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SV Rödinghausen schafft Pokal-Sensation in Lotte

West-Regionalligist setzt sich 3:2 n.V. gegen Dynamo Dresden durch.
Der SV Rödinghausen aus der Regionalliga West hat Vereinsgeschichte geschrieben. Gleich bei der allerersten Teilnahme am DFB-Pokal sind die Ostwestfalen aus dem Kreis Herford in die zweite Runde eingezogen. Das Team von Trainer Enrico Maaßen (Foto) setzte sich 3:2 (2:2) nach Verlängerung gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden durch.

Dabei hat sich das Frimo-Stadion in Lotte einmal mehr als kein gutes Pflaster für Profivereine erwiesen. Schon in der Saison 2016/2017 hatte der dort eigentlich heimische Drittligist Sportfreunde Lotte mit dem SV Werder Bremen (2:1), Bayer 04 Leverkusen (6:5 nach Elfmeterschießen) und den TSV 1860 München (2:0) drei klassenhöhere Vereine aus dem DFB-Pokal geworfen. Der SV Rödinghausen war wegen der erwarteten Zuschauerzahl vom heimischen Wiehenstadion (Fassungsvermögen 2.500 Plätze) nach Lotte umgezogen.

„Das war einfach genial. Wir haben eine super geschlossene Mannschaftsleistung auf den Platz gebracht. Ein Klassenunterschied zu Dynamo Dresden war nicht zu erkennen“, so Rödinghausens Geschäftsführer Alexander Müller gegenüber MSPW. „Dass wir zweimal einen Rückstand aufgeholt haben und dann auch noch in der Nachspielzeit der Verlängerung den Siegtreffer erzielt haben, ist wie im Drehbuch. Das ist das Besondere am DFB-Pokal.“

Aber der Reihe nach: Zweitligist Dynamo Dresden ging vor 3.862 Zuschauern mit der ersten richtigen Chance in Führung. Haris Duljevic (11.) wurde von Außenverteidiger Philip Heise bedient und schob aus kurzer Distanz ein. Der Regionalligist benötigte nicht lange für eine Antwort. Joy-Slayd Mickels schickte Linus Meyer (20.) auf die Reise. Der Zugang vom Nord-Regionalligisten FC Eintracht Norderstedt behielt alleine vor Dresdens Torhüter Markus Schubert die Nerven.

Das Unentschieden hatte aber erneut nicht lange Bestand. Dresdens Sascha Horvath nahm auf dem Flügel Tempo auf. Seine Flanke fand in der Mitte Aias Aosman (25.), die der Deutsch-Syrer per Direktabnahme im Tor unterbrachte. Dass mit dem SV Rödinghausen in der Nachspielzeit zu rechnen ist, bewies der West-Regionalligist bereits zum Ende der ersten Hälfte. Einen langen Einwurf von Artur Velagic verlängerte Kapitän Daniel Flottmann mit dem Kopf und fand Simon Engelmann (45.+1). Der 30-jährige Stürmer, in dieser Saison in drei Regionalligaspielen bereits dreimal erfolgreich, ließ sich nicht lange bitten und erzielte den erneuten Ausgleich.

Im zweiten Durchgang blieben Torchancen lange Mangelware. Aufregung gab es erst wieder in der 70. Minute. SVR-Verteidiger Julian Wolff hatte bei seinem Treffer aber im Abseits gestanden. Ein nicht anerkanntes Tor gab es auch auf der anderen Seite. Vor einem Treffer von Dresdens Moussa Koné hatte Lucas Röser seinen Gegenspieler Flottmann gefoult.

Die Verlängerung verlief lange ohne große Höhepunkte. Bis zur Nachspielzeit: Nach einer Ecke von Eros Dacaj konnte Dresdens Torhüter Schubert den Kopfball von Björn Schlottke noch abwehren, Maximilian Hippe (120.+3) reagierte am schnellsten und schenkte seinem Verein den Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde.

Der SV Rödinghausen darf sich somit auf eine weitere Partie gegen einen klassenhöheren Verein und Zusatzeinnahmen von mehr als 300.000 Euro freuen. „Das zusätzliche Geld ist eine tolle Sache. Wir müssen es aber nicht schon direkt ausgeben“, so Müller. „Nachdem unser Linksverteidiger Kevin Harder einen Kreuzbandriss erlitten hat, schauen wir uns allerdings auf seiner Position nach Alternativen um. Das fällt jetzt um einiges leichter.“

Die weiteren Ergebnisse der Teams aus NRW:

TuS Dassendorf – MSV Duisburg 0:1 (0:1)
1. CfR Pforzheim – Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)
TuS Erndtebrück – Hamburger SV 3:5 (1:2)
Rot-Weiß Oberhausen – SV Sandhausen 0:6 (0:2)

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