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SV Rödinghausen verliert Elfmeter-„Lotterie“

Bundesligist SC Paderborn behält 4:2 die Oberhand.
Das Statement von Steffen Baumgart (Foto), Trainer beim Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn 07, nach dem Pokal-Krimi beim SV Rödinghausen aus der Regionalliga West sagte schon einiges aus über die Leistung des Viertligisten. „Wir mussten an unsere Grenzen gehen“, so der Ex-Profi nach dem glücklichen 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen (3:3, 3:3, 0:2) nach einer dramatischen Partie vor 2300 Zuschauern im Wiehenstadion.

Selbst nach einem 0:2- und einem 1:3-Rückstand kamen die unterklassigen Gastgeber immer wieder ins Spiel zurück, brachten den klaren Favoriten an den Rand des Ausscheidens. „Wir sind stolz auf unser Team, das eine unglaubliche Moral bewiesen hat“, geriet auch SVR-Geschäftsführer Alexander Müller im Gespräch mit MSPW ins Schwärmen: „Wahnsinn, was die Jungs geleistet haben. Am Ende war es eine Lotterie.“

Derflinger an der Pfosten – Paderborn legt vor

Die in der Meisterschaft mit zwei Siegen optimal gestarteten Rödinghauser, die vor einem Jahr mit dem Erstrundenerfolg gegen Dynamo Dresden (3:2 nach Verlängerung) und ihrem couragierten Auftritt gegen deutschen Rekordmeister FC Bayern München (1:2) bereits Pokalgeschichte geschrieben hatten, hielten das ostwestfälische Duell mit Paderborn von Beginn an offen. Bevor Paderborns Innenverteidiger Uwe Hünemeier (29.) per Freistoß das 0:1 gelang, hatten der bärenstarke Christian Derflinger mit einem Pfostenschuss und Torjäger Simon Engelmann zweimal das Führungstor für den Außenseiter auf dem Fuß.

Kurz vor der Pause dann aber der nächste Schock für die Gastgeber: Paderborns Außenstürmer Christopher Antwi-Adjej (43.) traf mit einem Schuss die Unterkante der Latte, von dort prallte der Ball knapp hinter die Torlinie – 0:2.

„Joker“ Lokotsch sticht gleich doppelt

Wer nun aber geglaubt hatte, die drei Klassen höher spielenden Gäste hätten in der zweiten Halbzeit leichtes Spiel, der sah sich getäuscht. Erst gelang Engelmann (53.) mit einem coolen Abschluss das verdiente 1:2, nur wenig später scheiterte Linksverteidiger Angelo Langer an Gästetorhüter Jannik Huth.

Selbst nach dem vermeintlich entscheidenden Tor zum 1:3 durch Streli Mamba (73.), der eine Vorlage des eingewechselten Sven Michel verwertete, dachte beim Regionalligisten niemand daran, die Köpfe hängen zu lassen. Ganz im Gegenteil! Mit einem Doppelpack (80./85.) sorgte „Joker“ Lars Lokotsch, der wegen einer Viruserkrankung noch die komplette Vorbereitung verpasst hatte, innerhalb von nur fünf Minuten für den Ausgleich. Zweimal hatte Derflinger die Vorarbeit geleistet.

Paderborns Baumgart: „So schwer wie erwartet“

Auch in der Verlängerung blieb es ein Duell auf Augenhöhe, auch wenn die Hausherren den Bundesligisten nicht mehr ganz so häufig in Verlegenheit bringen konnten.

Am Ende musste das Elfmeterschießen entscheiden. Bitter für Rödinghausen, dass ausgerechnet Doppeltorschütze Lokotsch zuerst an Huth scheiterte. Später konnte auch Tobias Steffen den Paderborner Schlussmann nicht überwinden, so dass für den SVR lediglich Felix Backszat und Julian Wolff vom Punkt erfolgreich waren. Dagegen bewiesen die Gäste Nervenstärke. Uwe Hünemeier, Klaus Gjasula, Jamilu Collins und Cauly Oliveira Souza brachte ihre Schüsse allesamt im Kasten unter.

Schlusswort von Trainer Steffen Baumgart: „Es war so schwer wie erwartet.“ Was für ein Kompliment für den SV Rödinghausen, der sich jetzt auf die Liga konzentrieren kann und am nächsten Samstag (ab 14 Uhr) Spitzenreiter Rot-Weiss Essen zum Topspiel erwartet.

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