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Hannover 96: Thomas Doll ersetzt André Breitenreiter

Ex-Dortmunder folgt beim Tabellenvorletzten auf ehemaligen Schalker.


Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat sich einen Tag nach dem 1:5 bei Spitzenreiter Borussia Dortmund von Trainer André Breitenreiter (Foto) getrennt. Auch Co-Trainer Volkan Bulut wurde freigestellt. Breitenreiters Nachfolger steht mit Ex-Nationalspieler Thomas Doll (52) bereits fest. Der ehemalige BVB-Trainer erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 und soll die Hannoveraner in dieser Saison noch zum Klassenverbleib führen. Er wird bereits am Montag erstmals das Training leiten. Als Assistenten bringt er den früheren Bochumer Schlussmann Ralf Zumdick mit. Das Duo hatte bereits bei mehreren Vereinen im In- und Ausland zusammengearbeitet.

96-Manager Horst Heldt, der schon bei Schalke 04 mit André Breitenreiter zusammengearbeitet hatte, erklärt die Trennung vom bisherigen Trainer: „Diese Entscheidung ist uns und mir persönlich unheimlich schwer gefallen, weil die Zusammenarbeit zwischen André und mir die komplette Zeit über extrem eng und sehr vertrauensvoll gewesen ist. Sein Name wird immer mit dem Aufstieg 2017 und dem letztlich souveränen Klassenerhalt im vergangenen Jahr verknüpft sein.

Der 45-jährige Breitenreier trainierte vor seinem Wechsel zu den Niedersachsen den Ligakonkurrenten FC Schalke 04. Breitenreiter hatte den Trainerposten in Hannover im März 2017 neun Spiele vor Ende der Zweitligasaison übernommen. Ungeschlagen führte er die Mannschaft zurück in die 1. Liga und dort im ersten Jahr zum Klassenverbleib. Aktuell belegt Hannover 96 jedoch mit nur elf Punkten aus 19 Partien den vorletzten Tabellenplatz.

Die Presse-Mitteilung von Hannover 96 zur Verpflichtung des neuen Trainers Thomas Doll im Wortlaut:

Thomas Doll wird neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96. Klubchef Martin Kind und Manager Horst Heldt einigten sich am Sonntagabend mit dem 52-Jährigen auf einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020, der sowohl für die 1. Liga als auch für die 2. Liga gilt. Als Co-Trainer bringt Doll seinen langjährigen Assistenten Ralf Zumdick mit.

Horst Heldt erklärt: „Thomas Doll hat bei all seinen bisherigen Stationen erfolgreiche Arbeit geleistet und immer wieder den Nachweis erbracht, dass er vorgegebene Ziele erreicht – sowohl im Kampf um den Klassenerhalt als auch um Titel und die Teilnahme am internationalen Geschäft. Auch während seiner Jahre in Ungarn hat er den deutschen Fußball immer eng verfolgt. Er kennt die Bundesliga in- und auswendig.“

Doll schlug 2002 die Trainerkarriere ein, erst bei den Amateuren des Hamburger SV, zwei Jahre später als Bundesligatrainer. Mit dem HSV, den er als Tabellenschlusslicht übernahm, gewann er den UI-Cup, wurde Dritter in der Liga und führte die Hanseaten in die Champions League. Borussia Dortmund rettete er 2007 vor dem Abstieg und erreichte mit dem BVB 2008 das DFB-Pokalfinale, das erst nach Verlängerung gegen Bayern München 1:2 verloren ging.

Über Gençlerbirligi Ankara in der Türkei und eine Station beim saudi-arabischen Erstligisten Al-Hilal ging Doll Ende 2013 zum ungarischen Erstligisten Ferencváros Budapest – der Beginn einer fast fünfjährigen Erfolgsgeschichte: Doll entwickelte den Traditionsklub zu einer Spitzenmannschaft und wurde mit Ferencváros einmal Meister, dreimal Pokalsieger und einmal Liga-Pokalsieger. 2016 wurde er in Ungarn als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

Thomas Doll blickt auch auf eine sehr erfolgreiche Karriere als Profi zurück. In der DDR spielte der gebürtige Malchiner für Hansa Rostock und den BFC Dynamo, nach der Wiedervereinigung 1990 wechselte Thomas Doll zum Hamburger SV, bei dem er 2001 seine aktive Laufbahn auch beendete. Dazwischen lagen Stationen bei Lazio Rom, Eintracht Frankfurt und AS Bari. Doll bestritt 29 Länderspiele für die Auswahl der DDR und 18 Partien für das wiedervereinigte Deutschland. Er stand 1992 im Aufgebot der Nationalmannschaft, die in Schweden Vize-Europameister wurde.

Horst Heldt führt aus: „Als ehemaliger Fußballer weiß Thomas, wie die Spieler ticken. Er ist bekannt als akribischer Arbeiter mit einer klaren Ansprache. Wir sind fest davon überzeugt, dass er der Mannschaft mit all seiner Erfahrung genau das vermitteln kann, was sie benötigt, um die Wende zu schaffen.“

Doll wird bereits am Montag um 15 Uhr das erste Training mit der neuen Mannschaft leiten. Die Einheit findet auf der Mehrkampfanlage an der HDI Arena statt.“

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