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Galopp Iffezheim: Scheich-Ass Vintager rettet sich ins Ziel

Bolte-Stute Nica wird im 86. Oettingen-Rennen starke Zweite.
Die Favoritenwetter mussten schwitzen, aber sie durften am Ende jubeln: Im 86. Oettingen-Rennen (70.000 Euro, 1.600 Meter) rettete sich zum Abschluss der „Großen Woche“ auf der Galopprennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden der auf 18:10 heruntergewettete Vintager in den Farben des Stalles Godolphin von Scheich Mohammed (Dubai) gerade noch mit knappem Vorsprung ins Ziel gegen die heranstürmende deutsche Stute Nica, die das Rennen ihres Lebens lief.

Unter Star-Jockey William Buick war Vintager, zuletzt schon in Frankreich in einem hochkarätigen Rennen erfolgreich, auf der Zielgeraden früh vorne, nachdem unterwegs Zargun mit vielen Längen geführt hatte, und schien einem deutlichen Triumph entgegenzustreben. Doch dann setzte Nica mächtig nach, die kurz die Spur hatte wechseln müssen, und kam immer näher, doch ein Hals sprach für Vintager.

Der Wallach sorgte damit für den ersten Deutschland-Erfolg von Top-Trainer Charles Appleby, dem später noch der Triumph mit Ghaiyyath im 147. Großen Preis von Baden folgen sollte (siehe auch hier). „William hat ihm ein sehr gutes Rennen serviert und unterwegs stets eine gute Position. Nur als Vintager in Front war, hat er etwas gestutzt. Ich freue mich sehr über meinen ersten Erfolg in Deutschland.“

Jockey William Buick erklärte: „Ich war vielleicht etwas früh vorne, aber Vintager hat die ganze Zielgerade herunter groß gekämpft und alle Angriffe abgewehrt. Er ist ein sehr zähes Pferd.“ 40.000 Euro betrug die Siegbörse.

Nica nur minimal bezwungen

Natürlich war die knappe Niederlage von Nica bitter für ihr Team, doch die Leistung konnte sich mehr als sehen lassen. Trainer Dr. Andreas Bolte (Foto) aus Lengerich erklärte: „Es ist sehr ärgerlich, wenn man ein Grupperennen so knapp verliert. Leider wurde Nica unterwegs behindert, sonst hätte es zum Volltreffer gereicht. Düsseldorf oder Stockholm kommen als Ziele in Betracht.“

Jockey Rene Pichulek (Bergheim) ergänzte: „Das war sehr unglücklich und kein guter Rennverlauf. Ich hätte mir das anders gewünscht. Am Ende haben wir nur ganz knapp verloren.“

Schon deutlich hinter den beiden Erstplatzierten schob sich Wonnemond gerade noch auf Rang drei. Sein Betreuer Sascha Smrczek (Düsseldorf): „Ich bin sehr zufrieden. Wonnemond hat noch einmal zurückgekämpft. Wir peilen nun die Titelverteidigung in Schweden an.“ Jockey Bayarsaikhan Ganbat meinte: „Wir hatten ein gutes Rennen, es war nur etwas schnell unterwegs. In der Geraden dachte ich, wir würden noch an die Führenden herankommen. Am Ende mussten wir um den dritten Platz kämpfen, er war genau im richtigen Moment vorne.“

Ninario verlor genau am Ende Rang drei. „Er ist toll gelaufen, aber ich habe nicht verstanden, weshalb sein Reiter zum Schluss nicht mehr weitergeritten hat. Weicher Boden hätte ihm noch mehr gelegen“, ließ Waldemar Hickst durchblicken. Die anderen Teilnehmer hatten keine reelle Chance.

Gäste-Dreierwette im Stadt Baden-Baden Cup

Fest in der Hand der Gäste war der Stadt Baden-Baden Cup (25.000 Euro, 1.400 Meter), denn die ersten drei Plätze gingen ins Ausland. Mit einer starken Schlussoffensive löste sich die im Besitz von Katar-Emir Al Thanis Al Shaqab Racing stehende Wasmya (69:10) für Trainer Francis Henri Graffard unter Jean-Bernard Eyquem aus Frankreich von der Engländerin Miss Celestial und Godolphins Wishfully.

„Sie brauchte etwas, bis sie auf Touren kam, aber dann hat Wasmya schön angezogen. Sie wird auch noch bessere Rennen gewinnen“, erklärte Eyquem, der einen Erfolgstag krönte. Miss Celestial bestätigte ihre starke Verfassung als Zweite. „Sie mag guten Boden und hat schön angezogen, aber die Gegnerin war einfach besser“, erklärte Jockey Luke Morris. Wishfully schnappte der besten Deutschen Gislaine noch Rang drei weg- Die Wöhler-Stute hätte wohl noch weichen Boden bevorzugt. Die Viererwette bezahlte 16.493:10 Euro.

Der Preis der Winterkönigin wird im Oktober der Höhepunkt des Sales & Racing Festivals in Iffezheim sein. Im Trial über 1.400 Meter gab es ein packendes Finale mit dem besseren Ausgang für Flamingo Girl, die als 24:10-Favoritin mit Lukas Delozier hauchdünn vor Vive en liberte blieb. Auch Sidona war als Dritte dichtauf. Damit machten drei Nachkommen des Super-Deckhengstes Soldier Hollow das Rennen unter sich aus. Siegtrainer Henk Grewe (Köln): „Eigentlich hatte ich schon gedacht, innen wäre die falsche Spur, und Lukas hat die Reitklappe unterwegs verloren. Sie hatte bereits gut debütiert in Frankreich. Nun könnte Flamingo Girl ein Listenrennen in Düsseldorf und danach die Winterkönigin ansteuern.“ 36.000 Euro hatte die vielversprechende Pferdedame bei der BBAG-Jährlingsauktion gekostet.

Bauyrzhan Murzabayev baut seinen Vorsprung in der Jockey-Statistik immer weiter aus – nun führte er den von Christian Sprengel in Hannover trainierten Bishapur (37:10) in einem 1.200 Meter-Rennen zu einem sehr sicheren Erfolg über Sir Theodore und Star Focus.

Überraschung im höchstdotierten Araber-Rennen

Mit einer großen Überraschung endete das höchstdotierte Araber-Rennen Deutschlands: Im The President of the United Arab Emirates Cup (40.000 Euro, 1.600 Meter) fand das auf 15:10 heruntergewettete Millionen-Pferd Tayf seinen Meister in Mashur al Khalediah (Jean-Bernard Eyquem) aus dem Newmarket-Stall von Philip Collington. Nie kam der heiße Favorit an den fünfjährigen Schimmel heran, der seinen dritten Saisonsieg einfuhr. Immerhin hielt Tayf gerade noch Rang zwei gegen Bel’Izam. „Ich trainiere 30 Arabische Vollblüter. Mashur al Khalediah ist stark verbessert, er war ein Baby und ist jetzt richtig gereift. Wir steuern nun den Arabian World Cup in ParisLongchamp an“, versicherte Philip Collington.

Äußerst spannend verlief die Wettchance des Tages mit einer Garantie-Auszahlung von 40.000 Euro (1.600 Meter), denn der von Christian von der Recke in Weilerswist trainierte Showdance Kid (56:10) raufte sich mit Andrasch Starke hauchdünn an Gainsborough Hat vorbei. Viscount Vert schnappte ganz zuletzt noch Expediate Rang drei weg. Die Viererwette bezahlte 20.858:10 Euro.

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