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RWE-Kapitän Baier: „Ganz abschalten geht nicht“

Erfahrener Mittelfeldspieler zieht im MSPW-Interview Zwischenbilanz.baier-benjamin
Benjamin Baier (28), Kapitän des West-Regionalligisten Rot-Weiss Essen, stammt aus einer fußballverrückten Familie. Bruder Daniel (32) spielt in der Bundesliga für den FC Augsburg. Vater Jürgen (58) ist Trainer und stand unter anderem schon beim SV Viktoria Aschaffenburg sowie im Nachwuchsbereich bei Kickers Offenbach an der Seitenlinie. Benjamin Baier will mit dem Traditionsverein von der Hafenstraße am liebsten so schnell wie möglich nach oben. Zur Winterpause steht Rang vier zu Buche – der Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach U 23 beträgt allerdings schon zwölf Zähler.

Im aktuellen MSPW-Interview spricht Benjamin Baier mit unserem Redakteur Thomas Ziehn über die aktuelle Situation beim Deutschen Meister von 1955, die besondere Motivation der Gegner von RWE und die Festtage.

MSPW: Ist bei Ihnen der Ärger über die 1:2-Niederlage zum Jahresabschluss bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf und das Ende der Serie von zehn Partien ohne Niederlage- ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres – verraucht, Herr Baier?

Benjamin Baier: Die Enttäuschung war schon groß. Wir wollten uns unbedingt mit einem Dreier in die Pause verabschieden. Damit hätten wir auch nach oben wieder etwas Boden gutgemacht. Das 1:2 hat daher für Frust gesorgt.

MSPW: Was hätte anders laufen müssen?

Baier: Gerade in der ersten Halbzeit haben wir nie richtig ins Spiel gefunden. Hinzu kamen viele Fehler. Zum Beispiel haben wir bei beiden Gegentreffern – jeweils nach einer Standardsituation – geschlafen. Das war uns zuvor in dieser Saison noch nicht passiert. In der Offensive kam der letzte Pass nicht an.

MSPW: Wie fällt Ihr Zwischenfazit zur Winterpause aus?

Baier: Der Saisonstart verlief recht positiv. Dann gab es jedoch eine schwere Phase, in der wir unter anderem viermal hintereinander ohne Torerfolg blieben. Wir haben uns jedoch gefangen und sind in kleinen Schritten stabiler geworden. Wir wissen, dass auch während unserer Serie nicht alles Gold war. Zwei bis drei Unentschieden waren sicher zu viel dabei.

MSPW: Was ist in dieser Saison noch drin für RWE?

Baier: Es bringt jetzt nichts, mittelfristige Marschrouten herauszugeben. Wir tun gut daran, uns zunächst auf die Vorbereitung zu konzentrieren. Die Restrunde beginnt mit dem Duell beim Tabellenzweiten Viktoria Köln. Da wollen wir gleich drei Punkte einfahren. Wir stehen zwar auf Rang vier wesentlich besser da als noch in der Vorsaison. Trotzdem ist uns bewusst, dass der Rückstand von zwölf Punkten groß ist. Wir hätten das uns auch anders gewünscht.

MSPW: Sie spielen seit 2014 für Rot-Weiss. Was macht den Verein für Sie aus?

Baier: Alle zwei Wochen pilgern 6000 bis 7000 Fans an die Hafenstraße – manchmal noch mehr. Das gibt es in der Regionalliga nicht häufig. Die Fans stecken viel Herzblut in den Verein, sind sehr emotional. Das Publikum macht einen Teil des Reizes aus, die Motivation des Gegners einen anderen. Jede Mannschaft, die gegen RWE spielt, ist besonders motiviert. Für mich ist das Antrieb, es ihnen zu zeigen.

MSPW: Der Klub hatte die Aktion „Hoch3“ gestartet, um bis 2019 in die 3. Liga aufzusteigen. Wird das klappen?

Baier: Wenn ich das wüsste. (lacht) Der Wunsch ist da – bei den Fans, den Verantwortlichen und der Mannschaft. Wir als Team werden alles versuchen, den Plan umzusetzen. Die Regionalliga ist allerdings nicht planbar. Das gilt vor allem für die West-Staffel mit ihrer in der Regel recht ausgeglichenen Spitzengruppe. Wichtig ist, dass man in Ruhe arbeiten und etwas entwickeln kann. Ich möchte dabei mit anpacken. Sonst hätte ich meinen Vertrag nicht bis 2018 verlängert. Ich glaube, dass es kaum etwas Besseres geben kann, als mit RWE aufzusteigen. Die Stimmung würde ich gerne erleben.

MSPW: Wie verbringen Sie die Festtage?

Baier: Wir sind in Augsburg bei meinem Bruder Daniel. Dass die gesamte Familie zusammenkommt, ist während der Saison kaum möglich. Deshalb freuen wir uns sehr darauf. Über Fußball wird aber auch dann gesprochen. Ganz abschalten kannst du als Profi ohnehin nicht.

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