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Galopp Dortmund: Häuser statt Trainingsquartiere

Rennverein beschließt Teilverkauf des Geländes, um sich zu entschulden.

Der Dortmunder Galopprennverein hat bei seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung den Verkauf einer mehr als 30.000 Quadratmeter großen Fläche beschlossen. Sie soll zur Wohnbebauung zur Verfügung stehen. Ziel des Verkaufs ist es nach Aussage von Rennvereins-Präsident Andreas Tiedtke (Foto), „den Rennverein zu entschulden, dauerhafte Einnahmen zu erzielen und somit die Galopprennbahn Wambel einschließlich der denkmalgeschützten Anlage für den Rennsport und die Stadt Dortmund zu erhalten.“

Der Rennverein ist seit Jahren mit mehr als drei Millionen Euro verschuldet. Der geplante Verkauf soll rund sechs Millionen Euro einbringen. Davon sollen rund 1,5 Millionen Euro nachhaltig in die Anlage investiert werden, so Tiedtke. Man habe das Vorhaben schon längere Zeit in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Stadt diskutiert und die Grundlagen für einen Bebauungsplan gelegt.

Trainingsbetrieb rechnet sich nicht mehr

Die zum Verkauf stehende Fläche ist der Bereich, der entlang des Rennweges die alten Trainingsställe umfasst. Zurzeit stehen nach Angaben des Rennvereins in den mehr als 300 Boxen nur noch 30 Pferde von sechs verschiedenen Trainern. „In Zukunft wird es keinen Trainingsbetrieb und Pferdehaltung in Wambel mehr geben“, so Tiedtke. „Die laufenden Kosten für den Unterhalt übersteigen die Einnahmen leider deutlich.“

Neben der fehlenden wirtschaftlichen Grundlage würde sich ein Trainingsbetrieb aus immissionsschutzrechtlicher Sicht auch negativ auf das Bauprojekt auswirken. Es wäre nur ein deutlich geringerer Verkaufspreis zu erzielen mit der Folge, dass „wir bereits ab dem ersten Tag den Trainingsbetrieb wieder subventionieren müssten und die dringend nötigen Investitionen nicht mehr möglich sind“, erläutert der Dortmunder Rennvereinspräsident den harten Schnitt. Die Pferdehaltung habe heute andere Anforderungen als vor 100 Jahren.

Nachhaltige Konzepte gefordert

„Im Rennsport vollzieht sich seit Jahren ein Strukturwandel, den eine Rennbahn nur mit neuen, nachhaltigen Konzepten weiter bestehen lässt“, sagt Andreas Tiedtke. Dazu zählt der Präsident den Umbau der mittleren Tribüne zu einer barrierefreien Veranstaltungsfläche mit Aufzug, neuem Dach, moderner Technik und vor allem zeitgemäßen Sanitäranlagen.

Auch in die Sandbahn könne investiert werden und sie durch Faserbeimischung zu einem besseren Geläuf machen. Allerdings müssten die Investitionen schon vom gesamten Galoppsport mitgetragen werden, betonte Tiedtke. „Es kann nur im Rahmen eines Konzepts für den Rennbetrieb in Zukunft weiter diskutiert werden. Denn derzeit subventioniert der Dortmunder Rennverein die Winterrennen erheblich.“

Die außerordentliche Mitgliederversammlung entschied sich nach umfassender, zum Teil emotionaler, aber stets sachbezogener Diskussion mehrheitlich für den Verkauf der Fläche. Der Rennvereinsvorstand hatte sich im Vorfeld entschlossen, die Mitglieder aktiv in die Entscheidung mit einzubeziehen, obwohl dies laut Satzung nicht nötig gewesen wäre.

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