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WSV-Manager Bölstler: „Ausverkauf gibt es nicht“

Traditionsverein kämpft um Zukunft – Erste Abgänge stehen bereits fest.
Der Traditionsverein und West-Regionalligist Wuppertaler SV setzt alle Hebel in Bewegung, um trotz der finanziellen Probleme (MSPW berichtete) seine Zukunft zu sichern. Um wieder auf die Beine zu kommen, benötigt der Klub allerdings weitere Unterstützung.

Einst war der WSV im deutschen Fußball eine bedeutende Größe. Eines der größten Spiele ihrer Vereinsgeschichte trugen die Bergischen in der Saison 1973/1974 aus. Als Tabellenvierter der Bundesliga hatte sich die Mannschaft rund um den legendären Torjäger Günter „Meister“ Pröpper (77) sensationell für den UEFA-Pokal (heute: Europa League) qualifiziert. Das Hinspiel der ersten Runde beim polnischen Vertreter Ruch Chorzow ging 1:4 verloren. Vor 13.000 Zuschauern im Zoo-Stadion lieferten die Bergischen im Rückspiel aber noch einmal einen großen Kampf und gewannen 5:4.

Goldene Vergangenheit, triste Gegenwart: In dieser Saison kamen durchschnittlich nur rund 2.650 Zuschauer zu den zehn Heimpartien des Tabellensechsten (15 Punkte hinter Tabellenführer FC Viktoria Köln zurück). Darunter waren bereits vermeintliche Kassenschlager wie gegen Rot-Weiss Essen (3:0 vor 4.550 Fans), Alemannia Aachen (0:0/4.070) oder Rot-Weiß Oberhausen (2:0/2.337). Die damit deutlich unter den eigenen Erwartungen gebliebenen Zuschauerzahlen sind der Hauptgrund dafür, warum es dem WSV derzeit finanziell alles andere als gut geht.

Ursprünglich hatte der WSV mit Gesamt-Zuschauereinnahmen in Höhe von 450.000 Euro kalkuliert. Diese Prognose musste inzwischen auf 252.000 Euro korrigiert werden. Insgesamt beträgt die von einer externen Unternehmensberatung errechnete Etatlücke – auch wegen einiger Altlasten – 260.000 Euro. Diese Lücke soll mit einem Paket aus Einsparungen und zusätzlichen Einnahmen geschlossen werden. Die Zeit drängt. Um nicht möglicherweise gegen Insolvenzrecht zu verstoßen, muss bis zum 19. Januar alles stehen.

An nur zwei Tagen bereits mehr als 40.000 Euro gesammelt

Allein bei der ersten Mannschaft, deren Budget offiziell bei 950.000 Euro liegt, will der WSV durch Spielerabgänge rund 100.000 Euro einsparen. Auch im Verwaltungsbereich soll der „Rotstift“ angesetzt werden. Viele Sponsoren stehen nach Vereinsangaben hinter dem Klub und haben Unterstützung zugesagt. Die Fans können den Klub – wie bei der SG Wattenscheid 09 – ab sofort im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion unterstützen. Der Start verlief äußerst verheißungsvoll. Schon an den ersten beiden Tagen kamen mehr als 40.000 Euro zusammen. Angestrebt wird eine Summe von 100.000 Euro. Außerdem bietet der Verein eine Zehn-Jahres-Dauerkarte und lebenslange Mitgliedschaft an.

Manuel Bölstler (Foto) ist im vierten Jahr Sportvorstand beim WSV. Der 35-jährige Ex-Profi wehrt sich gegen Gerüchte, bei der Kaderplanung im Sommer volles Risiko gegangen zu sein. „Ich habe den Etat in allen Jahren eingehalten, auch in dieser Saison“, so der Ex-Profi gegenüber dem Fachmagazin „kicker“ und MSPW. Allerdings räumt er auch selbstkritisch ein: „Selbstverständlich haben wir als Verein im Nachhinein zu euphorisch geplant. Es sind auf der anderen Seite aber auch Dinge eingetreten, die damals nicht vorhersehbar waren. Wir werden kämpfen.“

Vor allem Bölstler ist gefordert, um den Kader zu verschlanken. „Einen Ausverkauf gibt es nicht“, stellt der Funktionär klar. „Schon im Dezember hatten wir mit einigen Spielern gesprochen, mit denen wir nicht zufrieden oder die bei uns nicht zufrieden sind. Nun müssen wir uns auch von Stammspielern trennen. Unser Kader ist jedoch so breit, dass wir das auffangen können.“ Inzwischen stehen mit Torhüter Joshua Mroß (zum Chemnitzer FC) und Flügelspieler Jonas Erwig-Drüppel (Vertrag aufgelöst) die ersten Abgänge fest. Bei Top-Torjäger Christopher Kramer (zwölf Saisontreffer) kann der WSV auf eine Ablösesumme hoffen.

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1 Kommentar

  1. Es gibt zwei Möglichkeiten. 1. Man spricht die Wuppertaler Bürger per Zeitung für eine einmalige Spende an.
    Als Gegenleistung ist der Vorstand bereit, ein Jahr lang auf 30 Prozent des Einkommens zu verzichten.
    2. In das Stadion gehen 14.000 bis 15.800 Zuschauer hinein. Es muss einen Grund geben, warum nur so wenige ins Stadion kommen.
    In Essen kommen laut Aussage im Schnitt ca 8.000 Fans. Warum dieser große Unterschied?

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