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Auch Schalker Reserve spielt „Europapokal“

Teilnahme am Premier League International Cup in England.

Wenn Borussia Mönchengladbach in dieser Saison in der Champions League antritt, schauen Zehntausende im Stadion und Hunderttausende vor den Fernsehgeräten zu. Fast unbemerkt von der großen Öffentlichkeit mischten aber auch die Nachwuchskicker der „Fohlen“ bei einer Art „Europapokal für U 21-Mannschaften“ mit. Der „Premier League International Cup“ befindet sich aktuell in seinem zweiten Jahr. Neben Mönchengladbach nahm mit dem FC Schalke 04 eine weitere deutsche Mannschaft zum zweiten Mal teil.

Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb von der englischen Premier League. Anders als in Deutschland nehmen die Zweitvertretungen nicht am regulären Spielbetrieb teil, sondern bleiben in einer Reserve-Liga „unter sich“. Duelle mit Traditionsvereinen – Mönchengladbach und Schalke bekommen es in der Regionalliga West unter anderem mit Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen zu tun – gibt es für die englischen Nachwuchskicker in der Meisterschaft nicht. „Der Entwicklung tut es durchaus gut, sich regelmäßig auch gegen gestandene Profis behaupten zu müssen“, sagt Schalkes U 23-Trainer Jürgen Luginger (Foto) im Gespräch mit dem kicker.

Um dem zumindest ein Stück entgegen zu wirken, hatte die Premiere League den Wettbewerb zur Saison 2014/2015 eingeführt. Acht englische Mannschaften – die acht Erstplatzierten der Reserve-Liga haben ein Vorrecht – treffen in vier Vierer-Gruppen auf acht von der Premier League eingeladene Teams aus Europa. Das Teilnehmerfeld ist hochkarätig. Manchester City, FC Liverpool, PSV Eindhoven Athletic Bilbao und FC Porto sind nur einige Mannschaften, die in dieser Saison an den Start gehen. Alle Spiele, selbst wenn Bilbao auf Porto trifft, werden auf der „Insel“ ausgetragen.

Titelverteidiger ist Manchester City. Im Premieren-Endspiel hatten „The Citizens“ den FC Porto im eigenen Stadion 1:0 besiegt. Das ist eine weitere Besonderheit des Wettbewerbs: Gespielt wird nicht auf kleinen Sportplätzen oder auf dem Trainingsgelände, sondern in den großen englischen Arenen. In dieser Saison wird es einen neuen Sieger geben. Manchester City schaffte es nicht, die Gruppenphase zu überstehen.

Obwohl sich die Vorrunde, gespielt wird Jeder-gegen-Jeden ohne Rückspiel, erst auf der Zielgeraden befindet, steht schon jetzt fest, dass auch die beiden deutschen Teilnehmer nicht am Viertelfinale teilnehmen. Voraussetzung dafür ist mindestens Rang zwei. Schon im letzten Jahr hatte es weder die Borussia noch die Schalker geschafft, die erste Phase zu überstehen.

Wertvoll ist für Jürgen Luginger vor allem die Erfahrung, die seine Spieler während der England-Trips sammeln. „Die Gelegenheit, sich mit gleichaltrigen Talenten aus ganz Europa messen zu können, bietet sich nicht häufig“, erklärt der 47-jährige Ex-Profi, der neben U 21-Spielern (Stichtag für die aktuelle Spielzeit ist der 1. Januar 1994) auch drei Ältere nominieren durfte. Auf A-Jugendliche verzichteten die Schalker im Gegensatz zu Mönchengladbach. Am sportlichen Ehrgeiz mangelte es nicht. Das beweist zum Beispiel die Rote Karte gegen Schalkes Torwart-Routinier Christian Wetklo beim 1:3 gegen Tottenham Hotspur wegen einer Unbeherrschtheit.

Bei der Organisation durften sich die Schalker und Gladbacher Nachwuchsspieler schon wie ihre Vorbilder aus der Bundesliga fühlen. Einen Tag vor den Partien ging es mit dem Flieger über den Ärmelkanal. Das Abschlusstraining fand auf einem Trainingsplatz der großen Klubs wie Tottenham Hotspur oder Manchester City statt. „Da bekamen sogar einige unserer Jungs noch große Augen“, so Luginger. Zu den England-Reisen gehörten selbstverständlich auch eine Hotel-Übernachtung sowie ein gemeinsames Essen mit dem Gegner nach den sportlichen Duellen.

Die – im wahrsten Sinne des Wortes „englischen Wochen“ – waren für die Mannschaft von Luginger eine Herausforderung, weil die Spieler diese „zusätzlichen Belastungen nicht unbedingt gewöhnt sind. Auf der anderen Seite waren die Partien in den großen Arenen auch Ansporn, um es später noch einmal als gestandener Profi dorthin zu schaffen.“ Die Einladung für die dritte Auflage des „Premier League International Cup“ werden voraussichtlich im März oder April verschickt. Luginger: „Für uns ist der Wettbewerb eine gute Sache.“

Autor: Thomas Ziehn/MSPW

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