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Kultmoderator Dieter Kürten feierte 84. Geburtstag

Gebürtiger Duisburger präsentierte 375 Mal das „aktuelle sportstudio“.


Der bekannte Sportreporter und Moderator Dieter Kürten (Foto) feierte an diesem Dienstag (23. April) seinen 84. Geburtstag. Der gebürtige Duisburger führte zwischen 1967 und 2000 allein 375 Mal durch das „aktuelle sportstudio“ des ZDF, öfter als jeder andere.

Kürten prägte das „aktuelle sportstudio“ mit seinen charmanten Plaudereien so sehr wie die Torwand, auf die am Ende immer alle schießen.

Immer wieder der Schimpanse

In einem längeren Gespräch mit Dieter Kürten wird früher oder später ein Schimpanse ein Thema. Die Szene aus dem „aktuellen sportstudio“ von 1971, in dem er Gastgeber war, ist regelmäßig in TV-Rückblicken als Kuriosum zu sehen.

Kürten hat schon zigfach erzählen müssen, wie das damals war, als ein Affe vor laufenden Kameras der Frau des „Tarzan“-Darstellers Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf mopste. Er spricht aber immer noch gerne davon. „Sie saß da wie eine Prinzessin mit Pelzmantel und hochtoupiertem Haar. Ich höre mich selbst ständig sagen: Ach gnädige Frau, ach gnädige Frau, das macht doch nichts.“ Er lacht. Unterhalter von Herzen ist der Sportjournalist geblieben.

Kürten ist charmant. Dass er eine Frage mal brüsk abbügeln könnte, ist kaum denkbar. Dabei gibt es viel mehr zu besprechen als die Haare von Weissmüllers Frau. 2011 war er mit einem Herzinfarkt auf der Straße in seinem Wohnort Wiesbaden umgekippt. Eine Altenpflegerin rettete ihm mit Wiederbelebungsmaßnahmen das Leben. Heute gehe es ihm glücklicherweise wieder viel besser, sagt Kürten. Monate später sei er wieder der Alte gewesen. „Und jetzt bin ich der Uralte.“ Er kokettiert immer noch gerne.

Kürten und seine „besondere Art“

Dieter Kürten ist für das Sportfernsehen das, wofür das Wort „Grandseigneur“ einst seinen Weg in die deutsche Sprache fand. Ein Fragensteller mit geschliffenen Umgangsformen, stets gut gekleidet, der viel aus seinen Gästen herausbekam, ohne dabei aufdringlich zu wirken. „Wim Thoelke hat mir damals gesagt: Sie haben eine besondere Art Leute auszufragen, lassen sie sich die nicht ausreden“, erzählt Kürten. „Das habe ich auch gemacht, selbst wenn mich Kritiker mal als zu weich bezeichneten.“

1963 bekam der gelernte Speditionskaufmann aus Duisburg, der sich dann doch für den Journalismus und einen Job beim Düsseldorfer „Mittag“ entschieden hatte, den Tipp, zum entstehenden ZDF zu gehen. „Da war noch ein Löchlein frei zum Reinschlüpfen – im Sport.“ Er traf auf Sportstudio-Mitbegründer Thoelke, dem in Abgrenzung zur doch recht nüchternen „Sportschau“ eine „Unterhaltungssendung mit stark sportlichem Charakter“ vorschwebte. Im März stieß Kürten zu der jungen Truppe, am 1. April begann der ZDF-Sendebetrieb, im August dann das aktuelle sportstudio, heute ein Klassiker. Erst mit der WM 2006 in Deutschland beendete Kürten, der in seiner Laufbahn auch viele Spiele kommentierte, seine Karriere bei dem Mainzer Sender.

Tränen mit Giovanni Trapattoni

Kürten kann viele Anekdoten erzählen aus diesen Jahrzehnten. Mit dem ehemaligen Bayern-Trainer und Wutreden-Erfinder („Waren schwach wie eine Flasche leer!“) Giovanni Trapattoni hat er mal geweint. Es war Trapattonis Abschiedsspiel bei den Bayern. „Da habe ich ihm gesagt, dass es viele Menschen bedauern, dass er nicht mehr in der Bundesliga ist mit seinem Charme, seinem Humor und seiner Liebenswürdigkeit“, sagt Kürten. Plötzlich sei ihm der italienische Star-Trainer flennend um den Hals gefallen. „Ich fing selbst an zu heulen. Ich bin immer nah am Wasser gebaut.“ Kürten findet echte Emotionen gut und schämt sich nicht für sie. Vielleicht hat ihn das beim Publikum so beliebt gemacht. Nur um seinen Geburtstag will er keinen großen Wirbel machen. Zunächst einmal feiere er privat, sagt der Vater dreier erwachsener Kinder.

Fehlt also noch eine Frage neben der nach dem Schimpansen? Na klar. Würde er noch mal das „sportstudio“ moderieren? Er sagt nicht Nein. „Wenn mal einer ausfiele und sie würden fragen, würde ich mich vielleicht noch mal breitschlagen lassen.“

Quelle (Text und Foto): ZDF.de

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