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BVB-Rückkehrer Michael Skibbe: „Hohes Niveau anheben“

53-Jähriger Fußball-Lehrer übernimmt U 19 von Borussia Dortmund.


Fast 20 Jahre nach seinem Abschied ist Michael Skibbe (Foto) zurück bei Borussia Dortmund. Der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer, der 2002 an der Seite von Teamchef Rudi Völler mit der deutschen Nationalmannschaft Vize-Weltmeister wurde, kehrt zu seinen Wurzeln zurück und übernimmt wieder die U 19 des BVB. Im DFB.de-Interview spricht Skibbe mit MSPW-Redaktionsleiter Ralf Debat über seine neue, alte Aufgabe.

DFB.de: Nach mehr als 19 Jahren Abstinenz sind Sie wieder für Borussia Dortmund tätig. Hat es sich wie eine Heimkehr angefühlt, Herr Skibbe?

Michael Skibbe: Absolut, das kann ich nicht anders sagen. Genau so war es.

DFB.de: Dabei sind Sie gebürtiger Gelsenkirchener und waren auch viele Jahre für den großen BVB-Rivalen FC Schalke 04 aktiv…

Skibbe: Das habe ich auch nie verleugnet und bin meiner Heimat nach wie vor verbunden. Die elf Jahre, in denen ich für den BVB gearbeitet habe, waren jedoch mindestens genauso prägend. Hinzu kommt noch, dass ich bei Borussia auch nach fast 20 Jahren noch auf viele ehemalige Weggefährten wie Nachwuchskoordinator Lars Ricken, den Sportlichen Leiter Edwin Boekamp, Jugendleiter Wolfgang Springer und Sportdirektor Michael Zorc getroffen bin. Und das sind nur die bekanntesten Namen. Es spricht für die Kontinuität im Verein, wie viele Mitarbeiter über so viele Jahre für den BVB tätig sind. Davon bin ich sehr gerne wieder ein Teil.

DFB.de: Nach Ihrem frühzeitigen verletzungsbedingten Karriere-Ende wurden Sie bei Schalke 04 bereits mit 21 Jahren U 17-Trainer. War es für Sie nie ein Thema, eine Karriere außerhalb des Fußballs einzuschlagen?

Skibbe: Doch, schon. Ich war sogar kurz davor, in Münster ein Studium der Publizistik aufzunehmen. Schalkes Manager Rudi Assauer, der mich schon als junger Spieler immer intensiv begleitet hatte, war jedoch der Meinung, dass ich ein guter Nachwuchstrainer werden könnte, und hat mir sofort das Vertrauen geschenkt. Meines Wissens war ich damals sogar der erste Profi, der mit Unterstützung der Berufsgenossenschaft direkt zum Fußball-Lehrer umgeschult wurde. Dafür bin ich bis heute sehr dankbar. Wie sich später zum Glück herausgestellt hat, war es zumindest keine so schlechte Idee von Rudi. (lacht)

DFB.de: Bei Borussia Dortmund schafften Sie über die U 19 und die U 23 den Sprung zum Cheftrainer, haben inzwischen zahlreiche Stationen im nationalen und internationalen Profifußball hinter sich. Warum haben Sie sich jetzt für die Rückkehr in den Nachwuchsbereich entschieden?

Skibbe: Nach unserer gemeinsamen Zeit bei Borussia hatte ich noch bei verschiedenen Vereinen – unter anderem bei Galatasaray Istanbul, Eintracht Frankfurt und bei Hertha BSC – eng mit Eddie Boekamp zusammengearbeitet. Er war viele Jahre mein Co-Trainer. Schon damals hatten wir uns mal vorgenommen, eines Tages noch einmal zusammen im Jugendbereich zu arbeiten. Bei der Feier zu seinem 60. Geburtstag im Februar haben wir dann wieder von den alten Zeiten geschwärmt. Dabei kam ich auch mit Lars Ricken ins Gespräch, der als Jugendlicher und Profi mein Spieler war. Einige Wochen später rief mich Lars dann an, ob ich mir eine Rückkehr zur U 19 vorstellen könnte. Das kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt.

DFB.de: Was reizt Sie jetzt daran, wieder die Toptalente des BVB auf eine Profikarriere vorzubereiten?

Skibbe: Ich habe nur positive Erinnerungen an die Zeit vor 22 oder 25 Jahren. Es ist ungemein reizvoll, an die damaligen Erfolge anzuknüpfen. Die Jungs sind wissbegierig, geben das Vertrauen zurück, das man ihnen entgegenbringt. Es ist mein großes Ziel, so viele Spieler wie möglich in den Profibereich zu bringen. Ich bin mir sicher, dass uns das gelingen kann. Im besten Fall natürlich auch den einen oder anderen beim BVB.

DFB.de: Ihr Vertrag läuft bis 2022. Ist es möglich, dass Sie noch einmal einen anderen Weg einschlagen oder ist das Kapitel Profifußball für Sie abgeschlossen?

Skibbe: Für diese drei Jahre kann ich das definitiv ausschließen. Ich habe mich festgelegt, hier eine Aufgabe zu übernehmen, die mir am Herzen liegt. Deshalb kam es für mich auch trotz einiger Angebote zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage, für viel Geld nach China oder Saudi-Arabien zu gehen. Nach rund 30 Jahren Trainertätigkeit bin ich zum Glück wirtschaftlich so unabhängig, dass ich nicht jedem Ruf folgen muss. Mein Ziel ist es, bis 2022 alles dafür zu tun, das ohnehin schon hohe Niveau der Nachwuchsarbeit bei Borussia vielleicht noch ein wenig anzuheben.

Das ganze Interview lesen Sie auf DFB.de.

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