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Ahlens Kirschstein: „Kannte Zeugwart Erbse noch“

36-jähriger Torhüter und Ex-Profi soll im Regionalliga-Abstiegskampf helfen.


Torhüter Sascha Kirschstein (Foto) war auf der großen Fußballbühne zu Hause. Der 36-Jährige, der beim West-Regionalligisten Rot Weiss Ahlen einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben hat, hütete unter anderem von 2004 bis 2009 für den Hamburger SV in 33 Erstligaspielen sowie in drei Champions League-Partien das Tor. In Ahlen ist Kirschstein kein Unbekannter, er bestritt bereits in der Saison 2009/2010 für den damaligen Zweitligisten 35 Partien. Jetzt will der fast zwei Meter große gebürtige Braunschweiger mit Ahlen den Klassenverbleib schaffen. Die Mission ist heikel: Mit nur zwölf Zählern belegen die Ahlener Platz 17. Der Abstand auf die sicheren Nichtabstiegsränge beträgt neun Punkte.

FUSSBALL.DE: Was waren die Gründe für Ihre Rückkehr nach Ahlen, Herr Kirschstein?
Sascha Kirschstein: Ich will einfach wieder spielen! Bei Rot Weiss Ahlen durfte ich mich seit ein paar Wochen fit halten. Ich war froh, dass mir der Verein die Möglichkeit dazu gegeben hat. Es ist deutlich besser, einen Torwarttrainer zu haben, als allein seine Runden zu drehen. Mit Joachim Krug, dem Sportlicher Leiter in Ahlen, habe ich mich dann über einen Vertrag bis zum Saisonende unterhalten. Zwar gab es auch ein Angebot von Südwest-Regionalligist SV Eintracht Trier sowie eines aus der Regionalliga Bayern vom VfR Garching und eines von einem japanischen Zweitligisten. Aber die nur rund 40 Kilometer Entfernung zu meinem Wohnort Bergkamen, wo ich mit meiner Frau Daniela und meiner vierjährigen Tochter Mya-Angel wohne, hat den Ausschlag für Ahlen gegeben.

FUSSBALL.DE: In Ahlen haben Sie die „1“ auf dem Rücken. Der frühere Stammtorwart Jonathan Mellwig hat seinen Vertrag zum 1. Januar aufgelöst. Es stehen mit Ihnen und Azmir Alisic noch zwei Torhüter unter Vertrag. Ist Ihnen der Startelfplatz sicher?
Kirschstein: Das sicher nicht, aber ich brenne auf Einsätze. Im Laufe der Vorbereitung will ich mich zeigen und mir den Stammplatz sichern.

FUSSBALL.DE: Ahlen steht mit zwölf Punkten auf Tabellenplatz 17. Wie optimistisch sind Sie, dass der Klassenverbleib dennoch gelingen kann?
Kirschstein: Entscheidend werden die ersten drei Partien sein, die allesamt im heimischen Wersestadion stattfinden. Wenn wir mindestens fünf bis sieben Punkte holen, sind wir wieder mitten im Geschäft.

FUSSBALL.DE: Wie geht es nach dem Saisonende für Sie weiter?
Kirschstein: Ich konzentriere mich ausschließlich auf das Projekt Klassenverbleib mit Ahlen. Alles Weitere wird sich zeigen.

FUSSBALL.DE: In der Saison 2009/2010 standen Sie in Ahlen in der 2. Bundesliga im Tor. Sind noch bekannte Gesichter da?
Kirschstein: Nur an den Zeugwart Klaus „Erbse“ Gerbsch konnte ich mich noch erinnern. Es hat sich einiges verändert, die Geschäftsstelle wurde zum Beispiel verkleinert. Besonders gefreut hat sich der Ahlener Gastronom Bayram Senlik über meine Rückkehr. Ich war schon während meiner ersten Zeit bei RWA in seinem Restaurant am Ahlener Markt oft zu Gast. Über all die Jahre hat sich eine Freundschaft entwickelt. Jetzt können wir uns wieder häufiger sehen.

FUSSBALL.DE: Sie haben 160 Erst- und Zweitligapartien bestritten und waren auch in der Champions League am Ball. Wie schwierig ist es, sich für Kampf um den Verbleib in der 4. Liga zu motivieren?
Kirschstein: Das ist überhaupt kein Problem. Mir ist seit Sommer zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen, ich wollte unbedingt wieder zupacken. Die Aufgabe in Ahlen reizt mich.

FUSSBALL.DE: In der Regionalliga treten Sie auch bei Ihrem Ex-Verein Rot-Weiss Essen an. Wird es für Sie ein besonderes Spiel?
Kirschstein: Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf die Partie an der Hafenstraße. Mit dem Essener Stürmer Frank Löning habe ich in der Saison 2014/2015 zusammen beim FC Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga gespielt, das Duell reizt mich besonders. Außerdem haben mich viele RWE-Fans vor meiner Unterschrift in Ahlen angeschrieben und wollten mich von einem Wechsel nach Essen überzeugen. Das war für mich aber kein Thema. Nach Essen bestand kein Kontakt.

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