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Rot-Weiss Essen: Kölmel will „Kohle“

Für „audio-visuelle Rechte“ – Außergerichtliche Einigung empfohlen.

Der frühere „Retter“ und Vermarktungspartner Dr. Michael Kölmel (Foto) aus München hat den West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen vor dem Landgericht auf die Zahlung von exakt 62.475 Euro verklagt. Hintergrund: Kölmel, der einst einen zweistelligen Millionenbetrag in den Klub gepumpt hatte, ist der Meinung, dass ihm nach wie vor 15 Prozent sämtlicher Gelder zustehen, die RWE aus „audio-visuellen Rechten“ (beispielsweise TV-Einnahmen) erzielt. Deshalb klagt Kölmel, dessen Unternehmen „Kinowelt“ einst zahlreiche Traditionsklubs vor dem Aus bewahrt hatte, nun seinen Anteil aus zwei DFB-Pokal-Spielen im Jahr 2011 (6:5 nach Elfmeterschießen gegen den 1. FC Union Berlin und 0:3 gegen Hertha BSC) ein. RWE hatte die Forderung abgelehnt, da die Ansprüche seit der Insolvenz hinfällig seien.

Laut einem Bericht der „NRZ“ ließ Richter Klaus Werner Krüger während der Verhandlung durchblicken, dass er Kölmels Forderungen offenbar keineswegs für komplett ungerechtfertigt hält. Er empfahl deshalb beiden Partien eine außergerichtliche Einigung.

Problem für RWE: Sollte Kölmel im Recht sein, dürften auch für die weiteren inzwischen schon absolvierten DFB-Pokal-Spiele in den Jahren 2012 (0:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Union Berlin) und 2015 (1:3 nach Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf) noch Zahlungen fällig werden. Bei einem möglichen Aufstieg in die 3. Liga (von dem RWE zumindest in dieser Saison allerdings weit entfernt ist) wäre er ebenfalls an den TV-Geldern (pro Saison rund 800.000 Euro) beteiligt.

Immerhin: Mit dem einstigen Millionen-Darlehen von Kölmel müssen sich die Rot-Weissen nicht mehr herumschlagen. Das hatte im Vorfeld des Stadion-Neubaus die Stadt-Tochter GVE abgelöst, um sämtliche Markenrechte an RWE von Kölmel zurückzukaufen (eben bis auf die audio-visuellen Rechte) und damit dem Verein einen Neustart zu ermöglichen. Wenige Monate später musste der Verein trotzdem Insolvenz beantragen und die GVE auf ihre Forderungen als Gläubiger verzichten. Nicht zuletzt durch diese Investition wurde das spätere „Stadion Essen“ für die Stadt deutlich teurer als ursprünglich geplant.

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