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Münsters Möhlmann: „Trainer ein Traumberuf“

62-jähriger Fußball-Lehrer hat seine Arbeit beim Traditionsverein aufgenommen.

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Preußen Münsters neuer Trainer Benno Möhlmann (auf dem Foto in der Mitte neben Präsident Christoph Strässer und Vorstandsmitglied Walther Seinsch/rechts) nahm am Dienstag seine Arbeit beim Drittligisten auf. Der 62-Jährige, der die Nachfolge von Horst Steffen angetreten hat, soll den ehemaligen Bundesligisten vor dem Abstieg drohenden bewahren. Möhlmann kennt sich in Münster gut aus. Zwischen 1972 und 1978 absolvierte er selbst 150 Ligaeinsätze für den Traditionsverein.

Seinen Einstand bei seinem neuen Klub gibt Möhlmann am kommenden Samstag (ab 14 Uhr) mit dem Gastspiel beim Aufsteiger Sportfreunde Lotte. Aktuell rangiert Münster auf Rang 18, einen Punkt hinter einem Nichtabstiegsplatz.

Ihr letztes Spiel für Münster liegt fast 40 Jahre zurück. Wie intensiv haben Sie den SCP seitdem verfolgt, Herr Möhlmann?

Möhlmann: „Ich war nicht die ganze Zeit abstinent (lacht). Regelmäßig war ich als Beobachter zu Gast im Preußenstadion. Gerade den SCP habe ich über all die Jahre nie aus den Augen verloren. Schließlich habe ich als Spieler in Münster die Basis für meine spätere Karriere gelegt. So etwas vergisst man nicht.“

Wie kam der Kontakt zum SC Preußen zustande?

Möhlmann: „Nach der Trennung von Horst Steffen hat mich Geschäftsführer Carsten Gockel angerufen. Mein Interesse war vom ersten Moment an geweckt. Ich wusste von Beginn an, dass beim SC Preußen auch in der Führungsetage einiges in Bewegung war. Bei persönlichen Gesprächen sind wir uns dann schnell einig geworden.“

Münster ist Ihre erste Station in der 3. Liga. Wie haben Sie die Spielklasse bisher wahrgenommen?

Möhlmann: „Die 3. Liga hat über die Jahre immer mehr die Bindung zur 2. Liga gefunden. Viele Aufsteiger waren sogar in der Lage, nach dem Sprung in Liga zwei gleich eine ganz gute Rolle zu spielen. Ich finde, dass sich die eingleisige 3. Liga bewährt hat. Nicht zuletzt die vielen Traditionsvereine machen sie interessant. Das Medieninteresse ist immer mehr gestiegen. Sportlich ist die Liga kaum berechenbar.“

Der SC Preußen steckt im Abstiegskampf. Sie haben solche Situationen schon einige Male erlebt. Was ist entscheidend, um unten herauszukommen?

Möhlmann: „Die Basis ist Stabilität auf allen Ebenen. Der Führungswechsel hat an der Spitze dafür gesorgt – außerdem gibt es jetzt eine Aufbruchstimmung im Verein. Jetzt gilt es, das auch auf die Mannschaft zu übertragen. Das geht nur über Gemeinschaft und Zusammenhalt.“

Was ist mit den „Adlerträgern“ mittel- und langfristig möglich, wenn der Klassenverbleib gelingt?

Möhlmann: „Unser Fokus liegt erst einmal nur auf dem Klassenerhalt. Die neuen Funktionäre wie Walther Seinsch und Christoph Metzelder wollen – wie ich – anpacken und durchstarten. Ich bin überzeugt, dass der Verein in den nächsten Jahren eine Liga höher anklopfen wird.“

Wie gelingt es Ihnen, sich schnell auf eine für Sie neue Mannschaft einzustellen?

Möhlmann: „Während der ersten zwei Wochen werde ich viel beobachten. Das erste Spiel betrachte ich daher immer nur als Zwischenstation. Ich denke, dass ich recht schnell erkenne, zu welchen Leistungen eine Mannschaft in der Lage ist und wie sie erfolgreich sein kann. Ganz klar: Mit dem Selbstvertrauen ist es aktuell nicht unbedingt zum Besten bestellt. Neues Selbstbewusstsein holt man sich am ehesten über gelungene Aktionen im Training oder im Spiel. Das ist ein Prozess, es geht nicht von heute auf morgen.“

Was können die Spieler von Ihnen erwarten?

Möhlmann: „Während meiner gesamten Karriere, egal ob als Trainer oder Spieler, stand der Teamgedanke immer an erster Stelle. An extremer Individualität habe ich keinen Spaß. Dennoch lasse ich dem Einzelnen in einer funktionierenden Mannschaft auch noch genügend Raum, um sich zu entfalten.“

Was erwarten Sie im Gegenzug von Ihren Spielern?

Möhlmann: „Ich gebe als Trainer selbstverständlich einiges vor. Die Spieler sollen sich darauf einlassen und auch damit identifizieren.“

Sie haben über 1.000 Spiele als Trainer und Spieler in der 1. und 2. Bundesliga bestritten. Was treibt Sie an?

Möhlmann: „Nach wie vor habe ich großen Spaß daran, mit jungen Leuten zu arbeiten. Noch mehr Spaß habe ich, wenn sie dann auch annehmen, was ich sage (lacht). Am meisten Freude bereitet mir daher die tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz.“

Ist Fußballtrainer für Sie ein Traumberuf?

Möhlmann: „Er ist es geworden. Als Profi hatte ich nicht unbedingt vor, mich an die Seitenlinie zu stellen. Beim Hamburger SV war ich dann gleichzeitig Co- und U 23-Trainer. Danach stand fest, dass ich als Trainer weitermachen wollte.“

Foto-Quelle: Sanders/SC Preußen Münster.

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