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Uerdingen-Anwalt Schickhardt: „Verhandlung absolut notwendig“

Zulassungsbeschwerdeausschuss des DFB gibt „grünes Licht“ für 3. Liga.
Der Regionalliga West-Meister KFC Uerdingen 05 darf in die 3. Liga aufsteigen. Diese Entscheidung traf der Zulassungsbeschwerdeausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter der Leitung von DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch am frühen Montagabend.

Dabei war – wie Koch erläuterte – die vom DFB im Rahmen des Zulassungsverfahrens als Liquiditätsreserve geforderte Summe in Höhe von 1,2 Millionen Euro erst nach Ablauf der Frist (Dienstag, 29. Mai, 15.30 Uhr) dem DFB-Konto gutgeschrieben worden. „Dem Verein KFC Uerdingen 05 ist daran jedoch kein Versäumnis oder Verschulden anzulasten. Das haben wir einstimmig beschlossen“, erklärte Koch in einer live übertragenen Stellungnahme. Die Krefelder, die sich in der Aufstiegsrunde sportlich gegen den SV Waldhof Mannheim durchgesetzt hatten, werden damit in der nächsten Saison in der 3. Liga spielen. Mannheim bleibt in der Südwest-Staffel.

Zum Ablauf: Bereits am Montag, 28. Mai, um 15.57 Uhr hatte der KFC erstmals eine Geldzahlung an den DFB in die Wege geleitet. Dieses Geld traf auch am Dienstag bereits um 7.50 Uhr bei der Commerzbank in Frankfurt/Main ein, wurde dem Konto jedoch erst am folgenden Tag (Mittwoch) endgültig gutgeschrieben. Eine Ursache dafür könnte laut Medienberichten sein, dass die Summe aus Russland, dem Heimatland von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev, transferiert worden sein soll. Dazu äußerte sich Rainer Koch jedoch nicht.

Zweite Zahlung kommt 20 Minuten zu spät

Nachdem Mitarbeiter der DFB-Zentralverwaltung den KFC darauf hingewiesen hatten, dass das Geld nicht rechtzeitig auf dem Konto sein würde, hatte der Verein – wie von Ponomarev schon vor einigen Tagen erklärt – eine zweite Zahlung als Schnellüberweisung veranlasst. Dieses Geld traf allerdings erst um 15.50 Uhr, also 20 Minuten nach Ablauf der Frist, ein. Daher musste der Zulassungsausschuss nun klären, wer für die Verspätung die Verantwortung trägt.

Der KFC Uerdingen 05 ließ sich bei der Verhandlung in Frankfurt vom bekannten Sportrechtler Christoph Schickhardt (Ludwigsburg) vertreten. Der Jurist erklärte: „Die Verhandlung war absolut notwendig, um die genauen Abläufe zu klären. Wir danken dem DFB für die objektive Aufklärung.“

KFC-Präsident Ponomarev erklärte: „Wir sind sehr froh und glücklich über die Entscheidung des DFB. Wir konnten in der Sitzung alle offenen Fragen klären und umfassend beantworten. Zu den Inhalten der Entscheidung haben der DFB und unser Rechtsanwalt ja bereits ausführlich Stellung bezogen. Wir freuen uns, jetzt nach vorne zu schauen und das Thema Relegation und Lizenz hinter uns zu lassen. Vor uns liegt genug Arbeit, die wir mit Hochdruck angehen werden. Abschließend möchte ich mich noch einmal bei unseren Fans bedanken, die auch in diesen schwierigen Tagen hinter uns und hinter dem KFC Uerdingen gestanden und an uns geglaubt haben. Jetzt geht es gemeinsam weiter in der 3. Liga.“

Fortuna Düsseldorfs U 23 bleibt Regionalligist

Grund zur Freude hat auch die U 23 von Fortuna Düsseldorf, die dank des Uerdinger Aufstiegs in der Regionalliga West bleibt. Dagegen muss die TuS Koblenz, die von einem Mannheimer Nachrücken profitiert hätte, endgültig aus der Regionalliga Südwest absteigen.

Das Statement des DFB zur KFC-Entscheidung im Wortlaut:

„Der KFC Uerdingen hat die Fristsetzungen des Zulassungsverfahrens zur 3. Liga nicht verletzt und damit die von der DFB-Zentralverwaltung gestellten Bedingungen im Rahmen des Zulassungsverfahrens erfüllt. Zu dieser Feststellung ist der Zulassungsbeschwerdeausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz des 1. DFB-Vizepräsidenten Amateure, Recht und Satzungsfragen, Dr. Rainer Koch, auf seiner Sitzung in Frankfurt am Main gelangt.

Zum Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit hatten die Uerdinger im Zulassungsverfahren unter anderem eine Liquiditätsreserve in Höhe von 1,2 Millionen Euro erbringen müssen. Dieser Betrag musste bis spätestens 29. Mai, 15.30 Uhr (Ausschlussfrist), als auf einem DFB-Konto valutiertes Guthaben erbracht werden. Der Zulassungsbeschwerdeausschuss hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob die Liquiditätsreserve des KFC Uerdingen fristgemäß eingegangen war.

Nach Auswertung aller Unterlagen und Befragung der Beteiligten, darunter die Vereinsvertreter des KFC Uerdingen und ein zuständiger Mitarbeiter der Commerzbank, konnte der Sachverhalt im Detail nachvollzogen werden. Demnach ging die Summe am 29. Mai bereits um 7:50 Uhr auf dem Konto der Hausbank des DFB ein, wurde dort jedoch erst nach Fristablauf auf dem Konto des DFB valutiert. Die Auswertung aller Informationen ergab, dass die Verzögerung der Valutierung ausschließlich auf die geltenden Geschäftsbedingungen zwischen dem DFB und der Commerzbank zurückzuführen ist. Anhand dieses Sachverhalts ist der Zulassungsbeschwerdeausschuss zu der Feststellung gelangt, dass keine Fristverletzung seitens des KFC Uerdingen vorliegt. Die gestellte Bedingung ist somit erfüllt.

Der DFB wird nach Beschlussfassung durch den DFB-Spielausschuss in den nächsten Tagen das Zulassungsverfahren für die Saison 2018/2019 in der 3. Liga abschließen. Anschließend wird das Teilnehmerfeld der 3. Liga, das in der kommenden Spielzeit weiterhin 20 Mannschaften umfassen wird, offiziell bekannt gegeben.“

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