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Galopp Mülheim: Mehrere Chancen auf Heimsieg

Trio am Start: William Mongil im Hauptrennen mit Großangriff.

Wenn am Sonntag bei der Saisoneröffnung auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg (sieben Rennen, erster Start um 14 Uhr) zehn Pferde zum „Preis der Volmer Betonwerke“ (8.500 Euro) in die Boxen einrücken, dann sind nicht weniger als vier in Mülheim trainierte Galopper dabei. Allein William Mongil (Foto), einst Spitzenjockey, jetzt Trainer mit Sitz in Mülheim, bietet mit den Stuten Gentleshaw und Sarina sowie dem Wallach Stay Strong drei seiner Schützlinge in dieser 2.000-Meter-Prüfung für vierjährige und ältere Pferde auf. Er ist zuversichtlich, sich ein ordentliches Stück vom Preisgeld-Kuchen abzuschneiden. Aber auch die vierjährige Stute La Coquette aus dem Mülheimer Trainingsquartier von Yasmin Almenräder könnte gleich am ersten von vier in diesem Jahr in Mülheim geplanten Renntagen für einen Heimsieg sorgen.

Besonders spannend für die Wetter: Für acht der zehn gemeldeten Pferde, darunter auch die vier „Mülheimer“, ist es der erste Start überhaupt in diesem Jahr. Deshalb halten sich die Experten mit Vorhersagen auch erst einmal zurück. „Ganz ehrlich: Ich kann nicht sagen, welcher meiner drei Starter die besten Chancen hat. Ich bin selbst gespannt, wie sie sich schlagen“, sagt der 46-jährige Franzose Mongil, der früher selbst viele Jahre lang erfolgreich als Jockey aktiv war: „Alle drei sind aber auf jeden Fall gut vorbereitet. Dass wir im Gegensatz zur Konkurrenz nicht reisen müssen, ist mit Sicherheit kein Nachteil.“

Die bereits siebenjährige Gentleshaw, für die Mongil den erst 16-jährigen Robin Weber (Neuss) als Reiter verpflichtet hat, kommt mit einer Siegform an den Start. Vor einer dreimonatigen Pause hatte sie Mitte Dezember ein hochdotiertes Rennen im französischen Deauville gewonnen. Insgesamt kam die Stute 2015 bei elf Starts auf drei Siege und fünf Platzierungen. „Sie mag keinen allzu weichen Boden“, verrät der Trainer.

Die fünfjährige Stute Sarina und der vierjährige Wallach Stay Strong sind Neuzugänge im Mongil-Stall. Beide absolvieren am Raffelberg ihr erstes Rennen unter neuer Regie, sollen sich für höhere Aufgaben empfehlen. Sarina ist seit August 2015, Stay Strong seit November nicht mehr gelaufen. Äußerst interessant sind die beiden Jockeys, denen William Mongil seine Pferde anvertraut. Daniele Porcu (33/Düsseldorf), der Sarina reiten wird, führt mit neun Siegen in diesem Jahr die bundesweite Jockey-Statistik an. Der Brasilianer Rafael Schistl (27), der mit Stay Strong ins Rennen geht, ist bislang erfolgreich am Krefelder Stall von Mario Hofer engagiert, wechselt nun zu Jung-Trainer Henk Grewe nach Köln.

Yasmin Almenräder gibt sich „vorsichtig optimistisch“

„Vorsichtig optimistisch“ gibt sich Trainerin Yasmin Almenräder (42) mit Blick auf den Start ihrer Stute La Coquette im sportlichen Hauptereignis des ersten Mülheimer Renntages. „Das Rennen ist sehr stark besetzt. Aber wir treten sicher nicht an, um hinterher zu laufen“, sagt Almenräder, die in diesem Jahr schon fünf Sieger gesattelt hat. La Coquette, die eine achtmonatige Pause beendet, gehört dem bekannten Gestüt Hachtsee von Reginald Graf von Norman (Berg) und wird vom 44-jährigen Schotten Ian Ferguson geritten, der ebenfalls in Mülheim wohnt und sich am Raffelberg bestens auskennt.

Als besonders starke Gegner schätzt Yasmin Almenräder den vierjährigen Hengst Le Tiger Still aus dem Stall von Championtrainer Andreas Wöhler (Gütersloh) mit dem aus Panama stammenden Stalljockey Eduardo Pedroza (41) sowie die vierjährige Stute Prairie Pearl, die Waldemar Hickst in Köln für das Gestüt Ittlingen (Werne) von Janet Leve-Ostermann und Möbelkaufmann Manfred Ostermann vorbereitet. Im Sattel sitzt mit dem gebürtigen Österreicher Andreas Suborics (44), der jetzt in Köln zu Hause ist, ein Klasse-Jockey.

Rennerfahrung sammelten in diesem Jahr bereits der fünfjährige Hengst Cassilero (Trainer Karl Demme/Köln) und die vierjährige Stute Miss Sommerroh (Christian Sprengel/Isernhagen). Cassilero, der am Raffelberg vom Belgier Stephen Hellyn (30/Wortegem) geritten wird, bestritt seit Januar sogar schon sechs Rennen, kam dabei zu beachtlichen zwei Siegen und drei Platzierungen. Beim Grasbahn-Debüt in Krefeld belegte Cassilero beim Sieg von Kazzira aus dem Mülheimer Stall von Julia Römich den dritten Platz, war nicht weit geschlagen. Miss Sommerroh absolviert am Sonntag mit „Oldie“ Andreas Helfenbein (48/Köln) ihren dritten Jahresstart, war zuletzt Anfang März in Dortmund allerdings abgeschlagen am Ende des Feldes gelandet.

Erster Deutschland-Starter für Melanie Sauer

Die inzwischen in Hannover tätige Dortmunderin Melanie Sauer hofft auf ein positives Abschneiden ihres fünfjährigen Wallachs Angel Moon mit Filip Minarik (41/Köln) im Sattel. Für Sauer ist Angel Moon der erste Starter überhaupt in Deutschland. Der frühere Championtrainer Markus Klug (Heumar) bringt die sechsjährige Stute Cheruska mit dem jungen Kölner Martin Seidl (22) an den Start.

Im Rahmenprogramm fiebert Lokalmatadorin Yasmin Almenräder vor allem dem Auftritt ihres dreijährigen Hengstes Incroyable mit Ian Ferguson in einem Sieglosen-Rennen um 5.100 Euro entgegen. Incroyable, der 2015 bei zwei Starts die Plätze vier und sieben belegt hatte, besitzt noch eine Nennung für das Deutsche Derby. „Wir werden am Sonntag eine erste Tendenz sehen, wohin der Weg führen könnte. Um wirklich für das Derby in Frage zu kommen, muss er sich steigern“, sagt die Trainerin.

Almenräders dritte Hoffnung am Raffelberg ist die vierjährige Stute Siempre Felice, die ebenfalls mit Ian Ferguson in einer Meilenprüfung für sieglose Pferde (3.400 Euro) startet. „Ich wäre schon sehr zufrieden, wenn alle drei ins Geld laufen“, gibt sich Yasmin Almenräder, die nach aktuellem Stand exakt 50 Volltreffer als Trainerin auf ihrem Konto hat, vorab recht zurückhaltend optimistisch.

 

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