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Siebtligist Hombruch: Erstklassiger Nachwuchs

23-jähriger Trainer Tobias Nubbemeyer schon im Visier von Profiklubs.tobias-nubbemeyer-01
In Deutschlands Fußball-Ligen gibt es sie häufig: Die kleinen „gallischen Dörfer“, die versuchen, sich gegen schier übermächtige Konkurrenten zu behaupten. In der Staffel West der B-Junioren-Bundesliga ist das „Dorf“ besonders klein und die Gegner sind besonders mächtig. Der Hombrucher SV, dessen erste Mannschaft gerade einmal in der Landesliga (siebthöchste Spielklasse) den Start geht, misst sich in einer Liga mit Champions League-Teilnehmern wie Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach.

„Häuptling“ – Verzeihung – Trainer der Hombrucher U 17 ist der gerade einmal 23-jährige Tobias Nubbemeyer (Foto). Unter der Regie des Youngsters, der Deutsch und Sport auf Lehramt studiert, holte der HSV 16 Punkte aus seinen ersten 14 Bundesliga-Begegnungen und darf sich in seiner Premierensaison in der deutschen B-Junioren-Eliteklasse berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.

Eine noch bessere Ausgangsposition verhinderten zuletzt vier Niederlagen in Folge. Unter anderem gingen die Duelle mit den direkten und aktuell punktgleichen Konkurrenten FC Viktoria Köln (1:2) und Rot-Weiss Essen (0:3) – die ersten Mannschaften beider Klubs sind in der viertklassigen Regionalliga West zu Hause – verloren. „Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir uns nach 14 Partien im zweistelligen Punktebereich bewegen, hätte ich das wohl blind unterschrieben“, so Nubbemeyer im Gespräch mit dem Fachmagazin kicker und MSPW. „Die Gegenwart sieht aber nun einmal so aus, dass wir viermal in Folge verloren haben. Ein Problem ist, dass wir vorne zu ineffektiv sind. Meine Jungs wissen auch, dass wir erst acht Tore auf dem Konto haben. In den letzten vier Spielen sind wir immer in Rückstand geraten. Es ist ganz normal, dass es da im Kopf zu rattern beginnt.“

Trotz der recht harmlosen Offensive gelangen Hombruch bereits beachtliche Ergebnisse. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte das 1:0 in letzter Minute beim aktuellen Deutschen Meister Bayer 04 Leverkusen am 3. Spieltag. „Ich muss gestehen, dass ich zum allerersten Mal überhaupt in meiner knapp siebenjährigen Trainerlaufbahn nach einem Tor zum Jubeln auf den Platz gelaufen bin“, erinnert sich Nubbemeyer, dessen Eltern beide im Justizwesen tätig sind, noch genau. „Eine Stunde nach dem Abpfiff war ich aber mit meinen Gedanken schon wieder beim nächsten Spiel in Duisburg.“ Die Begegnung beim MSV endete 0:0. Damit standen für Hombruch sieben Zähler nach den ersten vier Begegnungen zu Buche.

Sieben Jahre Trainererfahrung im Alter von erst 23 Jahren? Nubbemeyer erklärt, wie es dazu kam: „Mit 16 Jahren habe ich in Münster beim 1. FC Gievenbeck in der U 17 gespielt. Der damalige Abteilungsleiter Fußball bot mir an, die U 12 zu übernehmen. Schon nach den ersten Einheiten hat es mich gepackt. Danach war ich Spieler und habe parallel immer eine Mannschaft trainiert. Später wollte ich es beim VfL Osnabrück in der zweiten Mannschaft noch einmal wissen. Wie hoch würde ich als Spieler kommen? Eine Schambeinentzündung hat mich ausgebremst. Mein Herz schlug aber ohnehin schon mehr als Trainer. Benjamin Seifert hat mich dann zum Hombrucher SV geholt. In der letzten Saison haben wir die U 17 gemeinsam betreut. Seit seinem Wechsel zum VfL Bochum im Sommer bin ich alleine verantwortlich.“

Die A-Lizenz hat Nubbemeyer bereits in der Tasche. Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer an wäre der nächste Schritt. „Dafür muss ich allerdings erst einmal ein Jahr in der B-Junioren-Bundesliga als Trainer tätig sein“, schränkt der Blondschopf ein. „Mein Ziel ist es, mich so früh wie möglich für den Fußball-Lehrer zu bewerben und dann zu hoffen, dass es klappt.“

Praxiserfahrung sammelte Nubbemeyer, dessen Leistungen mit Hombruch nicht unverborgen geblieben sind und ihn auf so manchen Notizzettel gebracht haben, auch während zwei Praktika bei den Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim und FC Augsburg. „Mittelfristig möchte ich in einem ambitionierten Nachwuchsleitungszentrum als U 19- oder U 17-Trainer arbeiten. Für den Schritt in den Seniorenbereich will ich mir Zeit lassen. Dafür muss alles passen“, stellt Nubbemeyer klar.

Nächster Gegner des Hombrucher SV ist am Sonntag (ab 11 Uhr) Borussia Mönchengladbach. Das Hinspiel endete 0:3 – und war ein Schlüsselerlebnis. „Gegen die Borussia sind wir ins offene Messer gelaufen und waren außerdem nicht ausreichend diszipliniert. Die Mannschaft hat gemerkt, dass die Gefahr einer hohen Niederlage immer präsent ist, wenn man nur einen Schritt weniger macht. Das Gladbach-Spiel prägt uns bis jetzt“, meint Nubbemeyer, der mit seiner Mannschaft nach den Spielen in Regel Pizza essen geht – keine Wildschweine.

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