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Alemannia Aachen: Lösung schon in Sicht?

MSPW-Exklusivstory im kicker zur erneuten Insolvenz des Traditionsklubs.


Für den finanziell arg angeschlagenen Traditionsverein Alemannia Aachen, der vor wenigen Tagen zum zweiten Mal nach Ende 2012 „wegen drohender Zahlungsunfähigkeit“ einen Insolvenzantrag stellen musste, könnte die Lösung der wirtschaftlichen Probleme ausgerechnet im ersten Insolvenzverfahren (bis Januar 2014) zu suchen sein. Während der Klub nämlich aktuell durch eine Deckungslücke in Höhe von rund 500.000 Euro zum Einreichen des Insolvenzantrags gezwungen wurde, ruht ein noch höherer sechsstelliger Betrag aus der ersten Insolvenz auf einem Notar-Anderkonto – und könnte nun zur Rettung für die Schwarz-Gelben werden. Außerdem wurde jetzt bekannt, dass Aachen mit einem Punktabzug von neun Zählern belegt wurde.

Das bestätigte Stefan Grädler (Foto), früherer Trainer und Sportlicher Leiter bei Preußen Münster, Rot Weiss Ahlen und SV Rödinghausen, gegenüber der Sportpresse-Agentur MSPW und dem Fachmagazin „kicker„. Der 53-jährige Fußball-Lehrer ist seit einigen Monaten für die im münsterländischen Greven ansässige Unternehmensberatung „EmsVechte Profisport“ tätig, die unter anderem auch Fußballklubs in wirtschaftlichen Fragen berät und unterstützt, darunter Aachens Ligakonkurrenten Rot-Weiß Oberhausen.

Hintergrund: Unter anderem zur Abwicklung des ersten Insolvenzverfahrens war die „Alemannia Aachen Zweckgesellschaft“ gegründet worden, die die angemeldeten Forderungen der Gläubiger in Höhe der ermittelten Sanierungsquote erfüllen sollte. Vor dem Abschluss des Insolvenzverfahrens wurden dann auch insgesamt rund 550.000 Euro an die Gläubiger ausgeschüttet, die zuvor dem Sanierungsplan des damaligen Insolvenzverwalters Prof. Dr. Rolf-Dieter Mönning und seinem Mitstreiter Michael Mönig zugestimmt hatten. Damit war die Alemannia schuldenfrei.

Weitere Gelder in Höhe von deutlich mehr als 500.000 Euro verblieben jedoch auf dem Konto der Zweckgesellschaft, um mögliche weitere Forderungen befriedigen oder eventuell später auch noch eine zweite Quote an die Gläubiger ausschütten zu können. Dazu kam es aber bislang nicht, so dass die Summe nach wie vor zur Verfügung stünde, sofern die Gläubiger aus dem ersten Verfahren ihre Zustimmung geben.

Geschäftsführer der „Alemannia Aachen Zweckgesellschaft“ ist Marcus Oshege, der ebenfalls bei der „EmsVechte“-Unternehmensgruppe beschäftigt ist, von Oktober 2012 bis März 2014 jedoch im Auftrag des damaligen Insolvenzverwalters als kaufmännischer Leiter am Aachener Tivoli tätig war.

Eine erste Kontaktaufnahme zum jetzigen Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering hat es bereits gegeben. Ob der Kölner Jurist zumindest die Möglichkeit prüft, zur erneuten Sanierung der Alemannia eventuell auf die Gelder der Zweckgesellschaft zurückzugreifen, ist allerdings noch unklar.

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1 Kommentar

  1. Es ist schon traurig, dass man unfähige Personen da sitzen hat. Was der Hans nicht lernt, lernt Hänschen nimmer.

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