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Galopp Iffezheim: Stute Amorella überrascht selbst Trainer Klug

135:10-Außenseiterin gewinnt am Samstag Hauptrennen um 70.000 Euro.
Mit einer großen Überraschung endete am Samstag der mit 70.000 Euro dotierte Stutenpreis (2.400 Meter) vor 12.500 Zuschauern auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden: Die von Champion Markus Klug (Köln-Heumar) trainierte vierjährige Amorella gewann mit Jockey Martin Seidl (Köln) zur sehr attraktiven Quote von 135:10 dieses Top-Ereignis am vorletzten Tag der „Großen Woche“.

Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte die im Mittelfeld des Zehnerfeldes stets bestechend gehende Außenseiterin, die schon mehrfache Listensiegerin war, aber zuletzt mehrfach nicht ganz zwingend gewirkt hatte, enorme Reserven und ließ die Favoritin Durance leicht mit zweieinviertel Längen hinter sich.

40.000 Euro betrug der Siegpreis beim fünften Erfolg von Amorella, die ihre Gewinnsumme nun auf 87.050 Euro steigerte. Trainer Klug in einem ersten Statement: „Amorella hatte schon viele Top-Leistungen gezeigt. Diesmal hat sie sich auch auf der 2.400 Meter-Distanz schön beruhigt und ging immer gut. Jetzt ist sie Gruppesiegerin, das hatte ich nicht erwartet.“

Jockey Martin Seidl erklärte: „Ich habe Amorella schon ein paarmal geritten. Heute war ich nicht sicher, ob sie die weite Distanz kann. Eigentlich mag sie auch eher weiche Bahn. Das Rennen war nicht so schnell, das kam ihr entgegen. 350 Meter vor dem Ziel waren wir vorne, dann war alles entschieden.“

Durance mit erwartet guter Vorstellung

Durance lief als Zweite das erwartet gute Rennen, doch konnte die Diana-Dritte die Gegnerin nicht mehr stellen. Trainer Peter Schiergen (Köln): „Sie ist wieder gut ihre Form ausgelaufen. Durance hatte sich gemeinsam mit der Siegerin ja deutlich vom Rest abgesetzt, das war alles in Ordnung.“ Ihr Reiter Andrasch Starke (Langenfeld) berichtete: „Das war ein gutes Rennen von ihr. Allerdings war die Siegerin das bessere Pferd.“

Mit sehr beachtlichen Reserven schob sich die Engländerin Shailene noch auf Platz drei. „Wir hatten ein gutes Rennen, die Stute benötigte in der Geraden etwas Anlauf, am Ende kam Sie aber noch sehr gut auf“, versicherte Jockey David Probert.

Sehr zufrieden war man auch im Lager der viertplatzierten Stex. Trainer Roland Dzubasz (Berlin-Hoppegarten): „Stex hat die schwächere Form aus Hoppegarten korrigiert. Sie hatte damals nach dem Rennen ein paar Probleme, die aber ausgestanden waren, sonst wären wir hier nicht angetreten. Das war der Beweis, dass sie in dieser Klasse mithalten kann.“

Satomi ließ als Fünfte früh nach. „Für sie war das Rennen zu langsam“, sagte ihr Trainer Markus Klug. In Memory fiel deutlich zurück.

Schlenderhaner Alson lässt die Engländer abblitzen

Eines der bedeutendsten Rennen für zweijährige Pferde bleibt in Deutschland: Das war die sehr erfreuliche Schlagzeile nach dem Zukunftsrennen (55.000 Euro, 1.400 Meter). Der von Jean-Pierre Carvalho in Bergheim für das Gestüt Schlenderhan trainierte Alson gewann als 49:10-Mitfavorit die 32.000 Euro Siegprämie unter Jockey Filip Minarik (Köln) in atemberaubender Manier.

Mit zwei Längen Vorsprung distanzierte der Areion-Sohn die starke internationale Konkurrenz dank eines gewaltigen Endspurts. Es war eine Augenweide, wie Alson, der zuletzt in Clairefontaine schon erfolgreich gewesen war, den Godolphin-Galopper und heißen Favoriten Well Of Wisdom und Above, ebenfalls aus England, stehenließ.

„Die Leistung zuletzt in Clairefontaine von Alson war schon sehr stark. Er musste sich nicht verbessert haben, um hier zu bestehen. Es war eine sehr überzeugende Vorstellung heute. Vielleicht steuern wir nun den Prix Lagardere am Arc-Tag in ParisLongchamp an“, berichtete Siegtrainer Jean-Pierre Carvalho, der 2010 mit Salomina schon einmal die Siegerin gestellt hatte.

