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Revierfußball trauert um Ex-Trainer Rolf Schafstall

Beim VfL Bochum, MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen und Schalke 04 tätig.

Der VfL Bochum und der gesamte Ruhrgebietsfußball trauern um eine ihrer prägenden Persönlichkeiten: Der langjährige Bundesligatrainer Rolf Schafstall (Foto) ist am 30. Januar verstorben. Er wurde 80 Jahre alt. Insgesamt dreimal trainierte Rolf Schafstall den VfL Bochum, zunächst von 1982 bis 1986, anschließend zweimal interimsweise, 1991 und 2001.

Der gebürtige Duisburger (*22. Februar 1937) spielte zunächst acht Jahre in der damaligen höchsten deutschen Fußballklasse, der Oberliga West, für den Stadtteilclub Hamborn 07. Mit Einführung der Bundesliga kickte er in der zweithöchsten deutschen Klasse, der Regionalliga, in der Südgruppe für den SSV Reutlingen. 1969 endete seine aktive Laufbahn.

Fünf Jahre später begann seine Trainerkarriere, ebenfalls beim SSV Reutlingen. Schafstall erwarb sich rasch den Ruf des „harten Hundes“. Ein rauer, aber herzlicher Umgangston, viel schweißtreibendes Training und absolute Disziplin gehörten zu seinem Repertoire. Das Ruhrgebiet war seine Heimat, weshalb er folgerichtig vor seinem ersten Engagement in Bochum den MSV Duisburg (1976 und 1978 bis 79) sowie Rot-Weiss Essen (1979 bis 1981) coachte. Unterbrochen wurde diese Reihe nur von einem Intermezzo beim Karlsruher SC (1977/78).

Beim VfL blieb er die längste Zeit seiner Trainerlaufbahn, vier Spielzeiten am Stück, von 1982 bis 1986. Jedes Jahr wurde der VfL als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, jedes Jahr holte Schafstall das Maximale aus dem Kader heraus. Max Merkel, ehemaliger Meistertrainer von 1860 München und dem 1. FC Nürnberg und zum damaligen Zeitpunkt gefürchteter BILD-Kolumnist, verlieh Schafstall in höchster Anerkennung dieser Leistung in seiner Saisonbewertung sechs von fünf (!) Bällen.

Für Schafstall, so gab er später zu, sei dies die größte Auszeichnung seiner Trainerlaufbahn gewesen. Noch größer als das Erreichen des UEFA-Cup-Halbfinales mit dem MSV Duisburg (1978/79), das DFB-Pokalhalbfinale mit dem VfL (1981/82, 1:2 gegen die Bayern) oder die deutsche Hallenmeisterschaft, die er 1988 mit Bayer 05 Uerdingen holte.

Uerdingen war die zweite Station nach dem VfL. Zunächst hatte es Schafstall bei Schalke 04 probiert (1986/87). Auch in Krefeld, bei Bayer 05, blieb er kaum mehr als eine Jahr. Seine Verweildauer bei den Vereinen war fortan begrenzt, meist war nach einer Saison Schluss. Dafür erwarb er sich den Ruf des „Feuerwehrmanns“, mit seinem zweiten Engagement beim VfL als leuchtende Referenz. Im April 1991 holte ihn die Blau-Weißen zurück. Der VfL lag sieben Spieltage vor Schluss zwar auf Platz zwölf, doch unter Schafstalls Vorgänger Reinhard Saftig war ein Abwärtstrend unverkennbar. Schafstall gelang der Kraftakt, der VfL blieb erneut erstklassig. Unter anderem durch das legendäre 4:3 bei Fortuna Düsseldorf nach einem 0:3-Rückstand. Knapp 20 Jahre hielt diese Rekordmarke, ehe Mainz in Wolfsburg das gleiche Kunststück gelang (2010).

Für Schafstall begann damit ein weiterer Abschnitt seiner Trainerkarriere, die ihn bis 1999 fünf weitere Stationen (Düsseldorf, Brandenburg, Stuttgarter Kickers, Hannover, Dresden) durchlaufen ließ. 2001 gab er abermals ein Comeback beim VfL, doch diesmal gelang die Rettung leider nicht. Insgesamt hat Rolf Schafstall die Blau-Weißen in 166 Pflichtspielen betreut. Nur Heinz Höher (250 Spiele), Peter Neururer (193) und Klaus Toppmöller (175) haben mehr.

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