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SF Lotte-Kapitän Straith: „Lage völlig verrückt“

Tecklenburger belegen nur wegen der Tordifferenz keinen Abstiegsplatz.


Nur wegen der um drei Treffer besseren Tordifferenz liegen die Sportfreunde Lotte zwei Spieltage vor dem Saisonende in der 3. Liga auf dem rettenden 16. Rang. Am Samstag (ab 13.30 Uhr, live bei Magenta Sport) geht es zur ebenfalls abstiegsbedrohten SpVgg Unterhaching. Im DFB.de-Interview spricht Kapitän Adam Straith (Foto) mit MSPW-Volontär Dominik Dittmar auch über Kämpferqualitäten.

DFB.de: Mit der 0:1-Heimniederlage gegen Aufstiegsanwärter SV Wehen Wiesbaden mussten die Sportfreunde Lotte einen Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen. Was hat zu einem Punktgewinn gefehlt, Herr Straith?

Adam Straith: Nicht viel. Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe zwischen beiden Teams kaum einen Leistungsunterschied gesehen. Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel. Der SV Wehen Wiesbaden hat dann aber gezeigt, warum er zu den Spitzenmannschaften der Liga gehört und eine seiner wenigen Chancen konsequent genutzt. Es war schade, dass wir uns für eine couragierte Leistung nicht belohnen konnten. Das ist aber abgehakt. Unser Fokus liegt voll auf der Partie bei der SpVgg Unterhaching.

DFB.de: Seit etwas mehr als einen Monat spielen Sie mit einer Gesichtsmaske. Merken Sie noch etwas von Ihrem Kiefernhöhlenbruch?

Straith: Nach meiner Verletzung wurde mir eine Platte eingesetzt, die erst mal ein Jahr lang drinbleiben wird. Danach kann ich entscheiden, ob sie raus soll oder nicht. Die Maske selbst werde ich noch bis zum Saisonende tragen. Durch sie habe ich zwar ein etwas kleineres Blickfeld. Da ich in den Partien aber so auf das Geschehen fokussiert bin, merke ich das nicht wirklich. Abseits des Platzes haben meine Frau und ich uns kurz nach der Verletzung Rezepte für weiches Essen und Suppen herausgesucht. Von den Ärzten gab es auch einige Tipps. Ich komme gut damit zurecht.

DFB.de: Wie Ihr Nebenmann Matthias Rahn mussten auch Sie einige Partien mit einem Kopfverband zu Ende spielen. Dennoch haben Sie seit Ende September keine Minute mehr verpasst. Ist es diese Einstellung, die in der aktuellen Situation unbedingt benötigt wird?

Straith: Im Rennen um den Klassenverbleib gehören kämpferische Tugenden dazu. Jeder muss bereit sein, auf die Zähne zu beißen und sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Bei Matthias und mir war das optisch sehr gut erkennbar. Aber auch die anderen Spieler sind bereit, über ihre Grenzen hinaus zu gehen. Ich persönlich spiele lieber mit einem Bruch, als dass ich wegen einer Verletzung der Mannschaft gar nicht helfen kann.

DFB.de: Kommt da auch der kanadische Nationalspieler in Ihnen durch?

Straith: Das weiß ich nicht. (lacht) Ich mache mir auch keine Gedanken darüber, ob man bei Kanada zuerst an zähe und starke Baumfäller denkt. Solange die Physiotherapeuten und Ärzte grünes Licht geben, werde ich immer alles für den Verein geben. Wenn ich damit als Führungsspieler und Kapitän einige Spieler zusätzlich pushen kann, freut mich das.

DFB.de: Für Sie stehen bislang 43 Länderspiele zu Buche. Ist die Nationalmannschaft noch ein Thema für Sie, auch wenn der jüngste Einsatz schon etwas zurückliegt?

Straith: Auf jeden Fall. Mit 28 Jahren bin ich nach wie vor in einem sehr guten Fußballeralter. Mein Traum ist es, einmal mit Kanada an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Zunächst steht im Sommer aber erst der Gold Cup an, den man mit der Europameisterschaft vergleichen kann. Auch wenn ich zuletzt im Oktober 2017 für die Nationalmannschaft nominiert war, hoffe ich, dabei zu sein. Der Kontakt zu Nationaltrainer John Herdman ist regelmäßig da. Die Grundlage will ich nun mit guten Leistungen für die Sportfreunde Lotte legen.

DFB.de: Die Sportfreunde belegen nur wegen der um drei Treffer besseren Tordifferenz einen Nichtabstiegsplatz. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Straith: Die Situation im Abstiegskampf ist völlig verrückt. Vor ein paar Monaten sah es noch ganz anders aus. Dann haben aber Vereine wie Eintracht Braunschweig, der FC Carl Zeiss Jena oder Energie Cottbus Serien hingelegt. Die Abstiegsplätze wechseln quasi an jedem Spieltag. Ich gehe auch davon aus, dass es bis zum letzten Spieltag so brutal eng bleiben wird. Für den neutralen Zuschauer ist das natürlich sehr spannend.

Das komplette Interview mit Adam Straith finden Sie auf DFB.de.

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