umschreibt es Familienvater Pawlak (zwei Kinder). „Alle Spieler gehen einem Beruf nach oder studieren“.

Äußerst „professionell“ war allerdings die Leistung der SSVg. in der abgelaufenen Oberliga Niederrhein-Saison. Mit 80 Punkten und ebenso beachtlichen 100:38 Toren gelang die direkte Rückkehr in die westlichste der fünf Regionalligen. Nachbar und Erzrivale Wuppertaler SV hatte auf Platz zwei schon elf Zähler Rückstand. Das lag vor allem an der großen Konstanz der Pawlak-Elf. Nach einem nicht optimalen Start (drei Punkte aus den ersten drei Partien) blieb die SSVg. zwischenzeitlich 26 Mal hintereinander ungeschlagen.

„Viele Bausteine haben sich problemlos zusammengefügt“, blickt Pawlak auf die Aufstiegssaison zurück. „Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft, dass sie nie locker gelassen hat und immer bestrebt war, die Serie so weit wie möglich auszubauen. Der Vorstand ist nach dem eher schwachen Start ruhig geblieben. In der Winterpause haben wir der Mannschaft mit dem Verzicht auf Neuzugänge gezeigt, dass sie unser volles Vertrauen genießt. Das alles hat eine wichtige Rolle gespielt.“ Gleich im ersten Jahr der Zusammenarbeit zeigte sich: Zwischen Verein, Trainer und Mannschaft stimmt die Chemie.

Für André Pawlak war der Aufstieg mit einem Verein in die Regionalliga West keine Premiere. Mit der SG Wattenscheid 09 war er zweimal in Folge bis in die 4. Liga aufgestiegen und hatte mit dem ehemaligen Bundesligisten in der Saison 2013/2014 den Klassenerhalt geschafft. Genau das will er nun auch mit Velbert erreichen. „Unsere Mannschaft ist dazu absolut in der Lage“, so der Pädagoge optimistisch.

Die Grundlage für den Ligaverbleib will die SSVg. Velbert, die auch vom langjährigen Wuppertaler Präsidenten Friedhelm Runge unterstützt wird, auch mit zusätzlichem Training legen. Statt wie bisher viermal wird künftig fünfmal pro Woche trainiert. „Gerade den physischen Bereich hatte ich damals nach dem Regionalliga-Aufstieg mit Wattenscheid ein wenig unterschätzt“, erinnert sich Pawlak. „Diesen Fehler mache ich nicht erneut. Wir werden uns im athletischen Bereich entsprechend vorbereiten und verbessern.“

Die Erfahrung von Pawlak mit Wattenscheid könnte für die Bergischen, die schon von 2012 bis 2014 viertklassig waren, durchaus zum Trumpf werden: „Wir dürfen nicht den Fehler machen und meinen, dass es genauso weitergeht wie in der Oberliga. Es gilt, über 90 Minuten konzentriert zu bleiben. Im Oberliga-Bereich lassen sich Fehler schon einmal ausbügeln. Regionalligisten bestrafen so etwas sofort. Wir müssen daher den Schalter so schnell wie möglich auf 4. Liga umlegen.“

Auf die Erfahrung von Abwehr-Routinier Dimitrios Pappas (35), der einst mit Rot-Weiß Oberhausen den Durchmarsch von der Oberliga bis in die 2. Liga geschafft hatte, muss Pawlak künftig verzichten. Die SSVg. wollte den Griechen ins Trainerteam einbinden. „Er sieht seine Zukunft aber noch als Spieler“, erklärt Pawlak.

Von den Stammspielern ist Pappas der einzige Abgang. Die Aufstiegsmannschaft bleibt zusammen und wird unter anderem durch Innenverteidiger Tim Winking (21/1. FC Bocholt), Stürmer Diego Rodriguez Diaz (23/SV Meppen) sowie Mittelfeldspieler Berkant Canbulut (23/Rot Weiss Ahlen) und Linksverteidiger Alexander Fagasinski (21/FC Schalke 04 U 23) ergänzt.

Nach dem Abgang von Pappas ist der offensive Mittelfeldspieler Hüzeyfe Dogan der älteste Akteur im Velbert Aufgebot. Der 34-Jährige, der gemeinsam mit Spielern wie Jeffrey Tumanan und Marius Schultens zu den Leistungsträgern zählt, war unter anderem schon für Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga und MKE Ankaragücü in der türkischen Süper Lig (1. Liga) aktiv. Mit 19 Treffern war er in der Oberliga der Top-Torschütze. „Seine Qualität kann auch in der Regionalliga den Unterschied ausmachen“, sagt Pawlak. „Wir müssen jedoch abwarten, wie er die Belastung wegsteckt. Auch er geht schließlich vor dem Training acht Stunden arbeiten und hat Familie. Wir verfügen allerdings auch über Alternativen“, setzt Pawlak auch hier auf die richtige Mischung.

 

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