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Nach mehr als 600 Tagen: Maurice Exslager vor Comeback

Ex-Duisburger meldet sich nach zwei Kreuzbandrissen zurück.
Maurice Exslager (Foto) vom Drittligisten Fortuna Köln sieht Licht am Ende eines schier nicht enden wollenden Tunnels. Nach zwei Kreuzbandrissen hintereinander innerhalb eines halben Jahres und einer insgesamt fast 21 Monate langen Pause ist für den 27-jährigen Stürmer das Comeback in Sicht. „Ich bin seit drei Wochen wieder im Mannschaftstraining und bereit für einen Kurzeinsatz“, sagt der gebürtige Bocholter im Gespräch mit MSPW-Redakteur Thomas Palapies-Ziehn.

Im Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus am Samstag (ab 14 Uhr, live bei Telekom Sport) könnte es – exakt 616 Tage nach Exslagers bisher letztem Einsatz in einem Pflichtspiel – soweit sein. „Ganz klar“, sagt der Offensivspezialist ehrlich. „Ich will es den Leuten, die nicht an mein Comeback geglaubt haben, auch ein Stück weit zeigen.“

Erster Kreuzbandriss einen Tag vor 26. Geburtstag

Exslager war in der Winterpause der Saison 2016/2017 vom 1. FC Magdeburg zur Fortuna gewechselt. Seinen Einstand gab er in der Partie bei der U 23 des SV Werder Bremen (1:1). Bei seinem zweiten Einsatz (0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden), einen Tag vor seinem 26. Geburtstag, passierte es. Der Stürmer verletzte sich schwer am Knie und bekam die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss.

Es folgten eine siebenmonatige Pause und Reha-Maßnahmen. Im September 2017 meldete sich Exslager dann auf dem Platz zurück – und verletzte sich nur wenige Tage später bei einer Drehbewegung im Training erneut. Wieder lautete die Diagnose Kreuzbandriss im rechten Knie, wieder waren eine Auszeit und eine langwierige Reha unausweichlich. Exslager: „Das zweite Mal war für mich deshalb so schlimm, weil ich herausgerissen wurde, bevor ich überhaupt wieder in den Spielbetrieb integriert war.“

Ein weiteres Unglück für die Fortuna erwies sich für Exslager im Nachhinein als Lichtblick. Ein paar Tage, nachdem sich der Stürmer zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen hatte, zog sich auch Mannschaftskollege Boné Uaferro eine identische Verletzung zu. Neben Familie und Freunden wurde der 26-jährige Innenverteidiger für den Torjäger zum wichtigen Fixpunkt. „Wir waren in der Reha immer auf ungefähr dem gleichen Stand, haben alle Phasen der Verletzung gemeinsam durchlebt und uns gegenseitig gepusht“, erinnert sich Exslager.

Muskelfaserriss bremst noch einmal aus

Aufgeben kam für Exslager ohnehin nie infrage: „Ich hatte ja gerade einmal zwei Einsätze für die Fortuna absolviert. So wollte ich nicht abtreten.“ Der bullige Stürmer kämpfte sich zurück, wollte mit Beginn der Vorbereitung auf die aktuelle Spielzeit durchstarten – und wurde erneut von einer Verletzung ausgebremst. Diesmal war es zwar „nur“ ein Muskelfaserriss, der Rückschlag sorgte aber erneut für eine mehrwöchige Zwangspause.

Exslager nahm den Faserriss jedoch recht gelassen: „Ich habe mir gedacht: Nach so langer Wartezeit bekommst du die paar Wochen auch noch hin.“ Seitdem er gesund ist, schuftet der Offensivspezialist in jedem Training für sein Comeback. Was seine Fitness angeht, beurteilt der Angreifer seine Situation realistisch. „Eine Einwechslung ist sicher drin, ein Einsatz von Beginn an noch nicht. Demnächst beginnen die Verbandspokalspiele und auch einige Freundschaftsspiele werden wir sicher absolvieren. Ich werde versuchen, mir die nötige Wettkampfhärte darüber zu holen“, meint er.

Zwei Bundesliga-Aufstiege mit Köln und Darmstadt

Begonnen hatte die Laufbahn von Maurice Exslager in der Nachwuchsabteilung des MSV Duisburg. Weitere Stationen waren der 1. FC Köln, 1. FC Magdeburg und der SV Darmstadt 98. Zweimal in Folge schaffte er mit einem seiner Klubs den Aufstieg in die Bundesliga: 2014 mit Köln, zwölf Monate später mit Darmstadt.

In der höchsten deutschen Spielklasse kam Exslager jedoch nicht zum Einsatz. Dafür kann der ehemalige Junioren-Nationalspieler immerhin auf 95 Spiele und elf Tore in der 2. Liga zurückblicken. Insgesamt zehnmal – achtmal für Magdeburg und zweimal für die Fortuna – lief er in der 3. Liga auf. Auf seinen ersten Treffer wartet er allerdings noch.

Comeback in Spiel eins nach Koschinat-Ära?

Zur Fortuna gelotst wurde Maurice Exslager von Cheftrainer Uwe Koschinat, der die Kölner allerdings zu Wochenbeginn in Richtung 2. Liga und SV Sandhausen verließ. „Es ist schon komisch, dass Uwe Koschinat nicht mehr da ist“, erklärt Exslager. „Im Fußball ist das jedoch unter dem Strich ein recht normaler Vorgang. Wir alle sind Profis und können damit umgehen.“

Das Training bei der Fortuna haben zunächst einmal die Koschinat-Assistenten André Filipovic, André Poggenborg und Christian Osebold übernommen. Sie bereiten die Kölner Mannschaft auf das Cottbus-Spiel vor.

In Spiel eins nach der Koschinat-Ära möchte Exslager auf den Platz zurückkehren. Angst, sich erneut zu verletzen und in einen dunklen Tunnel zu geraten, hat er nicht: „Wenn ich die hätte, könnte ich die Fußballschuhe sofort an den Nagel hängen.“

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