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Galopp: Bayreuther Festspiele fanden diesmal in Mülheim statt

81:10-Außenseiter Onyx siegt im Großen Preis der Sparkasse.


Hatten die Wettexperten nicht gut genug hingeschaut? Schon bei seinem letzten Start in München konnte der vierjährige Galopper-Wallach Mister Onyx als Außenseiter zum Siegkurs von 111 bei zehn Euro Einsatz positiv überraschen. Und dennoch gehörte er in dem mit 17.000 Euro dotierten Großen Preis der Sparkasse Mülheim am Samstag vor 10.200 begeisterten Zuschauern vor dem Rennen nur zu den Außenseitern. Doch genau auf der Ziellinie hatte er zum Totokurs von 81:10 auch am Raffelberg die Nase vorn. „Kampf, Hals“, lautete der Richterspruch in diesem am Ende dramatischen Rennen (Foto).

Jockey Michael Cadeddu (Bergheim) strahlte: „Einfach große Klasse, was der Wallach hier geboten hat.“ So wurde der Auftritt in Mülheim bei strahlendem Sonnenschein für den Bayreuther Besitzer Frank Zappe (Stall Challenger) zu Mülheimer Festspielen – ebenso wie für Trainer Werner Glanz aus München und nicht zuletzt für Siegjockey Cadeddu. Für den Überraschungssieg gab es ein Preisgeld von 10.000 Euro.

Mister Onyx und Jockey Cadeddu, das ist eine Geschichte für sich. Zunächst war der Wallach in Mülheim stationiert. Dort lernten sich der damals ebenfalls an der Ruhr ansässige Cadeddu und Mister Onyx kennen. „Das war ein ganz Wilder“, erinnert sich Cadeddu. „Er hat mich mehrfach abgeworfen. Zwei- bis dreimal landete ich auf dem Hosenboden“, weiß er noch genau.

Ob sich das bis zu den Wettern auf der Mülheimer Galopprennbahn herumgesprochen hatte? Jedenfalls war das Duo Mister Onyx/Cadeddu längst nicht auf den meisten Tippzetteln zu finden. Hinzu kam, dass der Wallach nach seinem Erfolg in München nun auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg fünf Kilo an Mehrgewicht tragen musste.

Und in der Tat mischte Mister Onyx von Beginn an nicht im Vorderfeld mit. Gleich nach dem Start sahen die Zuschauer den ebenfalls als Außenseiter gestarteten fünfjährigen Wallach Baroncello (308:10) mit dem einstigen Pony-Champion Robin Weber (Neuss) im Sattel an der Spitze. Und daran änderte sich auch bis etwa 30 Meter vor der Ziellinie nichts. Doch dann kam die Konkurrenz immer näher.

Der vom niederländischen Trainer Lucien van der Meulen mit Maxim Pecheur (Köln) ins Rennen geschickte Mitfavorit Infamous Lawman (44:10), in Irland gezogen, griff den führenden Baroncello an. Ganz außen hatte aber Mister Onyx die besten Reserven und gewann nach Kampf mit einem Hals Vorsprung. Knapper geht es kaum. Für den an der Innenkante tapfer kämpfenden Baroncello blieb, eine halbe Länge zurück, der dritte Platz.

Siegjockey Cadeddu kommentierte seinen Erfolg: „Ich bin genau nach Order geritten. Der Wallach mag den schnellen Boden. Es hat einfach alles gepasst.“

Lucien van der Meulen (Rijkevoort), Champion der Besitzertrainer, meinte über Rang zwei seines Schützlings Infamous Lawman: „Bei sieben Starts in diesem Jahr waren wir zweimal Sieger und in den übrigen Rennen immer im Geld. Man kann halt nicht immer gewinnen. Ich bin nicht unzufrieden, auch wenn wir mit unserem zweiten Starter Naqdy unter Jockey Andrasch Starke diesmal nichts ausrichten konnten.“ Naqdy wurde Neunter.

Eigentlich hatte van der Meulen mit Naziba noch ein drittes Pferd für den Großen Preis der Sparkasse Mülheim angemeldet. Doch musste er die fünfjährige Stute wegen einer Verletzung am linken Hinterbein kurzfristig noch abmelden.

Rang vier im Großen Preis schnappte sich Northern Fox (58:10), im Besitz des Münsteraners Ulrich Zerrath. Trainiert wird der dreijährige Hengst von Yasmin Almenräder in Mülheim. Jockey war Wladimir Panow (Wedemark).

Der Veranstalter war mit dem überaus populären Renntag sehr zufrieden. „Wir hatten, obwohl wir in zwei Rennen nur jeweils sechs Pferde am Start hatten und zeitgleich noch viele DFB-Pokalspiele liefen, bei strahlendem Sommerwetter optimistisch mit einem Wettumsatz von etwa 135.000 Euro in den acht Rennen gerechnet. Am Ende waren es sogar 145.000. Da darf man nicht meckern“, so Rennclub-Vizepräsident Günther Gudert.

Autor: Franz Josef Colli
Foto-Quelle: Marc Rühl

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