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Wuppertal: Interview mit Ex-Profi Manuel Bölstler

33-jähriger Sportdirektor will den WSV in der Regionalliga etablieren.

Gemeinsam mit Trainer Stefan Vollmerhausen (43) gilt er beim Traditionsverein Wuppertaler SV als „Aufstiegsmacher“: Ex-Profi Manuel Bölstler (33/Foto) ist bei den Bergischen seit Sommer 2015 Sportdirektor. In dieser Saison will er den ehemaligen Bundesligisten in der Regionalliga West etablieren.

Nach vier Partien ist der WSV noch ungeschlagen. Ein Sieg sowie drei Unentschieden, darunter ein spektakuläres 3:3 gegen Viktoria Köln sowie ein 0:0 gegen Rot-Weiss Essen, stehen zu Buche. Zufrieden? Definitiv. Wir sind gegen vier schwere Gegner gut durchgekommen. Trotzdem möchte ich das mit Blick auf die gesamte Saison nicht überbewerten. Erst nach acht bis zehn Spieltagen werden wir ziemlich genau wissen, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen.

Wo sehen Sie Luft nach oben? Mit sechs Gegentreffern können wir nicht zufrieden sein. Es kommt darauf an, Torchancen noch konsequenter zu verhindern. Daran arbeiten wir. Auf der anderen Seite haben wir in jedem Spiel unsere Möglichkeiten. Das ist positiv.

Sind die Kaderplanungen abgeschlossen? Geplant ist nichts. Mit unserem Etat haben wir eine Mannschaft auf die Beine gestellt, mit der wir absolut zufrieden sind. Ich sage aber niemals nie. Sollte sich noch einmal eine interessante Gelegenheit ergeben, sind wir in der Lage, zu reagieren.

Hat sich die Wahrnehmung des WSV seit dem Viertliga-Aufstieg verändert? Wenn man sieht, dass gegen Köln fast 6.000 und gegen Essen über 11.000 Zuschauer im Stadion waren, merkt man, was in Wuppertal möglich ist. Es ist uns gelungen, schon in der Oberliga eine neue Euphorie zu entfachen. Dank der positiven Ergebnisse haben wir den Schwung mitgenommen. Allerdings wissen wir, dass dies nur ein Moment ist. Es werden in dieser Saison sicher auch andere Zeiten kommen. Ich hoffe, dass die Unterstützung bleibt, dann nicht nur schwarz und weiß gesehen wird.

In der Sommerpause hatte der Verein schon die Trennung von Ihnen gemeldet. Wie kam es dazu? Ein komplexes Thema. Ich hatte in der letzten Saison so gut wie ehrenamtlich gearbeitet, musste dann schauen, dass ich von meinem Job leben kann. Es war alles besprochen, nur die Unterschrift fehlte unter dem Vertrag. Dann kam es jedoch zu einigen Missverständnissen. Viele Leute haben sich aber für mich stark gemacht. Das liegt nun zurück. Mein Blick geht nach vorne.

Im Niederrheinpokal-Finale bei Rot-Weiss Essen (0:3) standen Sie völlig überraschend in der Startelf. Wird man Sie noch einmal auf dem Rasen sehen? Meine Zeit ist definitiv vorbei. Vor dem Pokalspiel waren uns mit Lukas Fedler und Danijel Gataric zwei Routiniers weggebrochen. Wir hatten so gut wie keine Erfahrung auf dem Feld. Deshalb hat mich die Mannschaft gebeten, ihr zu helfen. An dem Tag war für uns gegen RWE aber nichts zu machen.

Nächster Gegner ist am Samstag Ihr Ex-Klub Rot Weiss Ahlen. Wie schätzen Sie RWA ein? Der Hype nach den zwei Auftaktsiegen ist durch die beiden Niederlagen zuletzt zwar etwas abgeflaut. Ahlen hat jedoch gezeigt, dass die Mannschaft jederzeit für Überraschungen gut ist. Wir treten zu Hause an, wollen dort eine Macht bleiben.

Was sind Ihre Visionen mit dem WSV? In dieser Saison geht es darum, den Klub in der neuen Liga zu etablieren. Stefan Vollmerhausen und ich sind Typen, die immer nach dem Maximum streben und uns ständig weiterentwickeln wollen. Wie das aussehen kann, wird sich zeigen. Perspektivisch müssen wir schauen, was vor allem wirtschaftlich möglich ist. Aktuell bewegen wir uns mit unserem Etat im unteren Drittel.

 

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