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Galopp Hoppegarten: Jozef Bojko triumphiert mit 332:10-Außenseiter

Irischer Doppelerfolg im 48. Oleander-Rennen um 100.000 Euro.
Eine große Überraschung gab es im „Berlin-Marathon“ der Galopper am Sonntag auf der Rennbahn in Berlin-Hoppegarten: Für Sponsor Luke Comer (Trainer und Besitzer in Irland) gewann der vierjährige Hengst Raa Atoll unter dem in Deutschland tätigen Jockey Jozef Bojko (Foto/Gütersloh) das 48. Oleander-Rennen (100.000 Euro, 3.200 Meter). In der bedeutendsten Langstrecken-Prüfung hierzulande wehrte der 332:10-Außenseiter in leichter Manier die Angriffe des heißen 15:10-Favoriten Thomas Hobson ab.

Die Wetter hatten Raa Atoll, benannt nach einer Insel auf den Malediven, sträflich unterschätzt, obwohl er als Vierter der King Edward Stakes 2018 beim Meeting in Royal Ascot eine Klasse-Form gezeigt hatte. Es folgte danach jedoch eine lange Pause seit dem Sommer. Im Oktober wechselte er nach einem Verkauf bei der Tattersalls-Auktion im Oktober von John Gosden zu Luke Comer, der gemeinsam mit seinem Bruder Brian Immobilienentwickler und Gründer und Eigentümer der Comer Group und der Partner dieses Hoppegarten-Highlights ist. Aber er bereitet seine eigenen Pferde auch selbst vor.

Hinter Quintarelli servierte Jozef Bojko Raa Atoll, der beim sechsten Start sein drittes Rennen gewann und mit der Siegbörse von 60.000 Euro seine Gewinnsumme auf 90.977 Euro katapultierte, an zweiter Position einen optimalen Rennverlauf. Thomas Hobson ging das Rennen an vorletzter Stelle an, gefolgt nur von Moonshiner, der schlecht aus der Startbox gekommen war.

Ende der Gegenseite und im Schlussbogen verbesserte sich Thomas Hobson immer weiter, doch musste er stets außen weitere Wege gehen. Auf der Zielgeraden erfolgte bald der erste Angriff auf Raa Atoll, aber der Riesenaußenseiter hatte noch nicht alle Karten aufgedeckt und beschleunigte erneut und schaffte in sicherem Stil mit anderthalb Längen Vorsprung den bedeutendsten Triumph seiner bisherigen Laufbahn.

Bojko: „Großes Pferd mit großem Herzen“

Siegjockey Jozef Bojko meinte in einem ersten Statement: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen, aber mir schon einen vorderen Rang erhofft. Raa Atoll ist ein toller Kämpfer, ein großes Pferd mit einem ebenso großen Herzen.“

Luke Comer wirkte gar nicht sonderlich überrascht über den Erfolg seines Pferdes: „Raa Atoll hatte letztes Jahr in Ascot eine sehr gute Leistung gezeigt. Ich hatte allerdings Bedenken, ob er nach so langer Pause schon fit genug wäre. Er absolvierte nur zwei Trainingseinheiten. Der Ascot Gold Cup ist sein Ziel, dafür war das Rennen hier in Berlin eine sehr gute Vorbereitung. Er müsste nachgenannt werden, aber das ist kein Problem. Natürlich steuern wir auch das Irish St. Leger an, das wir ebenfalls sponsern. Und mein Kollege Dermot Weld hat mir zu einem Start in Australien geraten.“

Moonshiner der beste Deutsche

Thomas Hobson aus dem Stall von Star-Trainer Willie Mullins schien Raa Atoll Mitte der Zielgeraden überlaufen zu können, stand seine Attacke aber nicht durch. Er komplettierte eine „irische Zweierwette“ vor dem Schlenderhaner Moonshiner, der nach Startverlust prächtig anpackte und als Dritter der beste Deutsche war. Auch Adler und Nikkei als Vierter sowie Fünfter liefen bei ihren ersten Saisonstarts ansprechend, während Ernesto diesmal keine Rolle spielte.

Erstmals war das Oleander-Rennen am Sonntag Bestandteil der „Weatherbys Hamilton Stayers´Million“, einer internationalen Rennserie für Langstreckenpferde. Die Gewinnprämie von einer Million englischen Pfund erhält das Team, dessen Pferd eines der acht Vorläufe und dann alle drei Hauptläufe auf den englischen Rennbahnen Ascot, Goodwood und York gewinnt.

Der Sieger des Oleander-Rennens (Raa Atoll) erhält im Rahmen der seit 2017 bestehenden Partnerschaft mit der New York Racing Association eine kostenfreie Einladung mit Flügen für Pferd und Team zum mit 400.000 Dollar dotierten Belmont Gold Cup (3.200 Meter) in New York am 7. Juni 2019.

Die drei erstplatzierten Pferde erhalten eine kostenlose Startmöglichkeit im Comer Group International Irish St. Leger (500.000 Euro, 15. September 2019) auf der nahe Dublin gelegenen Rennbahn „The Curragh“.

Erfolgreichster Jockey des Tages war Bauyrzhan Murzabayev, der gleich vier Rennen für sich entscheiden konnte. Schon beim Meetingsauftakt in Berlin-Hoppegarten war Murzabayev auf Samstag zweimal erfolgreich.

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