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Jürgen Lucas: „Herzensangelegenheit RWE“

49-Jähriger hört zum Saisonende als Sportdirektor auf.
Zum Saisonende ist Schluss. Nach drei Jahren legt Jürgen Lucas (Foto) sein Amt als Sportdirektor an der Hafenstraße nieder. In dieser Funktion erlebte er am vergangenen Samstag gegen den SC Wiedenbrück das letzte Heimspiel. Das steht schon seit Anfang Februar fest.

„Mir ist diese Entscheidung als Rot-Weisser extrem schwergefallen“, so der gebürtige Essener, bei dem vom ersten Moment an auch Wehmut aufkam. „Allerdings ist das für beide Seiten nach intensiven Jahren der richtige Schritt. Die nächste Saison ist für Rot-Weiss eine große Chance, um aus der Stagnation herauszukommen. Ich glaube aber auch, dass eine noch höhere Intensität nötig sein wird, als ich sie im dann vierten Jahr parallel zu meinem Hauptberuf aufbringen kann.“ Bei Jürgen Lucas, der als Vertriebsleiter eines Medizintechnik-Unternehmens voll im Berufsleben steht und dennoch fast rund um die Uhr für Rot-Weiss Essen im Einsatz ist, ist die schon oft auch von Spielern und Trainern bemühte Vokabel „Herzensangelegenheit“ keine Floskel, sondern trifft voll ins Schwarze. „Ich war zehn Jahre alt, als ich gemeinsam mit zwei Brüdern zum ersten Mal bei RWE im Stadion war. Seitdem hat mich der Verein nicht mehr losgelassen“, erinnert sich der 49-Jährige.

Karriere-Ende nach zwei Kreuzbandrissen

Schon zu Jugendzeiten spielte er unter anderem für Rot-Weiss Essen, im Herrenbereich war er in der Landesliga für den einstigen Otto-Rehhagel-Klub TuS Helene Essen am Ball. Dort rückte Jürgen Lucas „eher zufällig“ vom Platz auf die Trainerbank. „Der Verein war auf der Suche nach einem neuen Trainer. Ich war damals Kapitän, bin wegen eines Kreuzbandrisses lange Zeit ausgefallen. Der Verein hatte mich dann gefragt, ob ich mir die Trainertätigkeit vorstellen kann.“

Die Laufbahn als Spieler beziehungsweise spielender Trainer war im Alter von 26 Jahren kurz nach seinem Comeback auf dem Platz vorbei. Bei seinem dritten Einsatz nach seinem Comeback riss erneut das Kreuzband. Von da an konzentrierte sich Jürgen Lucas, der sich aus eigener Erfahrung also bestens mit „Leidensgenossen“ wie Cedric Harenbrock mitfühlen kann, beim Fußball auf seine Rolle als Trainer. Den TuS Helene Essen betreute er noch bis 2006. Anschließend ging es zum Landesligisten FC Kray.

Doppelfunktion beim FC Kray und Rot-Weiss Essen

Während seiner Zeit in Kray kam Jürgen Lucas auch mit den Verantwortlichen von Rot-Weiss Essen in Kontakt. „Ich war regelmäßig bei den Spielen meines Sohnes Nico dabei. Da wusste Rot-Weiss dann auch, dass ich als Trainer tätig bin.“

Für ein halbes Jahr war Jürgen Lucas dann sogar in Doppelfunktion tätig: Cheftrainer beim FC Kray und Nachwuchstrainer bei Rot-Weiss Essen. „Ich musste aber schnell feststellen, dass ich beiden Aufgaben parallel nicht gerecht werden konnte“, so Lucas. Also konzentrierte sich der gebürtige Essener auf die Nachwuchsarbeit bei RWE. Die erste Mannschaft, die er betreute, war die U12 der Rot-Weissen. „Anschließend ging es in den Altersklassen kontinuierlich nach oben.“

Mit der U17 und der U19 in der Bundesliga

Die U17 und die U19 betreute er jeweils in der Bundesliga. Mit den A-Junioren schaffte Lucas in den Spielzeiten 2011/2012 und 2014/2015 jeweils den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. „Die Aufstiege gehören mit Sicherheit zu den Ereignissen im Nachwuchsbereich, die bei mir immer hängen bleiben werden“, so Lucas. „Fast genauso schön war aber der Gewinn des Niederrheinpokals mit der U19 und die anschließende Teilnahme am DFB-Pokal der Junioren.“

Noch als Niederrheinligist standen die rot-weissen A-Junioren im Achtelfinale dem haushohen Favoriten VfB Stuttgart gegenüber. Zur damaligen Stuttgarter Mannschaft gehörten unter anderem der heutige Nationalspieler Antonio Rüdiger und Rani Khedira, Bruder von Weltmeister Sami Khedira. Dennoch behielt RWE mit 2:0 die Oberhand. Im Viertelfinale war erst nach Elfmeterschießen (4:5) gegen den 1. FC Nürnberg Endstation.

Das komplette MSPW-Portrait über Jürgen Lucas lesen Sie auf www.rot-weiss-essen.de.

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