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Inka Grings im Interview: „Nie mein Ziel, Geschichte zu schreiben“

Erste Frau, die ein Männerteam aus den ersten vier Ligen trainiert.
Inka Grings (40) schreibt Geschichte. Die zweimalige Europameisterin mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft (2005 und 2009) trainiert ab sofort den SV Straelen in der Regionalliga West und ist damit die erste Frau, die ein Männerteam aus den ersten vier Ligen trainiert. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht die 96-malige Nationalspielerin über ihren neuen Job und die Männerdomäne Fußball.

FUSSBALL.DE: Sie sind seit wenigen Tagen neue Trainerin beim abstiegsbedrohten SV Straelen in der Regionalliga West. Wie kam es dazu, Frau Grings?
Inka Grings:
Den Vereinspräsidenten Hermann Tecklenburg und seine Ehefrau Martina Voss-Tecklenburg, die meine ehemalige Mitspielerin und jetzt Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ist, kenne ich schon sehr lange. Über ein mögliches Engagement beim SV Straelen hatten wir schon häufiger gesprochen. Auch in der Hinserie hatte ich Kontakt zum Verein. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass es so schnell klappt.

Zuletzt hatten Sie bis zum Frühjahr 2018 die U 17 des FC Viktoria Köln in der West-Staffel der B-Junioren-Bundesliga betreut. Ist der Wechsel zu einer Herrenmannschaft jetzt der nächste logische Schritt?
Grings:
Definitiv. Mein Ziel war es schon immer, als Trainerin im Herrenbereich zu arbeiten. Darauf habe ich nun lange hingearbeitet. Nach meiner Zeit bei der U 17 von Viktoria Köln durfte ich zuletzt beim Bundesligisten Fortuna Düsseldorf hospitieren. Dort habe ich viele neue Eindrücke gewonnen und weitere wichtige Erfahrungen gesammelt, die mir für meinen Job in Straelen sicher weiterhelfen werden. Langfristig gesehen ist es mein Wunsch, im Profibereich tätig zu sein.

Vor wenigen Monaten löste die Verpflichtung von Imke Wübbenhorst als Trainerin des Fünftligisten BV Cloppenburg ein großes Medienecho aus. Wie haben Sie das aufgenommen?
Grings:
Für Imke habe ich mich sehr gefreut. Ich kenne sie sowohl als Spielerin als auch als Trainerin. Sie hat sich diese Chance verdient. Ganz egal, ob sie mit dem Schlusslicht der Oberliga Niedersachsen das „Wunder“ Klassenverbleib noch schafft oder nicht: Ich bin mir sicher, dass sie einen erfolgreichen Weg als Trainerin einschlagen wird.

Sie sind nun die erste Trainerin bei einer Mannschaft aus den obersten vier Ligen. Macht Sie das stolz?
Grings:
Es war nie mein Anspruch oder mein Ziel, Geschichte zu schreiben. Ich bin „nur“ eine Fußball-Trainerin, die extrem wissbegierig und ehrgeizig ist. Diese Eigenschaften helfen mir, mich durchzusetzen und meine Ziele zu erreichen. Aber klar: Ich weiß, dass das Thema Frauen im Herrenfußball in unserer Gesellschaft immer noch kontrovers diskutiert wird und es nicht einfach ist, in einer Männerdomäne Fuß zu fassen. Daher macht es mich schon stolz, die erste Frau an der Seitenlinie einer Regionalligamannschaft zu sein.

Das ganze Interview lesen Sie auf FUSSBALL.DE.

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