Jockey Filip Minarik war ebenfalls beeindruckt: „Er hatte in Frankreich schon seine Klasse demonstriert und gute Pferde hinter sich gelassen. Ich hatte sehr viel Mumm auf Alson. Er ist ein richtiger Zweijähriger, hat gewaltig angezogen.“

Enttäuschung im Godolphin-Lager

Well of Wisdom, der Dubai-Herrscher Scheich Mohammed gehört und mit großen Vorschusslorbeeren angetreten war, steigerte sich aus dem Vordertreffen nur noch auf Rang zwei, ohne Alson in Gefahr bringen zu können. „Ich bin sehr enttäuscht. Er hat nicht an die letzte Form anknüpfen können, auch wenn er Zweiter wurde. Auch unterwegs ging er hinter dem führenden Pferd nie besonders gut“, wirkte Jockey James Doyle doch ziemlich zerknirscht.

Above ging an der Spitze immer weiter und belegte einen sehr respektablen dritten Rang. Reiterin Hollie Doyle meinte: „Above ist auf weichem Boden noch stärker, aber er hat eine sehr anständige Form geboten.“ Ein tolles Rennen lief auch die Stute Virginia Joy als Vierte. Trainer Jens Hirschberger: „Das war eine sehr starke Leistung gegen hochkarätige Gegner. Für den Preis der Winterkönigin hat sie keine Nennung. Vielleicht gehen wir nach Frankreich.“

Der Franzose Get Set schien nach deutlicher Führung lange mehr erreichen zu können als Rang fünf, während Fearless King (Sechster) alle Chancen am Start ließ. Jockey Gerald Mossé: „Das Rennen war am Anfang zu schnell, er kam nicht gut ab. Mir hat allerdings gefallen, wie er am Ende noch angepackt hat.“ Von Mangkhut war in der entscheidenden Phase nicht mehr viel zu sehen.

WM-Lauf an Silke Brüggemann

Sie war das logische Pferd – und in einem Lauf zum Fegentri World Amateur Riders Champion Cup (2.400 Meter) ließ sich die von Christian von der Recke in Weilerswist trainierte Palmetto Bay (33:10) ließ sich nach einem Bilderbuch-Rennen mit Silke Brüggemann auch nie von Smentana und Chesness beeindrucken.

Völlig verdient und absolut imponierend – so könnte man den ersten Erfolg von Let me know (23:10) umschreiben, die in einer 1.500 Meter-Prüfung für Trainer Dominik Moser (Hannover) und das Gestüt Ittlingen (Werne) mit Jockey Wladimir Panov regelrecht auf und davon ging. Die Außenseiterin Hallo Wien steigerte sich noch auf Platz zwei vor der sehr unglücklich agierenden Waldana.

Nach dem Miesau-Sieg verteidigte Songo (45:10), zweiter Tagessieg für Trainer Christian von der Recke, in der Wettchance des Tages (2.000 Meter), seine weiße Weste. Locker verabschiedete sich der von Fabian Xaver Weißmeier (Sonsbeck) sehr umsichtig gerittene und sicher weiter steigerungsfähige Dreijährige von Kimbarjano, Anni Domani und Wikileaks. Die Viererwette bezahlte 108.684:10 Euro.

Majestic Colt wie ein Könner

Wie ein Könner gewann der im Besitz von Jaber Abdullah (Dubai) stehende Majestic Colt (41:10) mit Erfolgsjockey Eduardo Pedroza für Trainer Andreas Wöhler (Gütersloh) eine 1.400 Meter-Prüfung. In bärenstarker Manier überlief der Mitfavorit beim ersten Saisonstart noch die lange tonangebenden Bolt Phantom und Maya.

Enorm viel Geld gab es auf den erstmals von Bohumil Nedorostek aufgebotenen Anpak (222:10) in einem 1.600 Meter-Rennen. Start-Ziel legte der Außenseiter mit Marco Casamento (Köln) gegen Navaro, Trespassed und Irida immer wieder vorne. Die Dreierwette brachte 65.407:10 Euro. Die Viererwette wurde nicht getroffen.

Ganz eng wurde es im abschließenden 1.200 Meter-Rennen zwischen zwei Gästen aus Belgien, wobei Andrasch Starke auf dem Oost-Vertreter Yogiyogiyogi einen minimalen Vorteil gegen den heranfliegenden Chicago Bere ins Ziel rettete. Avarengo schnappte sich ebenfalls ganz zuletzt Platz drei.

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