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Galopp: Schlimme Krise – Reform soll kommen

Auch Bremen und Frankfurt vor Aus – 2.640 Euro pro Renntag für TV-Bilder.
Nach übereinstimmenden Informationen von MSPW und des Branchendienstes „Turf-Times“ müssen die deutschen Galopprennvereine im kommenden Jahr die Kosten der TV-Übertragungen der einzelnen Renntage wieder selbst tragen. Bei der Sitzung der BGG (Betriebsgesellschaft Galopp), dem Zusammenschluss der Rennvereine, wurde am Mittwoch in Köln mitgeteilt, dass pro Renntag 2.640 Euro fällig werden. Bisher hatte der Vermarkter und Wettvermittler „German Tote“ diese Kosten übernommen, zuletzt allerdings ein Defizit von rund 400.000 Euro verzeichnet. Ein Unternehmen, das ab 2017 die Übertragungen sicherstellen soll, wurde bereits gefunden und vorgestellt.

Für das Jahr 2017 wurde außerdem eine tiefgreifende Strukturreform angekündigt, die zentral von einem Manager begleitet werden soll. Laut „Turf-Times“ stehen unter anderem neue Zusammenschlüsse und die Einstellung von hauptamtlichen Kräften für das Marketing und die Durchführung der Rennen zur Debatte. Auf der Mitgliederversammlung des Galopper-Direktoriums am 25. Januar 2017 sollen konkretere Pläne vorgestellt werden.

Wie tief der Rennsport in der Krise steckt, wurde in dieser Woche mehr als deutlich. In Neuss lehnte die Stadt ein Zukunftskonzept des Rennvereins ab, will den Pachtvertrag offenbar nicht mehr verlängern (MSPW berichtete). In Bremen sprach laut einem Bericht der „Kreiszeitung“ die Hansestadt bereits die Kündigung zum Ende des Jahres 2018 aus, will „wegen mangelnder Zukunftsprespektive“ auf der Rennbahn Wohnungen errichten. Außerdem hatte in Frankfurt die Räumungsklage der Stadt gegen den Galopprennverein nun doch Erfolg. Auf dem Gelände wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine künftige Akademie errichten.

Dazu schreibt die „Frankfurter Neue Presse“: „Die Stadt hat nach eigener Darstellung mit diesem Urteil die Möglichkeit, die Zwangsvollstreckung einzuleiten und den Abriss der Tribüne zu veranlassen. Die Kommune hatte das Grundstück für 6,8 Millionen Euro in Erbpacht an den DFB übertragen. Eigentlich sollte das Gelände zum 1. Januar 2017 übergeben werden. Aber der Renn-Klub wehrte sich und pochte auf seinen ursprünglich bis 2024 laufenden Nutzungsvertrag.“

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2 Kommentare

  1. Der Trabrennsport geht immer weiter runter, wir kleinen Besitzer kämpfen und nun ist der Galopprennsport und damit die Zukunft der Trainer auch in Gefahr. Wenn Neuss zumacht, bleibt nicht mehr ganz so viel Auswahl, und überall sollen Wohnungen errichtet werden. Wo soll das hinführen???

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